• Ein "flipped meniskus" kann u. U. schwierig zu diagnostizieren sein.

     

Meniskus-Update

Die MRT ist aufgrund der erwiesenen Genauigkeit und Effizienz die Methode der Wahl, um Meniskuspathologien zu diagnostizieren. Sie liefert Informationen zur Größe, Lokalisation und Klassifikation von Meniskusverletzungen, die zusammen mit der Klinik des Patienten das therapeutische Vorgehen bestimmen. Um die MRT-Befunde richtig zu interpretieren, sind fundierte Kenntnisse der normalen Anatomie, anatomischer Varianten sowie der bildgebenden Kriterien erforderlich, die eine Differenzierung unterschiedlicher Risstypen, den Nachweis eines Meniskuswurzelrisses und einer meniskokapsulären Separation ermöglichen.

Anatomische und biomechanische Grundlagen
Um Meniskusrisse sensitiv zu detektieren, und insbesondere auch, um eine prognostische Einordnung von Verletzungen vorzunehmen, sind Kenntnisse zum Aufbau der Menisken, ihrer Fixierung im Gelenk und zu grundlegenden Funktionsprinzipien erforderlich.

Konfiguration
Die halbmondförmigen Menisken sind im Querschnitt keilförmig konfiguriert mit einer konkaven Oberfläche und einer geraden, dem Tibiaplateau aufliegenden Unterfläche. Diese Konfiguration vergrößert die Kongruenz zwischen den stark gekrümmten Femurkondylen und dem Tibiaplateau.

Druckverteilung
Axiale Kompressionskräfte, die von den Femurkondylen übertragen werden, treiben die Menisken radiär auseinander. Die zirkumferenzielle Anordnung von Typ-1-Kollagenfibrillen ermöglicht die Umwandlung dieser Kompressionskräfte in Zugspannung („hoop stress“), was neben der Form der Menisken zu einer deutlich verbesserten Druckverteilung am Tibiaplateau führt. Daher beeinträchtigen Meniskusrisse, die zur Zerstörung der zirkumferenziell angeordneten Kollagenfibrillen führen, die Funktion der Menisken erheblich und haben eine entsprechend schlechte Prognose. Das betrifft im Wesentlichen die Risse, die senkrecht zu den Kollagenfibrillen verlaufen (Radiär- und Schrägrisse). Auch durch operative, rekonstruierende Verfahren kann bei diesen Rissen die ursprüngliche Elastizität und Funktionstüchtigkeit nicht wiederhergestellt werden.

Stabilität
Neben der Druckverteilung verbessern die Menisken auch die Rotationsstabilität des Kniegelenks und tragen zur anteroposterioren Stabilisierung vor allem in endgradiger Flexions- und Extensionsstellung des Gelenks bei. Dies erfordert eine gewisse Mobilität der Menisken mit Verlagerung in Abhängigkeit von der Gelenkstellung, die dadurch gegeben ist, dass die Menisken nahezu unfixiert dem Tibiaplateau aufliegen und nur durch wenige, wichtige Bandzüge mit der Gelenkkapsel und dem Tibiaplateau verbunden sind. Wesentlich für die Stabilisierung der Menisken im Gelenk sind die anterioren und posterioren Meniskuswurzeln, die sowohl Innen- als auch Außenmeniskus im Interkondylarraum über straffe Bindegewebszüge am Tibiaplateau fixieren. Die Meniskusbasis ist in der gesamten Peripherie nur über lockeres Binde- und Fettgewebe mit der Gelenkkapsel verbunden, stabilisierend ist aber das Lig. coronarium, der tiefe Anteil des medialen Kollateralbandes. Die Ligg. meniscofemoralia anterius und posterius stellen zwar Bandverbindungen zum Femurkondylus dar, sind funktionell aber von untergeordneter Bedeutung. Verletzungen der Meniskuswurzeln und des Lig. coronarium führen zur Instabilität des Meniskus mit erheblichem Funktionseinbußen. Daher sollten die Meniskuswurzeln und das Lig. coronarium bei jeder MRT-Untersuchung genauso sorgfältig analysiert werden wie die Menisken selbst.

Normalbefunde in der MRT
Da bei der Diagnostik von dislozierten Meniskusrissen die Form der Menisken und das Größenverhältnis von Meniskusanteilen zueinander wichtig sind, sind genaue Kenntnisse der Normalbefunde in der MRT erforderlich: Auf sagittalen Aufnahmen sind physiologischerweise Außenmeniskusvorderhorn und -hinterhorn in etwa gleich groß, während das Innenmeniskusvorderhorn schmächtiger als das Innenmeniskushinterhorn zur Darstellung kommt. Ein wichtiges diagnostisches Zeichen ist das „bow tie sign“: Bei einer Schichtdicke von 3 mm sollte die Pars intermedia auf 2 – 3 Schichten kontinuierlich abgrenzbar sein. Eine Verkürzung der Pars intermedia ist eines der wichtigsten Zeichen für einen aus der Pars intermedia dislozierten Meniskusanteil.

Lesen Sie jetzt das instruktive Meniskus-Update von Simone Waldt aus der Radiologie up2date 4/2013. Den Link zum Beitrag sowie die Möglichkeit zum Download erhalten Sie unten

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