• Pusher-Symptomatik 1

    Schwer zu behandeln: die Pusher-Symptomatik.

     
  • Pusher-Symptomatik 4

    In der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen haben Physiotherapeutinnen zusammen mit Neuropsychologen eine standardisierte Untersuchung und Skalierung für die Pusher-Symptomatik entwickelt.

     
  • Pusher-Symptomatik 2

    Zudem erarbeiteten sie einen erfolgreichen Behandlungsansatz.

     
  • Pusher-Symptomatik 3

    Des Weiteren konnten sie die Hirnregion identifiziert, die regelhaft bei Patienten mit Pusher-Symptomatik geschädigt ist.

     

Pusher-Symptomatik

PHYSIOPRAXIS.REFRESHER: Hirnläsionen haben sehr unterschiedliche Entstehungsursachen und Folgen. Ein besonders überraschendes und schwer zu behandelndes Phänomen ist die Pusher-Symptomatik.

1 Hintergrund
Die Erholungszeit nach einem Schlaganfall ist sehr unterschiedlich (Pedersen et al. 1996). Patienten können in der Regel auch mit einer ausgeprägten Halbseitenlähmung nach wenigen Tagen frei an der Bettkante sitzen und nach der Rehabilitation mithilfe eines Stockes gehen. Patricia Davies (1985, 2000) beobachtete und beschrieb als Erste Patienten, die mit besonderer Mühe vom Liegen zum Sitzen und häufi g gar nicht zum Gehen gebracht werden konnten. Das auffälligste Merkmal dieser Patienten war ihre zur gelähmten Seite geneigte Körperposition und der massive Widerstand, den diese Patienten einer passiven Korrektur durch die Therapeutin entgegensetzten. Betroffene Patienten drücken sich im Sitzen und Stehen mit aller Kraft zur gelähmten Seite hin (a Abb. 1a–b). Häufi g führt dieses Verhalten zum Umfallen.

Dieses aktive Drücken, das Pat Davies in Kombination mit anderen Störungen wie Neglekt, Aphasie oder Aufmerksamkeitsstörung sah, nannte sie Pusher-Syndrom (engl. to push: drücken, stoßen, schieben). Ein ursächlicher Zusammenhang mit der Vernachlässigung einer Körperhälfte oder mit einer Störung der Sensibilität wurde in der Literatur immer wieder diskutiert (Schädler und Kool 2001).

In der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen haben Physiotherapeutinnen zusammen mit Neuropsychologen eine standardisierte Untersuchung und Skalierung sowie einen erfolgreichen Behandlungsansatz dieses Phänomens entwickelt. Außerdem wurde die Hirnregion identifiziert, die regelhaft bei Patienten mit Pusher-Symptomatik geschädigt ist. Der Lösung des Rätsels, was der Grund dieser Störung ist, ist man ein Stück näher gekommen.

 

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