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Erweiterte Rollenfunktionen der Physiotherapie im Akutkrankenhaus – Umfrage unter Physiotherapeuten der Ostschweiz

Die medizinische Versorgung im akutstationären Bereich steht im Fokus politischer Debatten. Damit einher geht die Diskussion über Übernahmen von erweiterten Rollenfunktionen (ER) durch nicht ärztliche Gesundheitsfachpersonen. ER von Physiotherapeuten sind als Aufgaben definiert, die traditionellerweise nicht von diesen durchgeführt werden und eine zur Grundausbildung zusätzliche Ausbildung benötigen.

Angesichts der ständig wachsenden Zahl an älteren Menschen, an Patienten mit nicht übertragbaren, chronischen Krankheiten und dem akuten Fachkräftemangel im Gesundheitswesen sind innovative medizinische Versorgungsmodelle gefragt. Die Implementierung erweiterter Rollenfunktionen (ER) für nicht ärztliche Gesundheitsberufe können eine wichtige Option in der zukünftigen schweizerischen Gesundheitsversorgung darstellen. ER sind als Funktionen definiert, welche traditionellerweise nicht von diesen Gesundheitsberufen ausgeübt werden und eine zur Grundausbildung zusätzliche Ausbildung benötigen. ER in der Physiotherapie haben sich vor allem in angelsächsischen und skandinavischen Ländern etabliert und werden auch als Advanced Physiotherapy Practice oder Extended Scope Physiotherapy bezeichnet.

Die Verbesserung der medizinischen Versorgungsqualität ist eines der 4 Handlungsfelder der vom Bundesrat 2013 in der Schweiz verabschiedeten Gesamtstrategie „Gesundheit 2020“. Weiter sollen die Lebensqualität gesichert, die Chancengleichheit gestärkt und die Transparenz verbessert werden. Eine Maßnahme der Gesamtstrategie war die Einführung des Gesundheitsberufegesetzes, „damit Qualität und Kompetenzen der Ausgebildeten in den auf Fachhochschulstufe unterrichteten Gesundheitsberufen gewährleistet und auf den Bedarf im Gesundheitssystem abgestimmt sowie die Voraussetzungen für neue Versorgungsmodelle geschaffen werden können“. Hierbei sollen Kompetenzen wie auch Pflichten geregelt werden. Zusätzlich sollen vermehrt universitäre und nicht universitäre Ausbildungsplätze geschaffen werden, damit in der Schweiz genügend ausgebildetes nicht ärztliches Gesundheitspersonal vorhanden ist.

In der Schweiz übernehmen Fachkräfte im Gesundheitswesen bereits heute ihnen traditionellerweise nicht zugeschriebene Rollenfunktionen, um dem zunehmenden Versorgungsbedarf der alternden Bevölkerung und dem drohenden Ärztemangel zu begegnen. Die Anforderungen an die Ausbildung und die erforderlichen Kompetenzen sind in den verschiedenen Gesundheitsberufen unterschiedlich definiert. In der Physiotherapie wurde eine gesetzliche Regelung von ER als verfrüht beurteilt.

ER in der Physiotherapie wurden in Großbritannien und anderen englischsprachigen Ländern eingeführt, um auf die erhöhte Nachfrage nach Dienstleistungen, vor allem im Bereich der Orthopädie zu reagieren. Bereits 2007 ermittelte eine systematische Literaturstudie 157 physiotherapeutische Literaturquellen die ER der Physiotherapie und deren Ergebnis für Patienten, andere Angehörige der Gesundheitsberufe und Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen beschrieben. Die meisten dieser ER umfassten eine Form der traditionell von Medizinern durchgeführten nicht invasiven Untersuchung (47 %) oder nicht invasiven Behandlung (37 %), Triagefunktionen auf der Notfallstation, Zuweisung für weitere Untersuchungen (Fachärzte, Radiologie, Pathologie), Bildungsaufgaben, eigenständige diagnostische Ultraschalluntersuchungen, Medikation (eingeschränkte Verschreibung, Überwachung, Dosisänderungen), Injektionen, einfaches Nähen von Wunden und Verschreibung konservativer Behandlungen.

ER von Physiotherapeuten sind bei der Behandlung muskuloskelettaler Erkrankungen sowohl klinisch als auch wirtschaftlich wirksam. Derzeit gibt es weder einen global definierten Bildungsweg für die Ausübung von ER noch eine global anerkannte Definition. Der Bildungsgrad wurde jedoch als wichtiger Förderfaktor für die Ausübung von ER erkannt und ist in nationalen Berufsverbänden der Physiotherapie im Vernehmlassungsprozess. Ausweitungen der Kompetenzen sind auch in der Physiotherapie in der Schweiz zu beobachten. So übernahmen 96,3 % der in der Rehabilitation tätigen Physiotherapeuten mindestens eine ER, für deren Durchführung sich der Bildungsgrad als wichtigster Förderfaktor zeigte.

Im akutstationären Bereich sind Ausweitungen der Kompetenzen zu vermuten, bisher allerdings nicht untersucht. Diese Fragestellung wurde im Qualitätszirkel Chefphysiotherapie des Regionalverbands St. Gallen-Appenzell thematisiert. Da bisher keine Daten über ER der Physiotherapie in Akutspitälern in der Schweiz existieren, führte die Kerngruppe Physiotherapie eine offene, internetbasierte Umfrage durch.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Erweiterte Rollenfunktionen der Physiotherapie im Akutkrankenhaus – Umfrage unter Physiotherapeuten der Ostschweiz

Aus der Zeitschrift: physioscience 04/2019

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