• Dissektion

     

Dissektionen der zervikalen hirnversorgenden Gefäße

Dissektionen der zervikalen hirnversorgenden Gefäße sind selten (1 – 3 pro 200 000). Allerdings sind sie in ca. 20 % die Ursache für Schlaganfälle bei jüngeren und mittelalten Patienten.

Dissektion. Eine Dissektion entsteht, wenn die innere Schicht der Gefäßwand (Tunica intima) einreißt und damit Blut in die Gefäßwand eindringen kann. Es ist dabei auch möglich, dass sich der Riss bis an die Gefäßoberfläche fortsetzt (transmurale Dissektion).

Ursachen. Zahlreiche Erkrankungen des Bindegewebes sowie genetisch determinierte Syndrome sind mit Dissektionen vergesellschaftet, z. B.:

  • fibromuskuläre Dysplasie
  • Ehlers-Danlos-Syndrom Typ IV
  • Marfan-Syndrom
  • Medianekrose Erdheim-Gsell
  • Osteogenesis imperfecta
Allerdings findet sich bei mehr als 90 % der Patienten keine Ursache.

Spontane und traumatische Dissektionen. Man unterscheidet spontan auftretende von traumatischen Dissektionen. Bei den traumatischen Dissektionen kann ein klares Trauma mit direkter oder indirekter Krafteinwirkung auf die Gefäße benannt oder nachgewiesen werden, z. B. im Rahmen einer Fraktur oder nach chiropraktischen Manövern. In dieser Übersicht sollen aber nur spontane Dissektionen besprochen werden. Allerdings ist anzumerken, dass ein hoher Prozentsatz der Patienten Bagatelltraumen wie abrupte Kopfbewegungen im Vorfeld der Dissektion angeben, diese werden aber gemeinhin ebenfalls den spontanen Dissektionen zugerechnet.

Dissektionen der zervikalen hirnversorgenden Gefäße sind eine wichtige und häufige Ursache für Schlaganfälle bei jungen Patienten.

Pathophysiologie

Schädigungsmuster. Pathophysiologisch sind 3 Schädigungsmuster möglich:

  • Durch die Wandverletzung werden subintimale Strukturen freigelegt, die hochgradig thrombogen sind. Sie sind Ausgangspunkt für thrombembolische Ereignisse.
  • Durch die lokale Stenose oder den Verschluss des Gefäßes durch das Wandhämatom können hämodynamische Beeinträchtigungen entstehen, ohne dass primär thrombembolische Ereignisse auftreten.
  • Bei Fortschreiten der Dissektion oder primärem Auftreten in den intraduralen Gefäßabschnitten ist das Risiko einer Subarachnoidalblutung (SAB) gegeben.
Lokalisationen. Die typische Lokalisation für eine Dissektion der A. carotis interna ist einige Zentimeter distal der Karotisbifurkation, meist setzt sie sich bis an die Schädelbasis fort. An der A. vertebralis ist das V3-Segment am häufigsten Ausgangspunkt einer Dissektion, wahrscheinlich aufgrund der größten Beweglichkeit des Gefäßes an dieser Stelle. Eine weitere wichtige Lokalisation liegt im V1-Segment.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Dissektionen der zervikalen hirnversorgenden Gefäße

Aus der Zeitschrift Radiologie up2date 4/2015

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