• Fallbeispiel eines echten Aneurysmas der A. lienalis

    Fallbeispiel eines echten Aneurysmas der A. lienalis

     

Aneurysmen und Pseudoaneurysmen viszeraler Arterien – interventionelle Therapie

Aneurysmen der Viszeralarterien sind zumeist asymptomatisch, können jedoch im Rahmen einer Ruptur lebensbedrohlich und akut interventionsbedürftig werden. Der vorliegende Beitrag führt deshalb eine Evaluation der Erfahrungen in der interventionellen endovaskulären Therapie von inzidentellen und symptomatischen Aneurysmen der viszeralen Gefäße in der elektiven sowie der Notfallsituation durch.

VAA (Aneurysmen und Pseudoaneurysmen der viszeralen Abgänge der abdominalen Aorta) sind seltene vaskuläre Pathologien mit einer Prävalenz von durchschnittlich 1 % (0,1 – 10,0 %). Aneurysmen der Viszeralarterien sind zumeist asymptomatisch und daher inzidentelle Nebenbefunde im Rahmen von CT- oder MRT-Untersuchungen (Untersuchungen mittels Computer- oder Magnetresonanztomografie). Sie können jedoch im Rahmen einer Ruptur lebensbedrohlich und akut interventionsbedürftig werden. VAA können abhängig von Lokalisation, Konfiguration, Komorbiditäten und akutem klinischem Zustand des Patienten chirurgisch oder interventionell versorgt werden. Insbesondere bei Vorliegen umfangreicher Komorbiditäten wird die endovaskuläre Versorgung bevorzugt.

Die vorliegende retrospektive Studie analysiert die Erfahrungen der interventionellen Therapie von VAA einschließlich der Äste der A. (Arteria) renalis über einen 5-Jahres-Zeitraum von 2011 – 2015. Dabei wird besonderes Augenmerk auf den technischen Erfolg, die periprozedurale Morbidität und mögliche Unterschiede zwischen wahren und Pseudoaneurysmen gelegt.

Material und Methoden

Als Ausgangskollektiv wurden alle VAA auf Basis einer Recherche nach dem Terminus „Aneurysma“ im hauseigenen radiologischen Informationssystem ermittelt. Von den 1187 Treffern betraf die überwiegende Mehrzahl zerebrale Pathologien, ferner Aneurysmen der thorakalen und abdominalen Aorta, der Beckenstrombahn und der A. poplitea. Diese Fälle wurden von der weiteren Auswertung ausgeschlossen. Insgesamt wurden 48 Eingriffe bei 38 Patienten identifiziert, bei denen VAA behandelt wurden. Eingeschlossen wurden dabei alle (Pseudo-)Aneurysmen der Stromgebiete folgender Gefäße:

  • Truncus coeliacus
  • A. mesenterica superior et inferior
  • A. lienalis
  • Aa. (Arteriae) renales

Wahre Aneurysmen und Pseudoaneurysmen wurden mittels klinischer und bildmorphologischer Kriterien differenziert:

  • Postoperative, posttraumatische und inflammatorisch bedingte Gefäßerweiterungen wurden aufgrund der Pathogenese als „Pseudoaneurysmen“ gewertet.
  • Demgegenüber wurden Aneurysmen auf dem Boden einer Vaskulitis und der tuberösen Sklerose sowie atherosklerotisch bedingte degenerative Aneurysmen als „wahre Aneurysmen“ klassifiziert.
  • Wurde ein Aneurysma detektiert, dessen Genese in Zusammenschau fehlender anderer ätiologischer Faktoren und bei passendem Patientenalter sowie weiteren atherosklerotischen Gefäßveränderungen in den vorliegenden Untersuchungen nicht anderweitig eingeordnet werden konnte, so wurde es als „atherosklerotisch degenerativ“ klassifiziert.

Ausgewertet wurden Daten über Patientenalter und -geschlecht, die Anzahl von Aneurysmen je Patient und die Behandlungshäufigkeit. Die Aneurysmagröße sowie eine etwaige aktive oder stattgehabte Blutung wurden dokumentiert. Dabei wurde auch die Genese der behandelten Aneurysmen unterschieden. Es erfolgte eine Differenzierung nach der Aneurysmalokalisation. Eine bestehende assoziierte Symptomatik wurde erfasst. Die Behandlungen wurden in Eingriffe während der Routinearbeitszeit und solche während der Dienstzeit gruppiert. Die beiden Behandlungsgruppen wurden hinsichtlich der Erfolgsrate sowie der periprozeduralen Morbidität verglichen. Es wurden verwendete Materialien und Techniken aller Interventionen evaluiert. Der Anteil der primär erfolgreichen Interventionen sowie die Rate an Reinterventionen wurde bestimmt. Technischer Erfolg wurde als Ausschalten des aneurysmatischen Gefäßsegments oder des zu- bzw. abführenden Gefäßes mit postinterventionell nachweisbarem Perfusionsausfall des (Pseudo-)Aneurysmas gewertet. Daneben erfolgte die Auswertung der interventionsassoziierten Komplikationen, definiert als unmittelbar mit der Intervention zusammenhängende Veränderungen in einem zeitlichen Zusammenhang von maximal 30 Tagen post interventionem. Dabei wurde anhand der Klassifikation der SIR (Society of Interventional Radiology) in Minor- und Majorkomplikationen eingeteilt. Es wurden Art und Dauer der Nachsorge im Hause sowie der entsprechende Behandlungserfolg im posttherapeutischen Verlauf registriert. Die Datenerhebung erfolgte anhand der digital archivierten Patientendaten inklusive Arztbriefen, radiologischen Befunden sowie Laborergebnissen.

Die Interventionen wurden von insgesamt 6 interventionell tätigen Radiologen der Abteilung durchgeführt, die alle mehrjährige Erfahrung mit der endovaskulären Behandlung von Aneurysmen haben.

Der statistische Vergleich von Häufigkeitsunterschieden zwischen 2 Gruppen erfolgte mittels Chi-Quadrat-Test für nominalskalierte Variablen, Merkmalsvergleiche zwischen nicht normal verteilten unabhängigen Gruppen mittels U-Test. Dabei wurde ein Signifikanzniveau von p = 0,05 festgelegt.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Aneurysmen und Pseudoaneurysmen viszeraler Arterien – interventionelle Therapie

Aus der Zeitschrift: Gefäßmedizin Scan 01/2018

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Quelle

Gefäßmedizin Scan
Rubert Bauersachs, Eike Sebastian Debus, Ralph-Ingo Rückert, Michael UderGefäßmedizin Scan

Zeitschrift für Angiologie, Gefäßchirurgie, diagnostische und interventionelle Radiologie

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