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Sternumfrakturen - Rippenfrakturen

Knöcherne Verletzungen der Rippen sind häufige Verletzungen des Brustkorbs und werden meist, wie etwa bei Verkehrsunfällen, durch eine direkte und stumpfe Gewalteinwirkung hervorgerufen. Demgegenüber sind Sternumfrakturen ohne begleitende Rippenfrakturen, wie etwa bei polytraumatisierten Patienten, mit ca. 4% selten, wobei sie in Kombination mit Rippenfrakturen in bis zu 21% auftreten können.

Anatomie

Brustkorb

Anatomisch setzt sich das knöcherne Gerüst des Brustkorbs (Thorax) aus der Brustwirbelsäule, den 12 Rippenpaaren (Costae) und dem Brustbein (Sternum) zusammen. Der Thorax stellt zusammen mit der muskulären Wandstruktur die Schutzhülle für die Lunge sowie die im Mediastinum gelegenen Strukturen wie Herz, Thymus und Aorta thoracalis dar und ermöglicht funktionell die physiologische Atembewegung. Kranial bildet die Apertura thoracis superior (obere Thoraxapertur) mit dem 1. Brustwirbelkörper, dem 1. Rippenpaar und dem kranialen Ende des Sternums den oberen Abschluss des Thorax. Kaudal geht der Brustkorb durch die Apertura thoracis inferior (untere Thoraxapertur) auf Höhe des 12. Brustwirbelkörpers ins Abdomen über.

Die Form des Brustkorbs ist neben individuellen Unterschieden vor allem alters- und geschlechtsabhängig. Beim Säugling ist die Stellung der Rippen annähernd horizontal, welche sich mit steigendem Lebensalter absenken, wobei dann eine Abflachung des Thorax in sagittaler Ebene mit gleichzeitiger Verkleinerung der unteren Thoraxapertur resultiert. Des Weiteren ist der weibliche Brustkorb meist schmaler und kürzer als der männliche.

Die Rippen sind durch Bänder sowie echte und unechte Gelenke beweglich miteinander verbunden und zusätzlich durch die Zwischenrippenmuskulatur (Mm. intercostales) stabilisiert. Jedes Rippenpaar ist bilateral symmetrisch ausgebildet, jedoch in den einzelnen Segmenten unterschiedlich geformt. So artikulieren die ersten 7 Rippen ventral meist direkt mit dem Sternum (Brustbein-Rippen-Gelenke bzw. Articulationes sternocostales) und werden als echte Rippen (Costae verae) bezeichnet. Ein Gelenkspalt ist in der Regel nur bei der 2. – 5. Rippe vorhanden, wohingegen die 1., 6. und 7. Rippe synchondrotisch mit dem Sternum verbunden sind.
Zur weiteren Stabilisierung verlaufen Bänder (Ligg. sternocostalia radiata) vom Perichondrium des Rippenknorpels zur Vorderseite des Sternums und verflechten sich mit dem Periost zu einer dichten Bindegewebeplatte (Membrana sterni). Die sich anschließenden Rippen 8 – 12 (Costae spuriae) sind ventral nur indirekt mit dem Sternum verbunden, indem sich ihre Rippenknorpel der nächsthöheren Rippe anlegen. Die kaudalsten 2 Rippen enden im Normalfall ohne Kontakt zum Sternum frei zwischen den Muskeln der lateralen Bauchwand (Costae fluctuantes).

Dorsal sind alle 12 Rippen über die Rippenwirbelgelenke, bestehend aus Rippenkopfgelenk (Articulationes capitis costae) und Rippenhöcker-Wirbelquerfortsatz-Gelenk (Articulatio costotransversaria), mit den Brustwirbelkörpern verbunden. Ausnahmen bilden die 11. und 12. Rippe, welche keine Rippenhöckergelenke aufweisen.

Die Bewegungsachse der kranialen Rippen ist nach Kapandji eher frontal und die der kaudalen Rippen eher sagittal ausgerichtet, wodurch die Hebung der Rippen kranial zu einer Vergrößerung des sagittalen und kaudal zu einer Vergrößerung des transversalen Durchmessers führt. Die hieraus resultierende Volumenveränderung des Brustkorbs spielt bei der sternokostalen Atmung (Brust- bzw. Rippenatmung) vor allem bei körperlicher Anstrengung eine wichtige Rolle, wohingegen in Ruhe die für die Ventilation erforderlichen Volumenänderungen fast ausschließlich durch die Senkung des Zwerchfells (kostodiaphragmale Atmung bzw. Bauchatmung) erreicht werden.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier Sternumfrakturen – Rippenfrakturen

Aus der Zeitschrift Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 06/2018

 

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