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    Die Umsetzung effizienter Hygienemaßnahmen gestaltet sich in radiologischen Kliniken nicht immer einfach. Bild: Fotolia - © Juri Samsonov

     

Hygiene in radiologischen Kliniken

Im Rahmen der Krankenhaushygiene kommt radiologischen Kliniken eine zentrale Bedeutung zu, die sich durch den großen Patientendurchsatz und den direkten Kontakt zwischen stationären und ambulanten Patienten sowie dem Personal erklärt. Das Spektrum allgemeiner und spezifischer Hygienemaßnahmen sollte dem gesamten ärztlichen und technischen Personal bekannt sein und in der Arbeitsroutine sicher umgesetzt werden können, da das Fehlverhalten bereits eines Einzelnen zur Keimkontaminationen in einer Abteilung und einer Infektionsgefährdung von Mitarbeitern und Patienten führen kann.

Für die Abwicklung von Untersuchungen und Interventionen bei infektiösen Patienten sollten vom Krankenhaushygieniker und hygienebeauftragten Arzt maßgeblich beeinflusste Organisationsstrukturen vorgehalten werden, die angepasste Hygienemaßnahmen auf die richtigen Patienten und das erforderliche Maß sicherstellen, um den Workflow in der radiologischen Klinik möglichst wenig zu unterbrechen. Von besonderer Bedeutung sind regelmäßige hygienische Schulungen bzw. Einweisungen der ärztlichen und technischen Mitarbeiter. Diese sensibilisieren für hygienische Fragestellung, binden alle Beteiligte verantwortlich ein und vermitteln dem individuellen Mitarbeiter Fachkompetenz und Sicherheit in der fallgerechten Anwendung von allgemeinen und spezifischen Hygienemaßnahmen.

Die steigende Prävalenz von multiresistenten Erregern, wie beispielsweise Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) oder multiresistenten Gram-negativen (MRGN) „extended spectrum beta-lactamase“ (ESBL)-Bildnern, stellt eine große Herausforderung im Management dieser Patienten dar. Darüber hinaus sind Infektionen mit diesen Erregern aufgrund eingeschränkter therapeutischer Optionen eine besondere Bedrohung für die betroffenen Patienten. So konnte für MRSA bereits gezeigt werden, das schwere Infektionen (Septikämien) mit MRSA im Vergleich zu Septikämien mit einem Methicillin-sensiblen S. aureus (MSSA) mit einer höheren Mortalität assoziiert sind. Nach derzeitigen Schätzungen ist allein durch MRSA verursacht europaweit von jährlich etwa 170 000 Infektionen und über 5000 Todesfällen auszugehen. Aus Sicht der Kostenträger stellen Infektionen mit multiresistenten Erregern aufgrund der notwendigen Ausweitung therapeutischer Maßnahmen sowie Verlängerung von Liegezeiten überdies ein besonderes Kostenrisiko dar. So werden die europäischen Gesundheitssysteme durch MRSA-Infektionen mit mehr als einer Million zusätzlichen Krankenhaustagen und Kosten von rund 380 Millionen Euro pro Jahr belastet. Diese Entwicklungen haben Aspekte der Krankenhaushygiene zunehmend in den Fokus des Krankenhausbetriebes gerückt, sodass gegenwärtig, angetrieben durch die Änderung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) im August 2011, fachübergreifend die Umsetzung vorbeugender hygienischer Maßnahmen vorangetrieben wird.

Krankenhaushygienische Maßnahmen zielen vor allem darauf ab, die Übertragung von potenziell gefährlichen Erregern zu unterbinden. So hat die Unterbrechung von Infektionsketten (Patient- Pflegekraft-Arzt-Instrument/Gerätschaft), z. B. durch Beachtung der Handhygiene und -desinfektion, eine besondere Bedeutung. In diesem Zusammenhang wird die Rolle der Radiologie innerhalb des Krankenhausbetriebs oftmals unterschätzt. So durchläuft eine erhebliche Anzahl von Patienten nahezu sämtlicher Stationen und Abteilungen eines Krankenhauses die radiologische Abteilung. Zugleich treffen hier vielfach ambulante und stationäre Patienten aufeinander, sodass es zu einem zusätzlichen Eintrag von möglichen Infektionserregern in das Krankenhaus kommen kann und diese in der Folge über ganze Stationen hinweg Verbreitung finden können. Die Notwendigkeit ausreichender Hygienemaßnahmen in der Radiologie ist somit evident. Auf der anderen Seite dürfen unangepasste Hygienemaßnahmen den Arbeitsablauf einer radiologischen Klinik nicht verlangsamen oder unterbrechen, d. h. Art- und Umfang beispielsweise für Raum- und Gerätedesinfektionen sind situationsgerecht anzuwenden. Die Umsetzung effizienter Hygienemaßnahmen gestaltet sich in vielen radiologischen Kliniken jedoch nicht immer einfach. Zum einen fehlt Fachexpertise oder fachspezifisches Personal (z. B. Krankenhaushygieniker, Hygienefachpflegekräfte). Zum anderen sind Radiologen nicht für alle Aspekte der Hygiene ausreichend sensibilisiert.

Den vollständigen Beitrag aus der RöFo lesen Sie hier.

Quelle: RöFo Ausgabe 12 · Volume 184 · Dezember 2012

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