•  

Abklärung, Bildgebung und Differenzialdiagnose bei Myokarditis

Die Myokarditis ist definiert als histologisch, immunologisch oder immunhistochemisch nachgewiesene entzündliche Erkrankung des Myokards. Entzündlichen myokardialen Veränderungen können verschiedene infektiöse und nicht infektiöse Ursachen zugrunde liegen. Die tatsächliche Inzidenz der Myokarditis für die Allgemeinbevölkerung ist nicht exakt bekannt. Bei jungen Erwachsenen ist die Myokarditis für ca. 9 % der plötzlichen Herztode verantwortlich . In großen epidemiologischen Studien über alle Altersgruppen liegt die todesfallassoziierte Inzidenz der Myokarditis zwischen 0,15 und 0,46 pro 100 000 Personenjahre. Die richtige Diagnose frühzeitig zu stellen, beeinflusst den Krankheitsverlauf und die Prognose der Patienten, wird häufig jedoch durch die sehr heterogene klinische Präsentation erschwert. Beispielsweise wurde nach einer vollständigen diagnostischen Aufarbeitung bei 4,5 % der Patienten mit der initialen Diagnose „unklare Kardiomyopathie“ abschließend eine Myokarditis diagnostiziert.

Ätiologie, Pathophysiologie und Klassifikation

Ätiologie und Verlauf. Ätiologisch können diverse infektiöse und nicht infektiöse Ursachen zu einer myokardialen Inflammation führen (Tab. [1]), wobei ca. 50 % der Myokarditiden viral-infektiös verursacht sind [4]; häufig sind z. B. Enteroviren, Adenoviren, das humane Herpesvirus 6 (HHV-6), das Parvovirus B19 und das Epstein-Barr-Virus [5] [6]. Zwar ist die Pathophysiologie nicht für alle Ätiologien vollständig verstanden, allgemein wird der Verlauf einer viralen Myokarditis jedoch in 3 Phasen unterteilt [6]:

In der ersten, akuten Phase dringen die Viren u. a. über CAR (Coxsackievirus- und Adenovirusrezeptor) in die Myozyten ein [6]. Durch die Virusreplikation entstehen myozytäre Nekrosen, intrazelluläre Antigene werden exponiert und die Immunabwehr nicht virusspezifisch aktiviert. Diese erste Phase dauert ca. 1 – 7 Tage.

Die zweite, subakute Phase, die ca. 1 – 4 Wochen dauert, ist durch eine spezifische Immunabwehr u. a. mit Aktivierung von virusspezifischen T-Lymphozyten gekennzeichnet.

Die dritte Phase dauert Monate bis Jahre und ist im klinischen Verlauf sehr variabel.

In zwei Drittel der Fälle kommt es zu einer Restitutio ad integrum [7]. Im Fall einer persistierenden Immunantwort und Ausbildung einer myokardialen Fibrose kann letztlich eine dilatative Kardiomyopathie entstehen [1]. Hierbei scheint die Persistenz des viralen Genoms prognostisch eher ungünstig zu sein [8].

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Abklärung, Bildgebung und Differenzialdiagnose bei Myokarditis

Aus der Zeitschrift: Radiologie up2date 1/2016

 

Call to Action Icon
Radiologie up2date kennenlernen Jetzt kostenlos testen

Thieme Newsletter

  • Jetzt zum Newsletter anmelden!

    Jetzt kostenlos anmelden

    Mit brandaktuellen News und Neuerscheinungen, Schnäppchen und tollen Gewinnspielen sind Sie up to date und immer einen Schritt voraus.

Quelle

Radiologie up2date
Radiologie up2date

EUR [D] 128,00Zur ProduktseiteInkl. gesetzl. MwSt.

Buchtipps

Radiologische Diagnostik Abdomen und Thorax
Gabriele A. Krombach, Andreas H. MahnkenRadiologische Diagnostik Abdomen und Thorax

Bildinterpretation unter Berücksichtigung anatom. Landmarken u. klin. Symptome

EUR [D] 137,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Radiologische Diagnostik der Thoraxerkrankungen
Sebastian Lange, Michael MontagRadiologische Diagnostik der Thoraxerkrankungen

Lehrbuch und Atlas

EUR [D] 41,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Thoraxdiagnostik
Dag Wormanns, Jürgen Biederer, Beate RehbockThoraxdiagnostik

EUR [D] 137,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Top 3 Differenzialdiagnosen in der Radiologie
William T. O'BrienTop 3 Differenzialdiagnosen in der Radiologie

Ein fallbasiertes Trainingsbuch

EUR [D] 91,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.