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Beatmung von Frühgeborenen: Mit welchem System entwöhnen

Türkische Kinderärzte verglichen in einer randomisierten und kontrollierten prospektiven Studie die Effekte und Kurzzeitergebnisse einer Synchronized intermittent mandatory ventilation (SIMV) mit denen einer druckunterstützten Beatmung (PSV) im Volumengarantie-Modus (PVS +VG) bei Frühgeborenen, die von der Beatmungsmaschine entwöhnt wurden.

Erdemir et al. schlossen in ihre Studie insgesamt 60 Frühgeborene
im Gestationsalter < 33 Wochen und/oder einem Geburtsgewicht
< 1500 g ein. Alle Frühgeborene litten unter einem klinisch
und radiologisch diagnostizierten Atemnotsyndrom. Nach einer
Surfactantgabe wurden alle Kinder nach der Geburt mit Synchronized
intermittent positive pressure ventilation (S-IPPV) mit niedrigem
Inspirationsdruck beatmet. Jeweils 30 Kinder wurden auf
SIMV oder PVS +VG in der Entwöhnungsphase umgestellt, wenn
der FiO2 kleiner 0,4 wurde, die respiratorische Rate (RR) unter 60
Atemzügen lag, der Inspirationsdruck (PIP) 16 cm H2O und der
PEEP 4 cm H2O erreichte.

Die beiden Gruppen der Studienpopulation unterschieden sich
nicht hinsichtlich Geburtsgewicht, Gestationsalter, Geschlecht,
Geburtsart, antenataler Glukokortikoidbehandlung oder SGA.
Auch der Aufenthalt auf der NICU unterschied sich nicht signifikant.
Zwar war die Mortalitätsrate in der SIMV-Gruppe höher,
der Unterschied allerdings nicht signifikant. Auch die Notwendigkeit
einer wiederholten Surfactantgabe unterschied sich nicht
signifikant.

Die mittlere S-IPPV-Phase, Entwöhnungsphase sowie die Extubationsphase
war in der SIMV-Gruppe länger, differierte allerdings
nicht signifikant von der der PSV +VG-Gruppe. Auch unterschieden
sich die mittleren Werte von PIP, mittlerem Atemwegsdruck,
Atemzugvolumen und RR beider Gruppen nicht signifikant
während der synchronisierten IPPV-Beatmung. In der Entwöhnungsphase
war der mittlere Inspirationsdruck in der
SIMV-Gruppe und der mittlere Atemwegsdruck in der PSV +VGGruppe
höher, während Atemzugvolumen und RR in beiden
Gruppen vergleichbar ausfielen. Eine Atelektase nach der Extubation
trat in der SIMV-Gruppe bei 3 Kindern auf und in der
PSV +VG-Gruppe in keinem Fall, allerdings war der Unterschied
nicht signifikant. Die Prävalenzraten von Reintubation, Ventrikelblutung,
Frühgeborenen-Retinopathie, persistierendem
Ductus arteriosus, bronchopulmonaler Dysplasie und Pneumothorax
war in beiden Gruppen gleich.

●Fazit
Nach den Daten dieser Untersuchung ist die druckunterstützte
Beatmung im Volumengarantie-Modus (PSV +VG) eine sichere
und praktikable Methode, um Kinder mit Atemnotsyndrom von
der Beatmung zu entwöhnen, insbesondere um eine Atelektase
zu vermeiden und um niedrige Inspirationsdrucke zu verwenden.

Aus der Zeitschrift Neonatologie Scan 4/2014, Beatmung von Frühgeborenen: Mit welchem System entwöhnen von Erdemir A, Kahramaner Z, Turkoglu E et al. 

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