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    Die Ursachen akuter Bauchschmerzen können vielfältig und sowohl abdomineller als auch extraabdomineller Genese sein. Foto:©BoValentino-Fotolia.com

     

Akute Bauchschmerzen

Einleitung

Akute Bauchschmerzen gehören mit ca. 9 % zu den häufigen Vorstellungsgründen in pädiatrischen Notfallambulanzen und Arztpraxen. Meist steht dabei der jeweils behandelnde Arzt vor der Aufgabe, akut behandlungsbedürftige Erkrankungen „herauszufiltern“ und einer adäquaten Therapie zuzuführen. Erschwert wird diese Aufgabe durch die Fülle möglicher Differenzialdiagnosen und die oft fehlenden oder nicht eindeutigen Angaben der kleinen Patienten und ihrer Eltern. Außerdem lassen sich häufig gerade Kinder mit akuten Bauchschmerzen nur schlecht und schon gar nicht „lehrbuchmäßig“ untersuchen. Der folgende Beitrag soll daher als praktische Arbeitshilfe dienen. Dabei wird besonderer Wert auf mögliche diagnostische und therapeutische Fallstricke gelegt. Zudem werden einige wichtige Differenzialdiagnosen herausgegriffen und ausführlich thematisiert.

 

Definitionen

Akute Bauchschmerzen

Als akut bezeichnet man im Allgemeinen Bauchschmerzen, die seit weniger als 24 Stunden bestehen. Die Ursachen können vielfältig und sowohl abdomineller als auch extraabdomineller Genese sein. Eine chirurgisch interventionsbedürftige Erkrankung findet sich bei ca. 1 % aller Kinder mit akuten Bauchschmerzen.

 

Akutes Abdomen

Dies bezeichnet ein Krankheitsbild, bei dem unklare akute oder akut rezidivierende Schmerzen mit meist peritonealer Beteiligung vorliegen. Leitsymptome des akuten Abdomens sind heftige Bauchschmerzen, eine peritonitische Symptomatik mit Störung der Darmperistaltik sowie ein schlechter Allgemeinzustand mit akuten Kreislaufstörungen bis zum Kreislaufschock (Tab. [1]). Es handelt sich bei der Bezeichnung nicht um eine diagnostisch eindeutige Entität, sondern eher um einen „klinischen Zustand“. Dieser sollte in der Regel kinderchirurgisch bzw. chirurgisch mitbeurteilt werden, damit gegebenenfalls zeitnah eine weitere operative Abklärung bzw. Therapie erfolgen kann.

 

Chronische bzw. chronisch-rezidivierende Bauchschmerzen

Nicht selten wird im Rahmen der Anamnese deutlich, dass die Vorstellung nicht aufgrund akuter Bauchschmerzen im eigentlichen Sinne erfolgt, sondern vielmehr definitionsgemäß chronische bzw. chronisch-rezidivierende Bauchschmerzen vorliegen. Diese können zum einen auf eine klar abgrenzbare organische Ursache zurückzuführen sein (klassisches Beispiel: chronisch-entzündliche Darmerkrankungen) oder zum anderen – und zwar deutlich häufiger – funktioneller Natur sein.

Apley und Naish legten in einer deskriptiven Studie als Eingangskriterium für chronische bzw. chronisch-rezidivierende Bauchschmerzen mindestens 3 aktivitätsbeeinträchtigende Bauschmerzanfälle in mindestens 3 Monaten fest. Dieses Eingangskriterium wurde in der Folge von anderen Autoren als Definition für funktionelle Bauchschmerzen übernommen. Entsprechend der später festgelegten und aktuell gültigen Rome-III-Kriterien für chronische funktionelle Bauchschmerzen müssen hingegen Symptome mindestens einmal pro Woche über mindestens 2 Monate auftreten (Tab. [1]). Auf das weite Feld der funktionellen Bauchschmerzen wird im folgenden Artikel nicht näher eingegangen.

 

Zu Tab. 1 und dem ausführlichen Artikel

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