• Skapulalifting

     

Funktionsmassagen der Mm. rhomboidei und trapezius

Die Funktionsmassagen kombinieren kreisende Fingerfriktionen mit ausgiebigen Skapulabewegungen zu längs- und querverformenden Techniken dieser Muskeln.

Variante 1 – Skapulalifting
Diese Technik verbindet eine kreisende Bewegung der Skapula mit gegenläufigen kreisenden Fingerfriktionen. So kommt eine zusätzliche Verlängerung der Muskeln in Längsrichtung zur Wirkung der Fingerfriktion hinzu. Weiterhin erreicht man eine sehr milde und unspezifische Form der Schultergürtelmobilisation. Die Techniken sind vor allem in der kranialen Hälfte an der Margo medialis wichtig, da hier die größte Muskelmasse zu finden ist (Mm. rhomboidei).

  • Die Hand des Patienten liegt leicht unter dem Becken auf der zu behandelnden Seite und fixiert somit den Arm, der sich bei den Schultergürtelbewegungen ja mitbewegen muss und dennoch auf der Liege bleiben soll.
  • Der Therapeut steht kopfwärts.
  • Er schiebt seine laterale Hand (mit der Handfläche nach oben) unter den Schultergürtel des Patienten und hebt diesen leicht an. Der Ellenbogen des Therapeuten stützt sich dabei auf dem Kopfteil der Therapieliege ab.
  • Ein Knie kann zusätzlich auf der Liege als Unterlage abgelegt werden. Somit kann der Therapeut einfach die Skapula in Retraktion „hochhebeln“.
  • Zur Prüfung der schmerzfreien Schultergürtelbewegung und dem Loslassen seitens des Patienten beginnt man zunächst mit ruhigen kreisenden Bewegungen der Skapula in Adduktion (zur Wirbelsäule), Depression (zum Becken), leichter Abduktion und Elevation.

 

Merke:
Als absolute Voraussetzung für das Gelingen der nachfolgenden Techniken muss der Patient seine Muskulatur gut loslassen können. Sollte der Patient auch nach mehrfacher Aufforderung nicht in der Lage sein, die Skapula führende Muskulatur bewusst zu entspannen, muss man auf die Funktionsmassagen verzichten.

Schauen Sie sich diese Technik im Video an


Variante 2 – Dehnungen durch Skapulabewegungen

Diese Ausführung baut auf der Phase 2 des Skapulaliftings auf und versucht, die Muskeln durch gemeinsames Bewegen der Hände in Längsrichtung zu verlängern. Das Setting entspricht dem der Variante 1.

  • Phase 1: Die Skapula wird angehoben (retrahiert) und deutlich adduziert. Die Finger der medialen Hand schieben sich unter die Margo medialis und halten während der ganzen Ausführung einen lateralen Schub aufrecht.
  • Mit beiden Händen wird ein deutlicher Schub gegeneinander aufgebaut. Somit ist die Länge der Fasern der Rhomboidei und des Trapezius bereits aufgenommen und die Muskeln sind gespannt. Jede zusätzliche Verlängerung hat einen dehnenden Charakter.
  • Phase 2: Dieses „Paket“ aus Skapula und schiebender medialer Hand wird jetzt prinzipiell nach lateral verschoben, wobei noch der Verlauf bestimmter Muskeln berücksichtigt werden kann:
  • Schieben nach lateral betont eine Dehnung des M. trapezius pars transversa.
  • Schieben nach lateral und kaudal betont eine Dehnung der Mm. rhomboidei sowie auch leicht der Mm. levator scapulae und trapezius pars descendens.
  • Schieben nach lateral und kranial betont eine Dehnung des M. trapezius pars ascendens.
  • Die Endpositionen werden jeweils wenige Sekunden gehalten und bei nachfolgenden Wiederholungen jedes Mal erweitert.
Schauen Sie sich diese Technik im Video an

 

Diese Übungen stammen aus dem Buch Massage-Therapie von Bernhard Reichert.

 

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