• Brustkrebs

     

Digitale Mammografie und ihre Weiterentwicklungen

In definierten Altersgruppen ist die Mammografie sowohl in der Klinik als auch beim Screening ein akzeptables Verfahren. Ihre Einschränkungen liegen – außer der Strahlenbelastung – im Nachweis nicht kalzifizierter Karzinome bei Frauen mit hoher Dichte des Drüsengewebes. Die Tomosynthese, die digitale Kontrastmittelmammografie und die Brust-CT (mit oder ohne Kontrastmittel) führen zu besseren Ergebnissen.

Einleitung

Röntgenmammografie. Die Röntgenmammografie gilt als die einzige für die Erkennung von Brustkrebsvorstufen oder frühen Tumorstadien allgemein als wirksam anerkannte Untersuchungsmethode. Die bei der Diagnostik der weiblichen Brust eingesetzten Mammografiesysteme sind in den letzten 50 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt worden, z. B. durch die Entwicklung der Doppelfokus-Röhre mit kleinem Brennfleck, den Einsatz verschiedener Anodentarget- und Filtermaterialien, die Einführung der Rastertechnik oder die Anwendung speziell für die Mammografie entwickelter Film-Folien-Systeme. Dies alles war verbunden mit einer Umsetzung von Maßnahmen zur physikalisch-technischen Qualitätssicherung.

FFDM. Den vorläufigen Endpunkt dieser Entwicklung stellt der Übergang von der analogen Film-Folien-Mammografie (engl.: „screen-film mammography“, SFM) zur digitalen Vollfeldmammografie (engl.: „full-field digital mammography“, FFDM) dar. Der extrem hohe Dynamikumfang der digitalen Mammografie verbunden mit den Möglichkeiten der digitalen Bildverarbeitung und eine relevante Dosisreduktion aufgrund der höheren Quanteneffizienz der digitalen Detektoren kennzeichnen die offensichtlichen Vorteile der digitalen gegenüber der analogen Bildgebung.

Im 2002 gestarteten bundesweiten Mammografie-Screeningprogramm wie auch im Rahmen von individuellen Früherkennungsuntersuchungen erwiesen sich die Möglichkeiten des schnellen Datentransfers und der digitalen Archivierung als weitere gravierende Vorteile der digitalen Mammografie, sodass die digitale Vollfeldmammografie die analoge Film-Folien-Mammografie so gut wie vollständig abgelöst hat. Zudem haben sich durch die Einführung von europäischen und nationalen Leitlinien die qualitativen Anforderungen an die Mammografie deutlich verändert.

Limitationen. Trotz des erreichten hohen Entwicklungsstandards besitzt auch die digitale Mammografie noch Limitationen – so ist ihre Sensitivität insbesondere bei hoher mammografischer Dichte des Drüsengewebes deutlich eingeschränkt. Es werden daher weiterhin innovative Techniken zur Verbesserung der Brustkrebsdiagnostik erprobt. Zu diesen auf der Basis der digitalen Mammografie aufbauenden Untersuchungsmethoden zählen in chronologischer Reihenfolge die digitale Tomosynthese der Brust, die kontrastmittelgestützte Mammografie und schließlich die spezielle CT der Brust.

Wir möchten im Folgenden einen Überblick über den aktuellen Stand der digitalen Mammografie und ihrer bereits in klinischer Erprobung befindlichen technischen Weiterentwicklungen geben.

Aktuelle Röntgenmammografie

Gerätetechnische Aspekte

Vollfeldsysteme. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts kommen zunehmend digitale Mammografiesysteme in der Röntgenmammografie zum Einsatz. Die wesentliche Neuerung dieser digitalen Systeme besteht in einem Wechsel der Bildempfängersysteme von den bisher benutzten Film-Folien-Systemen hin zu kassettenbasierten Speicherfolien (engl.: „computed radiography“, CR) oder integrierten Detektoren (engl.: „direct radiography“, DR):

  • Die CR-Systeme können bei entsprechender Anpassung der Belichtungsautomatik an allen konventionellen Mammografieeinrichtungen anstelle der analogen Film-Folien-Systeme eingesetzt werden. Hierbei werden die Kassetten mit den Speicherfolien wie analoge Film-Folien-Systeme zur Ausleseeinheit getragen, wobei aus einem latenten Bild ein digitaler Datensatz gewonnen wird.
  • Der Vorteil der DR-Systeme liegt hingegen in der sofortigen Verfügbarkeit der Röntgenaufnahme aufgrund eines direkt im System integrierten Detektors. Hierbei werden je nach Hersteller Systeme mit oder ohne Szintillator unterschieden. Bei den Systemen mit Szintillator (z. B. amorphes Silizium mit Szintillator aus Cäsiumjodid) werden die Röntgenstrahlen primär in sichtbares Licht umgewandelt, das anschließend in ein elektrisches Signal übersetzt wird. Systeme ohne Szintillator (z. B. amorphes Silizium mit Konversionsschicht aus amorphem Selen) wandeln hingegen die Röntgenstrahlen in einem Fotohalbleiter direkt in elektrische Signale um. Prinzipiell bestehen zwischen beiden Systemen keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Bildqualität und der Strahlenexposition.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Digitale Mammografie und ihre Weiterentwicklungen

Aus der Zeitschrift Radiologie up2date 3/2015

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