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Aus der Praxis: Lehren und Lernen mit physioLink

Bis zu 90 Schülerinnen und Schüler werden an der Schule für Physiotherapie der IB Medizinische Akademie Stuttgart zu Physiotherapeuten ausgebildet. Seit über einem Jahr nutzen die Schüler und Lehrer dort die digitale Wissensplattform physioLink des Georg Thieme Verlags.

Sie bietet ihnen Zugriff auf das physiotherapeutische Fachwissen aus rund 60 Büchern und den Fachzeitschriften physiopraxis, physioscience, Sportphysio, neuroreha und manuelletherapie. Mit E-Learning-Modulen und über 600 Lehr- und Lernvideos zu Untersuchungstechniken und Therapien können die Schüler ihr Wissen zusätzlich gezielt aufbauen. Die Lehrer unterstützt physioLink bei der Unterrichtsvorbereitung unter anderem mit 20 000 Bildern und Grafiken, darunter die anatomischen Zeichnungen aus dem dreibändigen Anatomie-LernAtlas PROMETHEUS. Schulleiterin und Physiotherapeutin Christina Pape-Küttner erklärt, wie physioLink den Unterricht an ihrer Schule ergänzt.

Thieme: Frau Pape-Küttner, seit über einem Jahr nutzen Sie die Wissensplattform physioLink an Ihrer Schule. Wie sind Sie auf das Angebot aufmerksam geworden?


Pape-Küttner: Tatsächlich ist der Georg Thieme Verlag schon 2014 auf uns zugekommen und hat Schulleitung und Lehrerteam die Projektidee einer digitalen Wissensplattform in der Physiotherapie vorgestellt. Obwohl zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar war, wie das Angebot später konkret aussehen würde, waren wir von Anfang an begeistert. Während der Entwicklung haben wir dann gemeinsam mit ausgewählten Schülern einzelne E-Learning-Kurse ausprobiert und Feedback gegeben, ob sie für die Ausbildung sinnvoll nutzbar sind. In der anschließenden Beta-Phase waren wir eine von 6 Schulen, die physioLink in der Praxis getestet haben. Zum Start des Angebots war für uns klar, dass wir physioLink sofort für unsere Schüler und Lehrer lizenzieren würden. Das war ein nahtloser Übergang.


Thieme: physioLink bietet sowohl Fachbuch- und Zeitschrifteninhalte als auch E-Learning-Module, Lernvideos und Abbildungen. War Ihnen das von Anfang an wichtig?


Pape-Küttner: Ja genau. Wir wünschten uns schon bei der Projektvorstellung: Abbildungen und Inhalte für die Unterrichtsskripte, Filme von Patienten für die Unterrichtsstunde und digitale Lernangebote für die Schüler. Das ist eine enorme Hilfe, denn es ist zum Beispiel nicht gerade einfach, Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern zu Live-Demonstrationen in die Schule einzuladen. Stattdessen haben wir bisher die Theorie vermittelt und aufwändig im Internet nach Anschauungsmaterial recherchiert, was nicht immer zielführend war.


Thieme: Das klingt, als wären Sie dort häufig nicht fündig geworden?


Pape-Küttner: Rechtssicherheit ist in unserem Beruf ein sehr wichtiges Thema: Wir müssen sicher sein, dass wir die Inhalte, die wir nutzen, auch in der Lehre verwenden dürfen, ohne Urheber- oder Persönlichkeitsrechte zu verletzen. Darüber hinaus wollen wir natürlich ausschließlich geprüftes Fachwissen vermitteln, um unsere Schüler gut auf ihre spätere Praxis in der Physiotherapie vorzubereiten. Hier können wir uns voll und ganz auf Thieme verlassen.

Thieme: Wie nutzen Sie und Ihre Lehrerkollegen physioLink im Unterrichtsalltag?


Pape-Küttner: Natürlich schaue ich mir die Materialien wie beispielsweise die Filme aus physioLink genau an, bevor ich sie im Unterricht einsetze. Ich überlege mir im Vorfeld, was ich den Schülern damit vermitteln möchte. Diese Vorarbeit gehört auch weiterhin zum Lehreralltag. Für die Unterrichtsskripte wird physioLink sehr unterschiedlich genutzt: Es gibt diejenigen, die mit einem ausgeklügelten Skript in den Unterricht gehen und physioLink vorrangig nutzen, um einzelne Fakten zu prüfen oder um Abbildungen zu ergänzen. Andere Lehrkräfte setzen ihr Skript direkt aus den Buch- und Zeitschrifteninhalten aus physioLink zusammen. Honorarkräfte, die nur wenig Zeit in die Vorbereitung von Unterrichtsmaterial investieren können, greifen gerne ganze Buchkapitel heraus. Was für uns wichtig ist: physioLink ist auch ein tolles „Werbemittel“ bei der Rekrutierung neuer Kollegen. Ich kann sagen: Kommt und unterrichtet, alle Fachinformationen, die ihr dazu braucht, gibt es in physioLink!
Entlang dieser Skripte gestalten die Lehrer dann auch die Unterrichtsstunden, nutzen Bildmaterial und natürlich die Filme um bestimmte Bewegungsstörungen zu zeigen, die sich nicht einfach „nachmachen“ lassen. Zusätzlich lesen wir Lehrer auch viel in den Zeitschriften, um uns neues Wissen anzueignen und uns über neue Studien zu informieren. Da ist physioLink sehr niederschwellig aufgebaut, sodass man schnell über Neuigkeiten informiert wird.


