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MR-Bildgebung bei Gliomen

Im vorliegenden Übersichtsartikel sollen die wesentlichen neuen Erkenntnisse der letzten Jahre zu beiden Aufgaben der MR-Bildgebung von Gliomen vorgestellt werden. Dabei werden zunächst Änderungen durch die 2010 veröffentlichten RANO-Kriterien (Kriterien für das Radiology Assessment in der Neuroonkologie) und ihr Einfluss auf die Verlaufsbeurteilung bei Gliomen geschildert. Im Anschluss werden die in der Klinik am häufigsten verwendeten sog. funktionellen MR-Sequenzen vorgestellt und es wird ihr potenzieller klinischer Nutzen für die MR-Bildgebung der Gliome diskutiert.

Traditionell erfolgte die MR-Bildgebung höhergradiger Gliome (WHO-Grad III, IV [Grade der Tumorklassifikation der World Health Organisation]), die zumeist mit einer Störung der Blut-Hirn-Schranke verbunden sind, mit kontrastverstärkten T1w Aufnahmen. In den letzten Jahren wurden jedoch insbesondere bei höhergradigen Gliomen vermehrt sog. antiangiogene Therapieregime verwendet, die innerhalb kurzer Zeit zu einer signifikanten Reduktion kontrastmittelaufnehmender Tumoranteile auf T1w Aufnahmen führen können, ohne dass sich dies in einem verlängerten Gesamtüberleben niederschlagen würde. Im Jahre 2010 wurde durch die Einführung der RANO-Kriterien für höhergradige Gliome den neuen Herausforderungen antiangiogener Therapien bei höhergradigen Gliomen in einem ersten Ansatz Rechnung getragen, indem T2w Sequenzen in die Beurteilung des Therapieansprechens einbezogen werden.

Die Entwicklung der MR-Bildgebung bei Gliomen war in den letzten Jahren des Weiteren geprägt durch die zunehmende Verwendung neuer, sog. funktioneller MR-Sequenzen. Diese funktionellen Sequenzen unterscheiden sich von den traditionell verwendeten T1w und T2w Sequenzen dadurch, dass sie unmittelbar Aspekte der Tumorpathophysiologie visualisieren können. In diesem Übersichtsartikel werden aus der Vielzahl der neuen Sequenzen die MR-Diffusion, die MR-Perfusion sowie die SWI (suszeptibilitätsgewichtete Bildgebung) dargestellt. Ferner wird der Bereich der Ultrahochfeld-Bildgebung bei 7 T (Tesla) angeschnitten und das sog. CEST-Imaging (Chemical Exchange saturated Transfer Imaging) vorgestellt. Letzteres befindet sich noch in einem experimentellen Stadium. Es könnte in der Zukunft möglicherweise zu einer In-vivo-Messung des pH-Wertes oder zur Darstellung von Glukoseanreicherung im Hirngewebe verwendet werden. Abschließend wird ein kurzer Ausflug in die Radiomics gemacht, einen Bereich der radiologischen Grundlagenforschung, der in der wissenschaftlichen Debatte derzeit eine zentrale Stellung einnimmt.

Kriterien für das Radiology Assessment in der Neuroonkologie

Die RANO-Kriterien wurden im Jahre 2010 von der RANO-Arbeitsgruppe entwickelt und stellen eine Fortentwicklung der bis dato verwendeten MacDonald-Kriterien dar. Gemeinsam ist beiden Kriterien, dass sie das Therapieansprechen in die 4 Kategorien

  • Stable Disease,
  • Partial Response,
  • Complete Response und
  • Progressive Disease
unterteilen und als Grundlage der Messung die Ausdehnung der Kontrastmittelaufnahme auf T1w Serien heranziehen.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: MR-Bildgebung bei Gliomen

Aus der Zeitschrift Neuroradiologie Scan 4/2016

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