• Luft anhalten MRT

     

Bei angehaltenem Atem ist im MRT mit den geringsten Bewegungsartefakten zu rechnen

Im MRT mit Herz-getriggerten und EKG-synchronisierten Echo-Puls-Sequenzen lassen sich physiologische Rückenmarksbewegungen gut darstellen. Die Atmung scheint der größte Einflussfaktor auf die Bewegungen zu sein, während der Einfluss des Herzzyklus nur gering ist, so die Autoren. Halten die Patienten während der Aufnahme den Atem an, werden am wenigsten Rückenmarksbewegungen registriert.

Die erst kürzlich nachgewiesenen physiologischen Rückenmarksbewegungen könnten die Beurteilung morphologischer Rückenmarksveränderungen im MRT erschweren. Die Arbeitsgruppe von S. Winklhofer et al. von der Abteilung für Neuroradiologie der Universität Aachen untersuchte bei gesunden Probanden den Einfluss von Herzaktion und Atmung auf die Rückenmarksbewegungen im MRT.

Vor kurzem wurden in Studien physiologische Bewegungen des Rückenmarks im Spinalkanal in alle 3 Richtungsachsen nachgewiesen. Verantwortlich dafür ist der den venösen Plexus umgebende pulsabhängige Liquor. Die periodischen Bewegungen des Rückenmarks sowie Pulsationsartefakte erschweren aber unter Umständen die morphologische Beurteilung. Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist als Standardmethode zur Bildgebung des Rückenmarks anerkannt, da pathologische Veränderungen wie Myelopathien, Rückenmarkstumoren oder demyelinisierende Läsionen mit dem MRT im Vergleich zu anderen Bildgebungen sensitiver und spezifischer dargestellt werden können.

An der Untersuchung nahmen 16 gesunde junge Probanden teil, die im Mittel 25 Jahre alt waren. Mittels Herz-getriggerten und EKG-synchronisierten Echo-Puls-MRT-Sequenzen wurden bei allen die Rückenmarksbewegungen im Spinalkanal erfasst. Dabei wurden die Aufnahmen jeweils mit angehaltenem Atem, normaler Atmung und forcierter Atmung durchgeführt. Die atemabhängigen Unterschiede wurden mit den Herzzyklus-bedingten Rückenmarksbewegungen verglichen. Außerdem wurde eine Normwerttabelle für zervikale, thorakale und lumbale Rückenmarksbewegungen erstellt.

Es zeigten sich signifikante Unterschiede im Ausmaß der Rückenmarksbewegungen zwischen den Aufnahmen bei Atemstillstand und den beiden atemabhängigen Aufnahmen (p < 0,01). Die stärksten Rückenmarksbewegungen zeigten sich bei forcierter kräftiger Atmung mit Höchstwerten im Zervikalsegment C5 (Mittelwert 2,1 mm ± 1,17 mm). Während des Atemanhaltens waren die Bewegungen am geringsten ausgeprägt (Mittelwert 0,18 bis 0,20 mm), was auf einen sehr geringen Einfluss des Herzzyklus schließen lässt.

Aus der Zeitschrift Neuroradiologie Scan 1/2015, Bei angehaltenem Atem ist im MRT mit den geringsten Bewegungsartefakten zu rechnen von S. Winkelhofer, F. Schoth, P. Stolzmann et al.

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