• Thieme Verlagsgruppe: Thomas Möller

    Das Multi-Detektor-CT (MDCT) löst zunehmend das konventionelle Röntgen in der bildgebenden Primärdiagnostik ab. Das gilt z. B. auch bei einem Notfall mit Verdacht auf ein Wirbelsäulentrauma.

     

Durch optimale Positionierung des Patienten Strahlenbelastung senken

Das Multi-Detektor-CT (MDCT) löst zunehmend das konventionelle Röntgen in der bildgebenden Primärdiagnostik ab. Das gilt z. B. auch bei einem Notfall mit Verdacht auf ein Wirbelsäulentrauma. Je mehr das CT in den Vordergrund rückt, desto mehr Bedeutung gewinnt die Reduktion der Strahlenbelastung, die zum einen durch technische Fortschritte, aber auch andere Maßnahmen wie eine spezielle Lagerung des Patienten erreicht werden kann.

Was die Halswirbelsäule betrifft, müssen besondere anatomische Gegebenheiten in der Planung des CT-Protokolls berücksichtigt werden. Eine Herausforderung vor allem für strahlenreduzierte Protokolle stellt die Darstellung des zervikothorakalen Übergangs dar, weil sich die Form der Wirbel in diesem Bereich von dem in proximalen zervikalen Wirbelsäulenregionen deutlich unterscheidet. Sie sind distal elliptisch geformt, während die oberen Halswirbel einen runden Querschnitt aufweisen. Dazu kommt, dass die Armposition Auswirkungen auf die Geometrie des Schultergürtels hat. Eine optimale Lagerung des Patienten könnte dazu beitragen, Artefakte zu minimieren und strahlenreduziert zu arbeiten, auch im unteren Halswirbelbereich.

In einer aktuellen Studie verglichen die Radiologen Fabinan Mück und Kollegen aus München den Einfluss von 2 verschiedenen Armpositionen auf die Strahlenexposition und Bildqualität des CTs bei Patienten, die wegen eines Halswirbelsäulentraumas untersucht wurden.

Bei 126 Patienten wurde die Standardposition gewählt und bei 254 Patienten die sogenannten „Schwimmerposition“. Die Einteilung in die Gruppen erfolgte nach dem BMI, dem anterior-posterioren Durchmesser, dem Seit-zu-Seit-Durchmesser, der Fläche einer Patienten-Ellipse und dem Winkel zwischen den Humerusköpfen (< 3 ° in der Standardgruppe und > 10 ° in der Schwimmergruppe). Analysiert wurden die Korrelationen zwischen diesen Kriterien und den Dosiseffekten sowie die Korrelation zwischen den beiden beurteilenden Radiologen.

Letztere war mit 0,87 so hoch, dass in der weiteren Auswertung nicht differenziert wurde. Die stärkste Auswirkung auf die notwendige Strahlendosis hatte die BMIEinteilung, gefolgt vom Schultergürtel- Winkel. Der CT-Dosisindex einer optimalen Standardposition (Schultergürtelwinkel < 3 °) im Vergleich zu einer optimalen Schwimmerposition (Schultergürtelwinkel > 10 °) betrug in der BMI-Subgruppe 1 (Untergewicht) 3,17 mGy vs. 2,46 mGy, in der BMI-Subgruppe 2 (Normalgewicht) 5,47 vs. 3,97 mGy, in der BMI-Subgruppe 3 (Übergewicht) 7,35 vs. 5,96 mGy und in
der BMI-Subgruppe 4 (Adipositas) 8,71 vs. 8,18 mGy.

Die mittlere Bildqualität auf dem Level CV7/T1 bewerteten die beiden Radiologen mit einer semiquantitativen Skala (0 = nicht diagnostisch, 1 = eingeschränkt diagnostisch, 2 = uneingeschränkt diagnostisch) mit 1,65 vs. 1,23 (BMI-Subgruppe
1), 1,27 vs. 1,46 (BMI-Subgruppe 2), 1,06 vs. 1,46 (BMI-Subgruppe 3) und 0,79 vs. 1,5 (BMI-Subgruppe 4).

Fazit

Eine optimale Positionierung der Patienten erlaubt nach Meinung der Autoren, die Strahlendosis bei der CT-Untersuchung der HWS zu vermindern. Patienten mit einem BMI > 20 kg / m2 (Subgruppen 2–4) können von einer Dosisreduktion profitieren bei verbesserter Bildqualität im zervicothorakalen Übergang, wenn die Schwimmerposition gewählt wird.

Martin Bischoff, Planegg (Medizinjournalist)

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