• Das Lungenkarzinom ist weltweit die häufigste Krebs-Todesursache.

     

Gezielter Einsatz der Niedrigdosis-CT in der Früherkennung?

Das National Lung Screening Trial (NLST) hat gezeigt, dass der Einsatz der Niedrigdosis-CT die Lungenkrebs-Sterblichkeit um 20% senken kann, im Vergleich zum konventionellen Röntgen-Thorax. Wegen der damit verbundenen Risiken und Kosten erscheint eine genaue Auswahl der Zielpopulation sinnvoll. Kovalchik et al. untersuchten nun anhand der Daten der NLST-Studie den Zusammenhang zwischen Lungenkrebs-Risiko und Nutzen der Niedrigdosis-CT.

Die Autoren teilten die 53454 Raucher, die an der NLST-Studie teilgenommen hatten, nach Parametern wie Alter, Quantität des Nikotinkonsums, Familienanamnese, BMI und Begleiterkrankungen in 5 Risikoquintile ein. Die Teilnehmer in Quintil 1 hatten ein rechnerisches Risiko, innerhalb von 5 Jahren an Lungenkrebs zu sterben, von 0,15-0,55%, in Quintil 2 von 0,56-0,84%, in Quintil 3 von 0,85-1,23%, in Quintil 4 von 1,24-2,0% und in Quintil 5 von über 2,0%.

Die Anzahl von Lungenkrebs-Todesfällen, die durch das Niedrigdosis-CT-Screening verhindert werden konnten, stieg mit dem Risiko: 0,2 pro 10 000 Personenjahre in Quintil 1, 3,5 in Quintil 2, 5,1 in Quintil 3, 11,0 in Quintil 4 und 12,0 in Quintil 5 (p=0,01 für den Trend). Die Zahl der falsch-positiven Befunde pro vermiedenem Todesfall betrug 1648 in Quintil 1, aber nur 65 in Quintil 5. Die Zahl der Personen, die gescreent werden müssen, um einen Todesfall zu verhindern, nahm mit steigendem Lungenkrebs-Mortalitätsrisiko signifikant ab (Quintil 1: 5276, in Quintil 5: 161). Aus den Quintilen 3-5 (60% der Probanden mit dem größten Risiko) kamen 88% der verhinderten Todesfälle, während die 20% mit dem niedrigsten Risiko (Quintil 1) nur 1% dazu beitrugen.

 

Fazit
Nach Meinung der Autoren lassen sich die meisten Lungenkrebs-Todesfälle verhindern, wenn man die Raucher mit dem rechnerisch größten Risiko einem Niedrigdosis-CT-Screening zuführt. Bei einer Population mit niedrigem Risiko besteht eine niedrige Effektivität. Diese Daten liefern die empirische Grundlage für ein gezieltes Lungenkrebs-Screening, so die Autoren. Weitere Studien sollten valide Kriterien zur Risikoeinschätzung identifizieren und den Einfluss von Begleiterkrankungen bestimmen.

Aus: RöFo Ausgabe 01/2014

Originaltitel der Publikation: N Engl J Med 2013; 369: 245-254

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