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Körperwahrnehmung bei Rückenschmerzen

Aktuelle Studien belegen Körperwahrnehmungsprobleme bei Phantomschmerzen, CRPS und beim Karpaltunnelsyndrom. Leiden Patienten mit Rückenschmerzen ebenfalls unter Störungen der Körperwahrnehmung? Wie kann man solche Symptome testen, und mit welchen Übungen diesem Phänomen begegnen? Der folgende Artikel bietet praxisnahe Antworten auf diese Fragen.

Die Körperwahrnehmung findet im sensorischen Kortex statt. Ein sogenannter Homunkulus zeigt in Form eines kleinen Männchens die Proportionen der verschiedenen Körperareale entsprechend deren Repräsentation auf der Gehirnrinde auf .

Je größer die Repräsentationsareale im sensorischen Homunkulus sind, umso besser ist das Differenzierungsvermögen des Zentralen Nervensystems. Entsprechend werden Areale mit großem Repräsentationsareal sehr gut vom Gehirn wahrgenommen. Dieses Differenzierungsvermögen ist im Gesicht, an Zunge und Lippen sehr gut sowie an den Fingerspitzen am besten ausgeprägt.

Gehirn-Training Die Evolution trainierte das Gehirn. So verbesserte sich die Wahrnehmung in einem Körperteil, je mehr man sich auf diesen konzentrierte und ihn benutzte. Heute können wir mit dem richtigen „Fingerspitzengefühl“ unterschiedlichste Stoffe oder Oberflächen erkennen, Zunge und Nase nehmen verschiedenste Geschmacksrichtungen bis hin zu Pheromonen wahr. Demgegenüber belegen andere Körperregionen wie die LWS oder das Knie nur kleine Bereiche im sensorischen Kortex. Die Wahrnehmung dieser Regionen erfolgt merklich undifferenzierter als die Sinneswahrnehmung von Fingern oder Händen. Wenn es also um den eigenen Rücken geht, können wir lediglich sagen, ob sich dieser „verspannt“ anfühlt.

Das Gehirn arbeitet – wie dies auch von der Muskulatur bekannt ist – getreu dem Motto „Use it or lose it!“. Im Klartext: Ein viel benutzter Körperbereich wird kortikal gut repräsentiert. Gleichzeitig sprechen einige Indizien dafür, dass sich ein sensorisches Repräsentationsareal durch Schmerzen verändert.

Phantomschmerzen

Anhand von Phantomschmerzen wird deutlich, dass Schmerzen die Körperwahrnehmung verändern. In den 1980er-Jahren wurde nachgewiesen, dass das Phantom-Phänomen mit der Repräsentation im sensorischen Kortex zusammenhängt. Der Neurowissenschaftler Ramachrandran manipulierte mittels eines Spiegels die Wahrnehmung seiner Patienten: das Betrachten des Spiegelbildes der noch vorhandenen Hand linderte den Phantomschmerz der amputierten Hand.

CRPS und CTS

Zur Jahrtausendwende wiesen verschiedene Forscher auch bei beim CRPS (Complex Regional Pain Syndrome; vormals: Morbus Sudeck) ähnliche Veränderung im sensorischen Homunkulus nach. Später wurden erfolgreiche klinische Studien zur Normalisierung dieses Phänomens durchgeführt :Moseley konnte Schmerz und Schwellung einer CRPS-Hand durch eine Kombination aus Laterality Recognition, Imaginary Movements sowie Spiegelbox-Übungen reduzieren.

Eine Studie aus dem Jahre 2012 zeigt, dass selbst beim schmerzfreien Karpaltunnelsyndrom (CTS) die Körperwahrnehmung gestört zu sein scheint. Beim Laterality-Recognition-Test erkannten die Forscher signifikante Unterschiede der Körperwahrnehmung von gesunder und betroffener Seite.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Körperwahrnehmung bei Rückenschmerzen

aus der Zeitschrift: Der Schmerzpatient 3/2018

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