Thieme: Wofür haben Sie persönlich physioLink zuletzt genutzt?


Pape-Küttner: In der Physiotherapie vermitteln wir neben dem praktischen Handwerkszeug auch viel medizinische Theorie. Mein Spezialgebiet sind zum Beispiel die Lungenerkrankungen. Drei Schülern sollten zuletzt bei mir eine Prüfung an Patienten zum Thema Asthma ablegen. Ihnen habe ich aufgetragen, zur Vorbereitung die entsprechenden Seiten aus der „Dualen Reihe Innere Medizin“ anzuschauen. Dabei lernen sie einerseits aus dem medizinischen Fachwissen für Medizinstudierende die Inhalte herauszuholen, die für sie in der Physiotherapie relevant sind. Andererseits gewinnen sie durch die vertiefte Beschäftigung mit einem Krankheitsbild Sicherheit im Umgang mit Patienten in den Prüfungen und auch im Unterricht.


Thieme: Wie nutzen die Schüler darüber hinaus physioLink?


Pape-Küttner: Die Wissensplattform wird von jedem einzelnen Schüler über 200mal im Monat aufgerufen – das ist fast 7-mal am Tag. Im Schulalltag erhalten die Schüler von den Lehrern immer wieder kleine Aufgaben in physioLink. Wir wollen sie so auch zum Selbststudium anleiten und hoffen, dass sie sich innerhalb der Plattform weiter informieren. Besonders intensiv nutzen die Schüler physioLink im Praktikum, wenn sie rasch ein Krankheitsbild oder eine Behandlungsmöglichkeit nachschlagen wollen. Auch unsere Examensschüler sind natürlich dankbar, weil sie wichtige Details auf unterschiedliche Art noch einmal vertiefen können – sei es die Anatomie mit Hilfe des PROMETHEUS oder auch PNF im E-Learning-Programm. Unseren Absolventen gewähren wir darüber hinaus nach ihrem erfolgreichen Abschluss drei weitere Monate Zugriff auf physioLink, um sie beim Start ins Berufsleben zu unterstützen.


Thieme: Welche Vorteile sehen Sie heute durch den Einsatz von physioLink für Ihre Schule?


Pape-Küttner: Die Schüler werden einfach im Portal freigeschaltet und finden dort ein maßgeschneidertes Lernumfeld. Ob sie sich die Bücher trotzdem kaufen, bleibt ihnen selbst überlassen, und manche tun dies tatsächlich.
Insgesamt glaube ich, dass unsere Schule dadurch für Schüler attraktiver wird. Damit ist physioLink für uns ein klarer Wettbewerbsvorteil. Im Rahmen des Aufnahmeverfahrens stelle ich physioLink meist kurz vor und die Schüler sind begeistert. Schließlich ist das eine hervorragende Ergänzung zu den bisherigen Alternativen: Die Bücher selbst zu kaufen oder sich um einen Zugang zur Universitätsbibliothek zu bemühen, der für Privatschüler oft kostenpflichtig ist. Bei zukünftigen Lehrern kann ich im Vorstellungsgespräch mit der Verfügbarkeit rechtssicherer Fachinformationen punkten.


Thieme: Wie hat Sie Thieme bei der Einführung von physioLink unterstützt?


Pape-Küttner: Da es sich bei physioLink um eine Online-Plattform handelt, muss die Schule über eine ausreichend schnelle Internetleitung verfügen. Wie man sich in physioLink zurechtfindet und die Inhalte für sich nutzbar macht, haben Thieme Mitarbeiter den Lehrerkollegen persönlich vorgestellt. Das war sehr hilfreich. Die Einführung der Schüler haben wir dann selbst übernommen.


Thieme: Wie hat sich das Lehren und Lernen durch physioLink an Ihrer Schule verändert?


Pape-Küttner: Physiotherapie ist Arbeit mit und am Patienten beziehungsweise in der Ausbildung am Mitschüler. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Neben der Praxis steht aber auch die Theorie. Früher sind wir vom Patienten nach Hause gekommen und haben Fachbegriffe und Krankheitsbilder nachgeschlagen. Heute sieht das anders aus. Wir können die Schüler wieder zu mehr Selbstständigkeit und Unabhängigkeit anregen, indem sie die Fachinformationen immer und überall zur Verfügung haben. Ein echter Vorteil von physioLink ist ja, dass man wirklich auf jedem Endgerät schnell etwas lesen kann, und sich dank identischer Struktur immer leicht zurechtfindet. Es macht schon einen Unterschied ob man in der Bahn einen Anatomie-Atlas mitschleppt oder eben kurz das Handy zückt um sehr gezielt zu recherchieren, wo der große und kleine Brustmuskel sitzen. Das verändert natürlich auch das Lernen der Schüler.


Thieme: Wie stellen Sie sich die Zukunft der Physiotherapie-Ausbildung allgemein und an Ihrer Schule vor?


Pape-Küttner: So wie sich bei vielen schon das private Leseverhalten gewandelt hat, so werden sich auch die Schulen verändern und mehr und mehr papierlos arbeiten. Es wird selbstverständlich sein, dass man statt Büchern Tablets im Klassensatz zur Verfügung hat. Und dann braucht man, wenn man mit der Zeit gehen will, ein Angebot wie physioLink. Ich denke daher schon, dass genau das die Zukunft sein wird.

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