• Impfung

     

Impfempfehlungen für Kinder und Jugendliche

Schutzimpfungen haben Millionen von Menschenleben gerettet und gehören zu den wirkungsvollsten und kostengünstigsten Präventivmaßnahmen der modernen Medizin. Neben dem individuellen Schutz einer geimpften Person kann bei einem Durchimpfungsgrad von mehr als 95% der Bevölkerung die Verminderung der Zirkulation des entsprechenden Krankheitserregers erreicht werden. Den Grundbaustein dazu legt die Grundimmunisierung in den ersten beiden Lebensjahren.

Aufgaben der Impfkommissionen

Der aus einem hohen Durchimpfungsgrad resultierende Kollektivschutz wird als „Herdenschutz“ bezeichnet und ermöglicht zusätzlich den indirekten Schutz von nicht geimpften Personen.

 

MERKE

Bei sehr hohen Durchimpfungsraten ist es sogar möglich, Krankheitserreger, deren einziges Reservoir der Mensch ist, regional zu eliminieren und schließlich weltweit auszurotten, wie es am Beispiel der Pocken erfolgreich gezeigt wurde.

Unverändert sind die Eradikation von Masern und Poliomyelitis erklärte, grundsätzlich auch erreichbare Ziele der Weltgemeinschaft und dementsprechend in nationale bzw. internationale Impfpläne implementiert.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht keine Impfpflicht für öffentlich empfohlene Impfungen. Es ist eine wichtige Aufgabe von (Kinder- und Jugend-)Ärztinnen und Ärzten, aktuelle Impfkonzepte und -empfehlungen zu kennen, den Impfschutz der Patienten regelmäßig zu überprüfen und diesen, falls erforderlich, nach entsprechender Beratung und Aufklärung zu vervollständigen. Unterstützt werden sie in dieser Aufgabe durch nationale Impfempfehlungen:

  • in Deutschland von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut,
  • in Österreich vom Nationalen Impfgremium des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz,
  • in der Schweiz durch die Nationale Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF).

Die in nationalen Impfplänen empfohlenen Impfungen dienen der Stärkung des öffentlichen Gesundheitswesens („Impfungen in öffentlichem Interesse“) und sollen Seuchen bzw. Infektionskrankheiten mit hoher Morbidität und Mortalität verhindern. Darüber hinaus enthalten die Empfehlungen Hinweise für Indikations- und Nachholimpfungen sowie verschiedene praktische Hinweise zum Thema Impfen.

Grundlage von öffentlichen Impfempfehlungen sind infektionsepidemiologische Daten und publizierte bzw. den Behörden zur Verfügung stehende Daten zur Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Impfstoffen. Weitere Kriterien für die Entwicklung allgemeiner Impfempfehlungen betreffen:

  • Festlegung von Impfzielen
  • Ermittlung der erforderlichen Impfquoten zum Erreichen der Impfziele
  • erwartete Akzeptanz der Impfempfehlung
  • mögliche infektionsepidemiologische Folgen des Impfprogramms
  • Evaluation und Überwachung der Umsetzung und des Erfolgs einer Impfempfehlung

Bei der Entwicklung von Empfehlungen orientieren sich die Kommissionen an standardisierten Kriterienkatalogen, deren Umfang sich in den 3 deutschsprachigen Ländern allerdings unterscheidet (z. B. Geschäftsordnung der STIKO). Darüber hinaus wurde in den letzten Jahren zusätzlich die Gewichtung der wissenschaftlichen Evidenzen im Hinblick auf die Bedeutung und Aussagekraft der wissenschaftlichen Erkenntnis für den Einsatz der Impfung auf Bevölkerungsebene eingeführt (Grade-Verfahren).

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag Impfempfehlungen für Kinder und Jugendliche

Aus der Zeitschrift Pädiatrie up2date 01/2019

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