• Prostaglandin-Therapie

     

Neonatale Kardiologie

Dieser Beitrag stellt die prozeduralen Gesichtspunkte einer kinderkardiologischen Versorgung im Neugeborenenalter in den Vordergrund. Er soll Ihnen damit vor allem einen Eindruck vermitteln, was für eine Betreuung das Neugeborene mit einem angeborenen Herzfehler erlebt und welchen Situationen sich die Eltern und damit die frisch entbundenen Mütter stellen müssen.

Bei den angeborenen Herzfehlern handelt es sich in 60 % der Fälle um leichte, in 28 % um mittelschwere und in 12 % um schwere kardiovaskuläre Fehlbildungen. Der isolierte Ventrikelseptumdefekt (VSD) macht fast die Hälfte aller angeborenen Herzfehler aus, davon sind 2 Drittel kleine und/oder muskuläre Defekte mit guter Prognose für einen spontanen Verschluss in den ersten Lebensjahren. Von den in der deutschen PAN-Studie zwischen dem 01. 07. 2006 und dem 30. 06. 2007 registrierten 7245 Kindern mit angeborenem Herzfehler wurde nur bei 12 % die pränatale Diagnose gestellt. Im Vergleich der verschiedenen Herzfehler war die Detektionsquote am besten bei univentrikulären Herzen (68 %).

Eine unmittelbare kinderkardiologische oder kinderherzchirurgische Behandlung im Neugeborenenalter benötigen weniger als 20 % der Kinder. Alle anderen Patienten können elektiv jenseits des Neugeborenenalters versorgt werden oder benötigen keine invasive Therapie.

Die aus Behandlersicht wichtigste Frage ist, ob es sich um ein duktusabhängiges Vitium (oder ein anderes Vitium mit kritischer Zirkulation) handelt oder nicht. In der großen Mehrzahl der unkritischen kardiovaskulären Fehlbildungen wird diese die postnatale Adaptation des Neugeborenen nicht beeinflussen. Notwendig sind lediglich die echokardiografische Sicherung der Diagnose und die Organisation der weiteren elektiven kinderkardiologischen Versorgung.

Den Geburtsmodus selbst beeinflusst der Herzfehler nur in seltenen Ausnahmen. Die Erstversorgung des Neugeborenen sollte aber unbedingt von einem Neonatologen nach den üblichen neonatologischen Versorgungskriterien durchgeführt werden.

Eine Entbindung in einem Kinderherzzentrum mit herzkatheterinterventionellen und kardiochirurgischen Behandlungsmöglichkeiten sollte immer dann erfolgen, wenn intrauterin ein duktusabhängiger oder kritischer Herzfehler diagnostiziert wurde und eine neonatale Intervention notwendig ist. Bei bekanntem duktusabhängigen Vitium wird das Kind unmittelbar bei der Erstversorgung mit einem i. v.-Zugang versorgt und die vorbereitete kontinuierliche Prostaglandin-E-Infusion in niedriger Dosierung (Prostaglandin E 10 ng/kg/min) begonnen. Ein vitales Kind wird dann erst nach Kontaktaufnahme mit den Eltern zum Monitoring der Vitalparameter und zur postpartalen echokardiografischen Bestätigung der Diagnose auf die kinderkardiologische Station übernommen.

 

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Aus der Zeitschrift Pädiatrie up2date 1/2012

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