• divikelkrankheit

    Abb. aus RöFo 8/2015: Divertikelkrankheit Typ 2a nach CDD mit gedeckter Perforation und kleinem intramuralem Abszess (*) im wandverdickten entzündlichen Sigma.

     

S2k-Leitlinie Divertikelkrankheit und Divertikulitis

Im vorliegenden Artikel werden die wichtigsten diagnostischen und therapeutischen Szenarien und Algorithmen der Erkrankung mit dem Fokus auf die Radiologie zusammengefasst und diskutiert. Zusätzlich wird die neu erstellte Klassifikation CDD (Classification of Diverticular Disease) erläutert und ihre Auswirkung auf die Radiologie besprochen.

Die Divertikulose sowie die Divertikelkrankheit stellen sehr häufige Veränderungen bzw. Erkrankungen des gastrointestinalen Systems in westlichen Ländern dar. Die Prävalenz der Divertikulose, also dem Vorhandensein von Pseudodivertikeln ohne relevante klinische Symptome, liegt zwischen 28 und 45 %, wobei in der Bevölkerungsgruppe der über 70-Jährigen von einer Prävalenz von über 60 % auszugehen ist. Bei der Divertikelkrankheit handelt es sich um eine Divertikulose mit klinischen Symptomen. Dabei ist bemerkenswert, dass gerade bei jüngeren Patienten in den letzten Jahren eine Zunahme der Inzidenz um mehr als 50 % binnen 7 Jahren beobachtet werden konnte.

Die häufigste Komplikation der Divertikelkrankheit ist die Divertikulitis, die eine entzündliche Veränderung der Darmwand um die Divertikel darstellt und zu gedeckten oder offenen Perforationen mit konsekutiven Stenosen, Fistelungen und Abszessen führen kann. Durch die ausgeprägten Scherkräfte am Divertikelrand kann es weiterhin zu Blutungen aus den Vasa recta kommen. Trotz der hohen Prävalenz und Inzidenz der Erkrankung lag in den letzten Jahrzehnten keine adäquate Zusammenschau der Literatur vor, die eine evidenzbasierte Diagnostik und Therapie dieser Erkrankung erlaubte. Die jahrzentlang gelebten und gelehrten Forderungen wie etwa einer Antibiotikagabe bei unkomplizierter Divertikulitis oder einer OP-Indikation nach dem zweiten Schub waren bisher nicht basierend auf der Literatur zu belegen, sodass sich dringend die Forderung nach neuen, aktualisierten und evidenzbasieren Leitlinien zur Diagnostik und Therapie dieses häufigen Krankheitsbildes ergaben. Auch die bisher benutzten Klassifikationen der Divertikulitis, im angloamerikanischen Raum vor allem nach Hinchey sowie in Deutschland vor allem nach Hansen und Stock, basieren nicht auf den neuesten wissenschaftlichen Kenntnissen von Diagnose und Verlauf.

Auch die Bedeutung der bildgebenden Diagnostik, die in der klinischen Routine vor allem durch die Sonografie und die Computertomografie abgebildet wird, muss im Kontext der therapeutischen Konsequenzen neu betrachtet werden. So stellt sich etwa die Frage, inwieweit kleinere gedeckte Perforationen oder kleine Abszesse die weitere Therapie beeinflussen.

Lesen Sie den gesamten Beitrag S2k-Leitlinie Divertikelkrankheit und Divertikulitis


Aus der Zeitschrift RöFo 8/2015

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