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    Ein sachgerechter und verantwortungsvoller Einsatz der CT ist absolut notwendig und zwingt Radiologen und MTRA, dosisoptimiert im Sinne des ALARA-Prinzips ("as low as reasonably achievable") zu arbeiten.

     

CT-Strahlenreduktion

Der Einsatz der Computertomografie (CT) als bildgebendes Verfahren in der medizinischen Diagnostik hat in den vergangenen 10 Jahren massiv zugenommen. Einer der Hauptgründe dafür ist die technische Weiterentwicklung der CT-Scanner, die zu einer Ausweitung der klinischen Indikationen führte. Damit verbunden erhöht sich nicht nur der diagnostische Nutzen sondern auch die gesamthafte Strahlendosis für die Patientenpopulation. Um diesem Anstieg der Patientendosis entgegenzuwirken, sind verschiedene Optimierungsmaßnahmen erforderlich. Es ist die Pflicht des Radiologen und der MTRA, die CT verantwortungsvoll, d. h. im Sinne des ALARA-Prinzips („as low as reasonably achievable“), einzusetzen. Die in diesem Artikel vorgestellten Möglichkeiten zur CT-Strahlenreduktion sollen helfen, das gewünschte Ziel der Dosiseinsparung effizient zu erreichen.

Seit der Einführung der Computertomografie (CT) in den frühen 1970er-Jahren hat sich die Methode zu einem der wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Medizin entwickelt und ist heute nicht mehr aus dem klinischen Alltag wegzudenken. Aufgrund der rasanten technischen Weiterentwicklung der CT im vergangenen Jahrzehnt hat die diagnostische Aussagekraft wesentlich zugenommen, sodass dadurch die Behandlungsergebnisse in vielen Teilbereichen der Medizin (z. B. in der Onkologie oder Notfallmedizin) deutlich verbessert werden konnten. Als Folge wird heute die CT immer häufiger für diagnostische Fragestellungen, aber auch therapeutische Eingriffe herangezogen. Zwischen 1998 und 2008 sind die CT-Untersuchungszahlen in der Schweiz um 142 % von 330 000 auf 800 000 Untersuchungen gestiegen. Im Jahr 2008 war die CT für 68 % der jährlichen medizinischen Strahlenexposition in der Schweiz verantwortlich, obwohl die Gesamtzahl der CT-Untersuchungen nur 6 % aller radiologischen Untersuchungen ausmachte. Der Trend der steigenden CT-Untersuchungszahlen ist auch in anderen Industrienationen zu erkennen. In den USA stieg die Anzahl an CT-Untersuchungen in den letzten 15 Jahren um mehr als 10 % pro Jahr und nach aktuellen Schätzungen werden jährlich 74 Millionen CT-Untersuchungen durchgeführt.

Aus der Zunahme der CT-Untersuchungszahlen resultiert ein Anstieg der gesamthaften Strahlenexposition für die Bevölkerung.

Folglich ist ein sachgerechter Einsatz der CT absolut notwendig und zwingt Radiologen und MTRA, dosisoptimiert im Sinne des ALARA-Prinzips („as low as reasonably achievable“) zu arbeiten. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die effektiv und effizient zu einer Dosisreduktion führen.

Krebsrisiko

Die Mehrzahl der heute publizierten Studien zur Einschätzung des Krebsrisikos durch ionisierende Strahlung basiert auf den epidemiologischen Daten der Überlebenden des Atombombenabwurfs in Japan von 1945. Der im Jahr 2006 veröffentlichte BEIR-VII-Report zur Einschätzung der Gesundheitsrisiken durch niedrig dosierte ionisierte Strahlung (< 100 mSv) basiert ebenfalls auf diesen Daten und kommt zu dem Ergebnis, dass eine Strahlenexposition von 100 mSv bei einem von 100 Exponierten zu einem soliden Tumor oder einer Leukämie führen kann. Seit Kurzem liegen nun auch Daten von 2 retrospektiven epidemiologischen Kohortenstudien vor, die zum ersten Mal eine Korrelation zwischen einer CT-Untersuchung und einem leicht erhöhten Krebsrisiko bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigten. Die Studie von Pearce et al. kommt zu dem Ergebnis, dass eine CT-Untersuchung mit einer kumulierten Dosis von 50 – 60 mGy bei Kindern und Jugendlichen bis 22 Jahren das Risiko einer Leukämie oder eines Hirntumors etwa dreifach erhöhen kann. Eine zweite Veröffentlichung von Mathews et al. ermittelte ebenfalls eine leicht erhöhte Inzidenzrate für Krebs bei australischen Kindern und Jugendlichen bis 19 Jahren, die mindestens eine CT-Untersuchung erhalten haben. Einschränkend gilt für beide Studien, dass möglicherweise die Erkrankung der Kinder und Jugendlichen nicht nur die Indikation für die CT-Untersuchungen darstellte, sondern evtl. auch Ursache des höheren Krebsrisikos war.

Basierend auf diesen aktuellen Studienergebnissen steht der Radiologe mehr denn je in der Pflicht, den klinischen Nutzen einer CT-Untersuchung gegen die potenziellen Risiken einer Strahlenexposition abzuwägen.
Die Indikation muss streng geprüft werden. Des Weiteren ist die Modalität mit der geringsten Strahlenbelastung auszuwählen. Der Verzicht auf eine CT-Untersuchung, bei der nur eine unzureichende klinische Indikation vorliegt, ist der effektivste Weg, um eine Strahlenexposition zu vermeiden. Für Radiologen und ihre klinischen Zuweiser gibt es verschiedene Orientierungshilfen im Sinne von Zuweisungsrichtlinien, die von nationalen radiologischen Fachgesellschaften publiziert wurden (z. B. Royal College of Radiologists, American College of Radiology, Société Française de Radiologie). Diese Zuweisungsrichtlinien sollen helfen, diejenigen bildgebenden Verfahren auszuwählen, die für die jeweilige Fragestellung in Bezug auf Strahlendosis und Kosten am besten geeignet sind.

Lesen Sie hier den kompletten Fortbildungsartikel zur CT-Strahlenreduktion aus der Zeitschrift Radiologie up2date 2/2014.

Radiologie up2date Mehr Informationen

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