• Ruptur

     

Traumatische Sehnenveränderungen an Sprunggelenk und Fuß

Sehnen übertragen die im Muskel entwickelte Kraft auf einen definierten Punkt jenseits eines Gelenks und führen somit zur aktiven Gelenkbewegung. Das Sehnengewebe ist durch die wellenförmige Konfiguration der Kollagenfasern um maximal 3 % dehnbar und aufgrund der scherenförmigen Anordnungen der Verbindungsfasern um weitere 5 % effektiv verlängerbar. Da die Spannungs-Dehnungs-Kurve von Sehnen nicht linear ist, kommt es ab einer Dehnung von 6–10 % zur Überlastung und schließlich zur Ruptur.

Die langen Sehnen des Fußes werden 4 verschiedenen Muskelgruppen zugeordnet. Am häufigsten ereignet sich die Ruptur an der Achillessehne (bei 6–18 Personen pro 100 000 Einwohner in der europäischen Bevölkerung, die jedoch nicht Gegenstand dieser Übersicht sein soll). In den anderen 3 Muskelgruppen treten Sehnenverletzungen prozentual seltener auf und werden teilweise auch erst verspätet erkannt.

Eine retrospektive Analyse sämtlicher Sehnenrupturen an der Mayo-Klinik zwischen 1945 und 1954 zeigte 14,1 % an der unteren Extremität. Hiervon traten 4,2 % an der Achillessehne und dem M. triceps surae und nur 3,8 % an den übrigen extrinsischen und intrinsischen Sehnen des Fußes auf.

Die direkte offene Sehnendurchtrennung am Fuß durch ein direktes Trauma, meist an einem scharfen Gegenstand, ist wesentlich seltener als Sehnenverletzungen durch ein indirektes oder repetitives Trauma und kann nicht mit der Anzahl von direkten Sehnenverletzungen an der Hand verglichen werden.

Das diagnostische Vorgehen bei Sehnenrupturen richtet sich nach der Ätiologie der Verletzung.

Bei offenen Verletzungen ist die klinische Untersuchung mit Überprüfung von Funktionsausfällen distal der Wunde, insbesondere gegen Widerstand, wegweisend. Gerade bei kleinen Schnittwunden werden Sehnenverletzungen gelegentlich im Rahmen der Erstversorgung übersehen.

Zur besseren Beurteilung der Funktionsübertragung der Sehne und Lokalisation eines möglicherweise retrahierten Sehnenstumpfes sollte eine Sonografie durchgeführt werden. Besteht auch nur der Verdacht auf eine Sehnenverletzung, ist die Exploration der Wunde mit ggf. Erweiterung des Zugangs zwingend notwendig.

 

Auch bei geschlossenen Verletzungen ist die klinische Untersuchung mit der Überprüfung von Funktionsausfällen wegweisend. Bei chronischen Verletzungen ist zusätzlich noch die Beurteilung von bestehenden Fehlstellungen im Vor-, Mittel- und Rückfuß sowie oberen Sprunggelenk (OSG) sowie deren Flexibilität bzw. Rigidität für die Wahl der Therapie entscheidend.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Traumatische und degenerative Sehnenveränderungen an Sprunggelenk und Fuß

Aus der Zeitschrift Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 02/2017

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