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Das schwer verletzte Kind

Zwar ist das Polytrauma des Kindes insgesamt selten. Auch große Traumazentren weisen eine nur geringe Fallzahl schwerstverletzter Kinder auf. Und dennoch bleibt der Unfall seit Jahrzehnten die häufigste Todesursache im frühen Kindes- und Jugendalter in Europa.

Für eine adäquate Behandlung müssen anatomische und physiologische Besonderheiten beim Kind berücksichtigt werden, ebenso sind Kenntnisse über mögliche Verletzungsursachen und Verletzungsmuster sowie deren Häufigkeit von großer Bedeutung. Je jünger die Kinder sind, desto deutlicher treten Unterschiede im Verletzungsmuster sowie in der Schwere der Verletzung der betroffenen Organsysteme zum Erwachsenen auf.

Epidemiologie und Ätiologie

Ein relativ geringer Anteil von 5 % aller polytraumatisierten Patienten sind Kinder unter 15 Jahren. Trotz stetig sinkender Zahlen bleiben Unfälle die häufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen. In Deutschland starben im Jahr 2012 laut Statistischem Bundesamt 308 Kinder unter 15 Jahren, was 3 Todesfällen je 100 000 Kinder entspricht.

Als Verletzungsursache bei Säuglingen und Kleinkindern überwiegen Stürze aus unterschiedlicher Höhe. In dieser Altersgruppe tritt auch der überwiegende Anteil an isolierten, geschlossenen Schädel-Hirn-Traumata auf.

In hohem Maß sind Säuglinge neben Unfällen durch tätliche Gewalt gefährdet und haben im Vergleich zu allen Kindern unter 15 Jahren das höchste Risiko, durch Unfälle oder Gewalteinwirkung zu sterben. Im Jahr 2012 war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Rate der Verletzungen durch Gewalt sogar größer als die der Unfälle. Dabei muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.

Ab dem Schulkindalter nimmt die Inzidenz von Verkehrsunfällen deutlich zu, da die Kinder als Fußgänger, Fahrrad- oder später als Mofa- oder Mopedfahrer zunehmend aktiv am Verkehr teilnehmen. Jungen verunfallen nun auch häufiger als Mädchen (56,2 % Jungen im Jahr 2012), was mit der stärkeren Verkehrsbeteiligung und der größeren Risikobereitschaft zusammenhängt.

Anatomische Grundlagen und Verletzungsformen

Die Verletzungsmuster werden beim Kind durch die in der jeweiligen Altersstufe unterschiedlichen Körpergrößen und -proportionen sowie die unterschiedlichen Stadien der Skelettentwicklung bestimmt. Im diesem Abschnitt soll auf die anatomischen Besonderheiten der einzelnen Körperregionen eingegangen und daraus resultierende Verletzungsformen herausgearbeitet werden.

Schädel

Bei Säuglingen und Kleinkindern kommt es infolge von Stürzen häufig zu Verletzungen des Schädels. Durch das ungünstige Kopf-Körper-Verhältnis mit dem in Relation zum Rumpf großen und schweren Kopf gepaart mit noch nicht ausgebildeten Schutzmechanismen und einer schwachen Nackenmuskulatur können bereits geringfügige Verletzungsmechanismen zu schweren Schädel-Hirn-Traumata führen.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Das schwer verletzte Kind

Aus der Zeitschrift Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 4/2016

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