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CT-Morphologie der COVID-19-Pneumonie

Die durch SARS-CoV-2 verursachte Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) hat inzwischen den Status einer Pandemie erreicht. Der definitive Nachweis erfolgt über die RT-PCR aus Proben der oberen oder unteren Atemwege. Die Morphologie der COVID-19-Pneumonie in der CT ist bemerkenswerterweise bei vielen Patienten ähnlich, sodass sie die Diagnosestellung unterstützen kann. Zudem ermöglicht die CT eine Bestimmung des Ausmaßes der Parenchymveränderungen, eine Verlaufsbeurteilung und die Erkennung evtl. Komplikationen. In diesem Bildessay wird die CT-Morphologie der COVID-19-Pneumonie beschrieben.

Gemäß der Statements der nationalen und internationalen thoraxradiologischen Gesellschaften ist die bildgebende Methode der Wahl bei Patienten mit Verdacht auf oder gesicherter COVID-19-Pneumonie die CT des Thorax. Die Thoraxübersichtsaufnahme ist initial nicht empfohlen, da ihre Sensitivität zu gering ist. Sie kann jedoch bei Verlaufskontrollen zum Einsatz kommen. Die CT sollte als native dünnschichtige Volumen-CT in Niedrigdosistechnik durchgeführt werde. Allerdings mehrt sich die Evidenz, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 zu einer Hyperkoagulopathie mit vermehrtem Auftreten von thrombotischen und embolischen Ereignissen führt. Bei steigendem Wert der D-Dimere oder anderweitigen Verdachtsmomenten auf eine Lungenembolie sollte daher Kontrastmittel verabreicht werden.

CT-Morphologie der COVID-19-Pneumonie

Die Morphologie der COVID-19-Pneumonie in der CT ist bemerkenswerterweise bei vielen Patienten ähnlich. Meist liegen Milchglastrübungen oder ein Mischbild aus Milchglastrübungen und Konsolidierungen vor. Die Milchglastrübungen können von einem feinen Netzmuster (Retikulationen) überlagert sein, was als Crazy Paving bezeichnet wird. Vielfach ist beschrieben, dass die Gefäße innerhalb der Verdichtungen oder periläsional dilatiert sind. Die Konfiguration der Verdichtungen ist häufig rund, geografisch oder streifig. Die Peripherie der posterioren Unterlappen ist meist dominant betroffen. Die Läsionen sind in der Regel multifokal und bilateral. Insgesamt erinnert das Bild an eine (kryptogen) organisierende Pneumonie. Mit zunehmendem Schweregrad der Erkrankung nehmen die Konsolidierungen zu und das Milchglas tritt in den Hintergrund. Im Extremfall kann es zum Bild eines diffusen Alveolarschadens (diffuse alveolar damage, DAD) kommen.

Liegt die beschriebene CT-Morphologie vor, kann in Zeiten einer hohen Umgebungsprävalenz (Pandemie) und passender klinischer Symptomatik mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer COVID-19-Pneumonie ausgegangen werden. Dies ist hilfreich, da die Sensitivität der CT höher sein kann als die des Goldstandards der Reversen Transkriptase-Polymerasekettenreaktion (RT-PCR). In einer jüngst veröffentlichten Studie aus Italien war die RT-PCR bei 96 von 158 Patienten initial negativ, die CT bei 42 dieser 96 Patienten positiv. Andererseits schließt eine unauffällige CT COVID-19 nicht aus.

Zu bedenken ist, dass nicht alle Patienten die oben beschriebene suggestive Morphologie zeigen. Es kann auch das unspezifische Bild einer atypischen Pneumonie vorliegen, das keinen Rückschluss auf den Erreger erlaubt. Wertvoll zu wissen ist, welche Zeichen bisher bei der COVID-19-Pneumonie nicht gesehen wurden. Hierzu gehören Noduli, Tree-in-Bud, Kavernen, Bronchialwandverdickungen und Mucus Plugging. Pleuraergüsse oder eine mediastinale Lymphadenopathie wurden nur bei unter 10% der Patienten beobachtet.

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier CT-Morphologie der COVID-19-Pneumonie
Aus der Zeitschrift Radiologie up2date 02/2020

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