• Fall für vier - Knick-Senkfüße

     

Fall für Vier – Abgeflacht

Anna Müller leidet seit ihrer Kindheit an Knick-Senkfüßen. 2018 kommt für den linken Fuß nur noch eine OP in Frage. Ein Jahr später empfehlen ihr die Ärzte, auch den rechten Fuß operieren zu lassen. Doch die Patientin zögert wegen ihrer vielen Nebenerkrankungen. Sie entscheidet sich für den konservativen Weg und arbeitet mit einer Physiotherapeutin, einer Orthopädietechnikerin und einer Tanzpädagogin.

Der Fall

Seit frühester Kindheit klagt Anna Müller über Schmerzen in den Füßen und Beinen. Ihre Eltern nannten sie immer liebevoll „Plattfußindianer“. Heute ist sie 40 Jahre alt und hat vor einigen Jahren zudem eine chronische Darmerkrankung und rheumatoide Polyarthritis entwickelt. Das schränkt ihre Lebensqualität deutlich ein. Ihre Arbeit als Verwaltungsfachangestellte kann sie jedoch weiterhin ausüben. Anna Müller ist verheiratet und hat keine Kinder. Bei einer Größe von 1,70 m wiegt sie 75 kg. Aufgrund der Krankheiten nimmt sie Immunsuppressiva, wodurch sie im Laufe der Zeit an Gewicht zunahm.

2017 wurde bei Anna Müller erstmals die Diagnose Knick-Senkfüße gestellt. Es folgten vier Monate Physiotherapie und die Versorgung mit Einlagen. Weil die Beschwerden am linken Fuß stetig zunahmen, ging sie im Januar 2018 zum Orthopäden. Dieser stellte fest, dass sich ihr Zustand im linken Knick-Senkfuß verschlechtert hatte und dass die Sehne des M. tibialis posterior entzündet war. Die konservativen Maßnahmen waren damit ausgeschöpft, sodass die junge Frau im Juni 2018 in der Ortenau Klinik Lahr-Ettenheim von Dr. Charlotte Hase operiert wurde (S. 23).

Anfang 2019 stellte sich Anna Müller erneut bei Dr. Hase vor. Nun klagte sie über belastungsabhängige Schmerzen in rechten Fuß und konnte unter anderem ihrem Hobby, dem Nordic Walking, nicht mehr nachgehen. Da jedoch die rheumatischen Beschwerden und die Symptome der Darmerkrankung wieder zugenommen hatten, wollte sie diesmal noch keine OP. Stattdessen versorgt sie ein konservatives Behandlungsteam aus Physiotherapeutin, Orthopädietechnikerin und Tanzpädagogin (S. 24–26).

Fußchirurgie am linken Fuß

Anamnese und Untersuchung

Im Mai 2018 kam die Patientin Anna Müller erstmals in die Ortenau Klinik Lahr-Ettenheim. Ihr linker Fuß war ein typischer flexibler Knick-Senkfuß: Im Zehenspitzenstand ließ sich das Fußlängsgewölbe aktiv und im Liegen passiv aufrichten. Auf Nachfrage gab die Patientin an, dass ihre Beschwerden vor allem bei und nach langem Stehen oder Laufbelastungen auftreten. Die Schmerzen spürte sie am Ansatz und im Verlauf der Sehne Tibialis posterior und lateral im Bereich des Sinus tarsi.

Ihr Fuß war leicht nach außen rotiert. Um zu erfassen, ob Achillessehne und/oder Wadenmuskulatur verkürzt waren, führte ich den Silvferskjöld-Test durch. Dafür befand sich die Patientin in Rückenlage, und ich verglich das Ausmaß der Dorstalextension im oberen Sprunggelenk bei gestrecktem und gebeugtem Kniegelenk (90°). Gleichzeitig bringt man bei Knick-Senkfüßen die Ferse zusätzlich in die gerade Ausrichtung und gleicht damit den Rückfußvalgus aus. Außerdem richtet man das Längsgewölbe auf und korrigiert die Supination im Mittel- und Vorfußbereich. Heraus kam bei der Patientin eine kaschierte Spitzfußstellung bei Verkürzung des Achillessehnen-Wadenmuskulatur-Komplexes. Außerdem röntgte ich Anna Müllers Fuß anterior-posterior und seitlich im Stehen bei voll belastetem Fuß, um die Rückfußachse und das obere Sprunggelenk darzustellen ([ABB. 1]). Ein ergänzendes MRT mit Nachweis der Tendinitis am Ansatz der Tibialis-posterior-Sehne lag vor.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier: Fall für Vier – Abgeflacht

Aus der Zeitschrift: physiopraxis 10/2019

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