• Niedrigdosis-CT eines Patienten

    Niedrigdosis-CT eines Patienten vor operativem Aortenklappenersatz zur Darstellung aortaler Verkalkungen; diese sind ebenso wie der Aortendiameter gut zu beurteilen (CTDIvol 0,42 mGy, DLP 14,1mGy*cm). (Untersuchung am Siemens SOMATOM Force)

     

Dosisreduktion und Dosismanagement in der Computertomografie – Aktueller Stand

Die Zahl der durchgeführten CT-Untersuchungen steigt seit Jahren an. Zugleich ist die Computertomografie dosiseffizienter geworden. Das Ziel dieses Artikels ist es, einen Überblick über den aktuellen Stand der Dosisreduktion im CT zu geben und derzeit verfügbare Werkzeuge zum Dosismanagement vorzustellen.

Die Computertomografie hat in den letzten Jahrzehnten gegenüber anderen bildgebenden Methoden zunehmend an Bedeutung gewonnen. Laut Daten aus den USA hatte sich 2006 die Anzahl der jährlich durchgeführten CT-Untersuchungen gegenüber den frühen 1980er-Jahren von ca. 3,3 auf rund 67 Millionen vervielfacht. Zugleich hat sich die durchschnittliche, durch alle medizinischen Prozeduren verursachte Pro-Kopf-Strahlenexposition in den USA von rund 0,5 mSv im Jahr 1980 auf ca. 3 mSv im Jahr 2006 versechsfacht und ist damit etwa vergleichbar zur natürlichen jährlichen Pro-Kopf-Strahlenexposition. Dies ist vor allem auf die steigende CT-Untersuchungsfrequenz zurückzuführen, die zwar nur ca. 17 % aller unter Verwendung ionisierender Strahlung durchgeführten bildgebenden Untersuchungen ausmacht, aber 49 % der gesamten Strahlenexposition zugrunde liegt. Daten aus Deutschland bestätigen diesen Trend: So betrug hierzulande im Jahr 2014 der Anteil der Computertomografie an der durch die medizinische Anwendung von Röntgenstrahlung verursachten kollektiven effektiven Dosis laut dem Bundesamt für Strahlenschutz 65 %, obwohl in nur 9 % aller Untersuchungen eine CT durchgeführt wurde. Zugleich ergab sich in Deutschland für die Jahre 2007 – 2014 ein Anstieg der Häufigkeit von CT-Untersuchungen um rund 40 % und infolgedessen eine Erhöhung der durch Röntgenanwendungen verursachten mittleren effektiven Dosis pro Einwohner von ca. 1,4 auf 1,6 mSv. Folglich stellt die CT heute den größten Einzelposten der nicht-natürlichen Strahlenexposition der Einwohner vor allem von Industrieländern dar. 


Warum überhaupt Dosisreduktion?

Angesichts der gestiegenen Pro-Kopf-Strahlenexposition durch CT-Untersuchungen wurden Befürchtungen laut, diese könne einen Anstieg strahlungsinduzierter Krebserkrankungen nach sich ziehen. Demgegenüber steht die Einschätzung, dass es derzeit keine Beweise für negative Auswirkungen der im Rahmen medizinischer Untersuchungen üblichen, mit der natürlichen Strahlenexposition vergleichbaren Expositionen im Bereich einer effektiven Dosis bis 100 mSv auf die menschliche Gesundheit gibt. Die bisweilen angewandte Methode, aus dem fraglichen Risiko solcher Expositionen und der Häufigkeit durchgeführter Untersuchungen eine absolute Anzahl von zusätzlichen Krebserkrankungen abzuleiten, wird daher auch als spekulativ kritisiert. Zugleich gibt es jedoch auch keinen sicheren Schwellenwert, bei dessen Einhaltung Schäden durch Strahlenexposition mit absoluter Sicherheit auszuschließen sind. Zudem muss bedacht werden, dass beispielsweise Patienten mit chronischen Leiden durch wiederholte Untersuchungen kumulativen Dosen von 100 mSv und mehr ausgesetzt sein können. Der Entscheidung zu einer CT-Untersuchung sollte daher stets ein Abwägungsprozess vorangehen, wie es auch die Röntgenverordnung bzw. das 2018 in Kraft tretende Strahlenschutzgesetz fordern. Letztlich ist davon auszugehen, dass der Nutzen einer klinisch-indizierten CT das mögliche Risiko überwiegt, sofern die dabei angewandte Strahlendosis der Fragestellung angemessen ist und weitere Faktoren wie das Alter des Patienten, bereits vorhandene Voruntersuchungen und die Eignung bzw. Verfügbarkeit alternativer Untersuchungsverfahren berücksichtigt werden. Umgekehrt kann der Verzicht auf eine eigentlich indizierte CT-Untersuchung ein Risiko darstellen, da wichtige Diagnosen übersehen werden können.

Trotz der nicht einheitlichen Datenlage sollte angesichts des möglichen Schadenpotenzials bei der Anwendung ionisierender Strahlung im Niedrigdosisbereich das ALARA-Prinzip (As low As Reasonable Achievable) beherzigt und immer mit der niedrigmöglichsten Dosis untersucht werden, welche die zur Beantwortung der Fragestellung ausreichende Bildqualität ermöglicht. Zudem muss der zu erwartende Nutzen das Risiko überwiegen, d. h. eine die Untersuchung rechtfertigende Indikation bestehen. Dosisreduktion an sich ist aber kein Selbstzweck: Eine vermeintlich schonende Low-dose-Untersuchung, die aufgrund der zu geringen Dosis nicht die zur Beantwortung der Fragestellung ausreichende Bildqualität aufweist, schadet dem Patienten, ohne ihm zu nutzen.

Das Ziel dieses Artikels ist es, eine Übersicht über gängige Techniken der Dosisreduktion in der Computertomografie ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu bieten; hierzu sei auf entsprechende weiterführende Literatur verwiesen, wobei zahlreiche neuere Arbeiten detaillierte Einblicke in aktuelle Entwicklungen auf diesem Gebiet der medizinischen Bildgebung vermitteln.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Dosisreduktion und Dosismanagement in der Computertomografie – Aktueller Stand

Aus der Zeitschrift: RöFo 06/2018

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