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Kontrastmitteldosierung und Optimierungspotenzial in der CT

Grundsätzlich wird bei CT-Untersuchungen empfohlen, die zu applizierende Kontrastmittelmenge über das Körpergewicht zu berechnen, wobei ebenfalls noch Protokolle mit fixen Kontrastmittelmengen angewendet werden. Im Folgenden werden berücksichtigungswürdige Aspekte im Zusammenhang mit einer Kontrastmittelapplikation aufgezeigt sowie Berechnungsmodelle zur Ermittlung der individuell benötigten Kontrastmittelmenge vorgestellt und diskutiert.

Eine 2019 von uns durchgeführte Untersuchung verfolgte die Fragestellung, inwieweit sich die Kontrastmittelanwendung bei abdominellen CT-Untersuchungen zwischen den einzelnen Instituten unterscheidet, wobei der Fokus auf der intravenösen Kontrastmittelapplikation lag. Es wurden Befragungen an verschiedenen Krankenanstalten und Instituten in Österreich und Deutschland durchgeführt. Die ermittelten Angaben bezogen sich auf einen normalgewichtigen Patienten mit ca. 70 kg Körpergewicht und einer normalen Nierenfunktion. Es zeigte sich, dass die verwendeten Kontrastmittel einen Jodgehalt von 300 bis maximal 400 mg Jod pro Milliliter aufwiesen. Demzufolge unterschieden sich die applizierten Kontrastmittelmengen. Um eine Vergleichbarkeit der verschiedensten Institute hinsichtlich der applizierten Jodmenge zu ermöglichen, wurden die angegebenen Kontrastmittelmengen auf die insgesamt applizierte Jodmenge in Gramm umgerechnet. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede in den verabreichten Gesamtjodmengen. Diese betrug im Mittel bei Abdomen-Becken-CT und bei Nieren- und Nebennieren-CT-Protokollen 32 g J (SD: 4,3; Range:26–39) bei Leber-CT-Protokollen 35,5 g J (SD: 5,9; Range: 28–48) und bei Pankreas-CT 33,5 g J (SD: 3,6; Range: 28–39).

Eine Optimierung der Kontrastmitteldosierung bzw. Standardisierung des benötigten Enhancements stellt eine Herausforderung dar, da diese von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird. Dies sind:

  • patientenbezogene Faktoren,
  • kontrastmittelabhängige Faktoren,
  • untersuchungs- bzw. geräteabhängige Faktoren.

Patientenbezogene Faktoren

Ein gelungenes Kontrastmittelmanagement ist für die genaue Abklärung einer Fragestellung in der Zielregion essenziell. Aufgrund der Zunahme von CT-Untersuchungen, insbesondere bei Patienten mit höherem Lebensalter, sollten patientenbezogene Faktoren sowie der Allgemeinzustand bei einer geplanten Kontrastmitteluntersuchung stärker berücksichtigt werden. Zu den patientenbezogenen Faktoren zählen

  • Alter,
  • Geschlecht,
  • Gewicht,
  • Größe und
  • bestehende Grunderkrankungen, z. B. 
  • kardiovaskuläre Erkrankungen,
  • Diabetes.

Der Allgemeinzustand, das Alter und die Körpergröße nehmen Einfluss auf die kardiale Auswurfleistung sowie das Blutvolumen.

Die kardiale Auswurfleistung (Herz-Zeit-Volumen, Cardiac Output) ist der bedeutendste patientenbezogene Einflussfaktor auf die Kontrastierung. In Ruhe beträgt das Herzminutenvolumen bei einem gesunden Erwachsenen etwa 4,5–5 l/min. Wenn die kardiale Auswurfleistung erniedrigt ist, kommt es zu einer langsameren Zirkulation und einem Kumulieren des Kontrastmittels in den Herzkammern. Daher muss bei unterschiedlicher kardialer Auswurfleistung eine Adaption der Kontrastmittelapplikation erfolgen.

Das Blutvolumen variiert in Abhängigkeit von Körpergröße und Gewicht. Bei gleicher kardialer Auswurfleistung ist bei einem höheren Blutvolumen (= höherem Körpergewicht) eine höhere Kontrastmitteldosis notwendig, da ein größeres vaskuläres Volumen gefüllt werden muss. Das Kontrastmittel wird während des First Pass durch die größere Blutmenge stärker verdünnt. Ein Ansatz zur Protokolloptimierung ist es, gewichtsabhängige Untersuchungsprotokolle zu erstellen (z. B. S ≤ 55 kg; M 56–95 kg; L > 95 kg).

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier Kontrastmitteldosierung und Optimierungspotenzial in der CT

Aus der Zeitschrift Radiopraxis 02/2020

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