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Mit der Zentralisation besser diagnostizieren und prognostizieren

Immer mehr Klassifikationssysteme für Patienten mit spinalen Schmerzen integrieren die Zentralisation. Sie ist ein nachweislich zuverlässiges Instrument. Unsere Schwerpunktautoren Helen Clare und Stephen May meinen, dass sie fest zur Untersuchung gehören sollte.

Erfüllt ein Bewertungsinstrument bestimmte Kriterien, ist es für Kliniker nützlich. Die Voraussetzungen sind: gruppenübergreifende Definition, tritt bei den meisten Patienten mit spinalen Schmerzen auf, ist zuverlässig identifizierbar und seine Identifikation dient der Behandlung, Prognose oder Diagnose. Es gibt zwei systematische Reviews zu diesem Thema. Sie legen nahe, dass die Zentralisation die Kriterien erfüllt. Kliniker sollten die Zentralisation bei Patienten mit spinalen Schmerzen in die Untersuchung fest einbauen.

Im Baseline-Assessment ist der Befund der Directional Preference oder Zentralisation nachweislich ein aussagekräftiger Indikator für die Behandlung und die funktionellen Ergebnisse. Setzt man Zentralisation und Directional Preference ein, lässt sich eine Untergruppe identifizieren: Patienten mit unspezifischen mechanischen spinalen Symptomen. Sie sprechen erwiesenermaßen auf Übungen mit spezifischer Richtung besser an als auf unspezifische Übungen. Mehrere spinale Klassifikationssysteme nutzen klinisch induzierte Symptomveränderungen, um die Behandlung und Prognose festzulegen.

Studienergebnisse

Laut mehrerer Studien gibt es einen Zusammenhang zwischen Zentralisation und diskogenen Pathologien respektive zwischen Nichtzentralisation und nicht-diskogenen Pathologien. Die Studien verglichen die Reaktionen auf eine Diskografie mit Zentralisation/Peripheralisation. Donelson et al. fanden einen signifikanten Zusammenhang zwischen positiver Diskografie und Zentralisation (p<0,004) oder Peripheralisation (p<0,001). Ausbleibende Symptomveränderungen bedeuten, dass die Diskografie wahrscheinlich negativ ist (p<0,001). Die Studie stellte einen direkten Zusammenhang zwischen der Zentralisationsreaktion und einer intakten Anuluswand fest. Weitere Studien verglichen MRT- und CT-Befunde mit Schmerzreaktionen. Sie kamen jedoch zu dem Ergebnis, dass bei fortgeschrittenen Bandscheibenpathologien (wie Extrusion und Sequestration) sehr häufig eine Zentralisation stattfindet. Woraus sich schließen lässt, dass derartige mit Zentralisation assoziierte Bandscheibenpathologien unklar bleiben. Zentralisation tritt nicht bei einer Blockade der lumbalen Facettengelenke auf. Sie zeigt sich jedoch bei diskogen verursachtem Schmerz und wenn das Aufstehen aus dem Sitz schmerzhaft ist.

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Quelle: manuelletherapie 1/2015; Mit der Zentralisation besser diagnostizieren und prognostizieren

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