• Regenerationsmanagement im Sport

     

Regenerationsmanagement im Sport

Massage, Eisbad oder Ausruhen – Es gibt viele beliebte Regenerationsmethoden. Sportler nutzen beispielsweiseSauna und Massagen als Erholung nach dem Wettkampf. Was ist effektiv? In einem Verbundprojekt untersuchtenSportwissenschaftler, wie sich unterschiedliche Erholungsmaßnahmen auf die Leistung der Sportler auswirken.

REGman – die Studie

Im Jahr 2011 schrieb das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) nach Konsultation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Spitzenverbänden des Sports das Wissenschaftliche Verbundprojekt Leistungssport (WVL) „Optimierung von Training und Wettkampf: Regenerationsmanagement im Spitzensport“ aus. Der Kurztitel des Projekts lautet „Regenerationsmanagement“, als Akronym „REGman“. Zur Umsetzung wurde es an die Universität des Saarlandes (Sportmedizin), die Ruhr-Universität Bochum (Trainingswissenschaft und Sportpsychologie) und die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (Trainingswissenschaft) vergeben. Insgesamt über 20Einzelstudien und verschiedene Maßnahmen befassten sich im Wesentlichen mit drei Schwerpunkten:

  • Messung von Erholtheit und Regenerationsbedarf („Monitoring“)
  • Maßnahmen zur beschleunigten Regeneration („Interventionen“)
  • Transfer in Praxis und Wissenschaft

Richtschnur für die Studieninhalte waren die von den Verbänden im Vorfeld der Ausschreibung formulierten Bedarfe und Schwerpunkte, z. B. häufig eingesetzte Messtechniken (Monitoring) und als vielversprechend angesehene Verfahren (Interventionen). Mittlerweile wurde das Projekt um vier Jahre verlängert, weil sich eine vertiefende Bearbeitung verschiedener Aspekte als notwendig erwiesen hat. In den Jahren 2017–2020 sollen folgende Themenfelder besonders adressiert werden:

  • Individualisierung in der Erholtheitsdiagnostik (individuelles Monitoring) und zwischen Sportlern variables Ansprechen auf regenerationsfördernde Maßnahmen
  • Sportart- und Settingspezifität: Orientierung an sportartspezifischen Zielstellungen und Bedingungen, Untersuchung der Regeneration in sportarttypischen Zeitabläufen
  • neuartige Interventionen, die 2011 noch nicht benannt wurden: z. B. Foam Rolling, Power Nap

Diese Übersicht soll zusammenfassen, welche Erkenntnisse sich für das Regenerationsmanagement im Leistungssport bislang ergeben haben.

Definition „Regenerationsmanagement“

Auch wenn die Abschnitte Monitoring und Intervention im Projekt zeitlich separiert wurden, gehören beide zu einemangemessenen Management von Regenerationsprozessen. So ist es wichtig, jene Sportler zu identifizieren, die einen besonderen Erholungsbedarf haben. Gleichzeitig ist es bedeutsam, jenen Sportlern ihr „normales“ Training zukommen zu lassen, die akut nicht regenerationsbedürftig sind. Weiterhin gehört eine optimale Auswahl von regenerationsfördernden Maßnahmen zum Regenerationsmanagement, um die betroffenen Sportler angemessen zu unterstützen. Selbstverständlich verbieten sich sämtliche Substanzen und Maßnahmen, die auf der Dopinglisteverzeichnet sind. Darüber hinaus ist es geboten, auch bei nicht dort gelisteten Maßnahmen zu erwägen, ob sie den ethischen Maßnahmen genügen, die an eine leistungssportliche Betreuung gestellt werden – z. B. im Leitbild des DOSB für seine Physiotherapeuten.

Abschätzung des Erholungsbedarfes (Monitoring)

Ermüdung (und damit – umgekehrt betrachtet – Erholtheit) ist ein kompliziertes Phänomen, das durch sportliche Aktivität induziert werden kann und auf verschiedenen Ebenen stattfindet, z. B. neuromuskulär, muskulär-metabolisch, vegetativ, zentralnervös. Zudem weisen Ermüdungsprozesse auf diesen Ebenen verschiedene Zeitverläufe auf, das heißt, eine Ebene erholt sich schneller als die andere. Man wird schnell Einigkeit erzielen, dass die „Art der Ermüdung“ eines Tischtennisspielers von der eines Radrennfahrers erheblich abweicht. Vermutlich ist die Kombination der Ermüdungsebenen und ihrer jeweiligen Beanspruchung zwischenbeiden Sportlern unterschiedlich. Und es ist eine Binsenweisheit, dass ein Marathonläufer noch nicht kompletterholt und fit für den nächsten Lauf ist, wenn sich seine Muskulatur wieder normal anfühlt. Insofern sollte klar geworden sein, dass ein Erholtheitsmonitoring immer sportartspezifisch, zumindest aber sportartgruppenspezifisch (z. B. sind Fußball und Feldhockey ungefähr vergleichbar) sein muss. Es ist unerlässlich, eine gründliche Analyse des sportartspezifischen Beanspruchungsprofils durchzuführen, aus der sich die voraussichtliche Kombination der Ermüdungsebenen nach erschöpfendem Sporttreiben ergibt. So kann man beispielsweise annehmen, dass in zyklischen Langzeitausdauersportarten (Laufen, Radfahren, Freiwasserschwimmen) die Beanspruchung des Energiestoffwechsels, des Herz-Kreislauf-Systems und ggf. desvegetativen Nervensystems bestimmend ist. Demgegenüber wird bei einem Dreispringer eher eine lokalmuskuläre Ermüdung vorliegen. Nach diesem Profil müssen natürlich auch die Parameter ausgewählt werden, die man zur Erholtheitsdiagnostik heranzieht, denn sie sollten schwerpunktmäßig die beanspruchten Ebenen abbilden.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Regenerationsmanagement im Sport

aus der Zeitschrift: Sportphysio 1/2018

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