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Kinder und Jugendliche in Deutschland mit Typ-1-Diabetes

Daten zur Prävalenz des Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen müssen kontinuierlich aktualisiert werden. Ziel war daher die aktuelle Schätzung der Typ-1-Diabetesprävalenz bei Kindern und Jugendlichen (< 18 Jahre) in Deutschland.

Methoden

Die Prävalenzschätzung basiert auf den im NRW-Diabetesregister dokumentierten Fällen. Seit 1996 erfasst das Register Neuerkrankungen an Typ-1-Diabetes mithilfe von drei Datenquellen (ESPED, Praxisbefragungen, DPV-Dokumentation). Die Erfassungsvollständigkeit wurde nach der Capture-Recapture-Methode und Prävalenzen (95%-Konfidenzintervalle) unter Poissonverteilungsannahme mit direkter Standardisierung geschätzt. Der Alters- und Geschlechtseinfluss wurde mit Poisson-Regressionmodellen untersucht. Die aktuelle Prävalenzschätzung in NRW dient als Grundlage für die Schätzung der Patientenzahl in Deutschland.

Ergebnisse

Am 31.12.2015 waren in NRW insgesamt 7.096 an Typ-1-Diabetes erkrankte Kinder und Jugendliche im Alter von 0 – 17 Jahren registriert. Die Erfassungsvollständigkeit lag bei 99%. Die Prävalenz (pro 100.000 Personen) wurde auf 236,1 (230,6 – 241,6) geschätzt. Jungen und Mädchen im Alter von 0 – 14 Jahren waren gleich häufig betroffen (173,8 vs. 173,2, p = 0,948), im Alter von 15 – 17 Jahren hatten Jungen signifikant häufiger einen Typ-1-Diabetes (538,1 vs. 488,7, p = 0,010). Für die Altersgruppen 0 – 4, 5 – 9, 10 – 14 und 15 – 17 Jahre lagen die Prävalenzen bei 29,7, 165,0, 322,4 und 514,4. Insgesamt haben in Deutschland schätzungsweise 31.457 (95%-KI: 30.725 – 32.189) Kinder und Jugendliche im Alter von 0 – 17 Jahren einen Typ-1-Diabetes.

Schlussfolgerungen

Das NRW-Diabetesregister erlaubt eine valide Schätzung der Prävalenz des Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen. Nach der aktuellen Prävalenzschätzung sind in Deutschland zurzeit von 10.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 0 – 17 Jahren etwa 24 an einem Typ-1-Diabetes erkrankt. Zur Erfassung von Trends in der Typ-1-Diabetes-Prävalenz ist eine kontinuierliche Fortführung des Registers erforderlich.

 

Aus der Zeitschrift Diabetologie und Stoffwechsel 01/2017

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