• Sprunggelenksverletzung beim Kind

     

Sprunggelenkverletzungen im Kindes- und Jugendalter

Sprunggelenkverletzungen sind in allen Altersgruppen häufig. Das Verletzungsspektrum reicht von harmlosen Distorsionen über Bandläsionen bis hin zu Frakturen. Die Morphologie der Frakturen weist meist eine Wachstumsfugenbeteiligung auf. Eine Besonderheit stellen die Übergangsfrakturen dar. Insgesamt betreffen 5 – 7% aller kindlichen Frakturen das obere Sprunggelenk, wobei die distale Tibia die häufigste Fugenverletzung der unteren Extremität darstellt.

Das Durchschnittsalter der Kinder mit Sprunggelenkverletzungen liegt bei 10 Jahren. Sportlich aktive Kinder sind deutlich häufiger betroffen, insbesondere die Sportarten Fußball, Handball und Basketball stellen hierbei Risikosportarten für solche Verletzungen dar. Aber auch Übergewicht ist ein unabhängiger Risikofaktor für Sprunggelenkverletzungen bei Kindern.

Die Distorsionen mit ca. zwei Dritteln bilden die größte Gruppe aller Sprunggelenkverletzungen und erfreulicherweise auch die Harmloseste. Rund 10% der Kinder erleiden eine Bandverletzung. Ein Viertel aller Sprunggelenkverletzungen bei Kindern sind Frakturen im Bereich des oberen Sprunggelenkes (OSG), die sich hauptsächlich als Übergangsfrakturen und Salter-Harris-II- und -III-Frakturen darstellen.

Diagnostisches Vorgehen

Anamnese und Untersuchung

Nach der üblichen Anamnese, in der Regel Distorsion im Rahmen eines Sportunfalls, folgt die Untersuchung des betroffenen Sprunggelenks. Hier ist auf Druckschmerz, Schwellung und Hämatomverfärbung zu achten. Einen wichtigen Hinweis auf die Schwere der Verletzung liefert hierbei die Information, ob das Kind das verletzte Bein noch belasten kann. Eine funktionelle Untersuchung der Bandstabilität ist schmerzbedingt häufig schwierig.

Es stellt sich die Frage, ob ein Röntgenbild indiziert ist oder nicht. Gerade bei Kindern sollte eine sehr strenge Abwägung des Einsatzes von Röntgenstrahlung erfolgen; denn nicht jede Distorsion des Sprunggelenks benötigt eine weiterführende Diagnostik mittels radiologischer Bildgebung.

 

MERKE

Die Ottawa Ankle Rules sind bei Kindern ein wichtiges Hilfsmittel zur Indikationsstellung einer radiologischen Abklärung.

Ein hilfreiches Tool sind hier die Ottawa Ankle Rules. Diese sehen eine Röntgendiagnostik vor, wenn zu den Schmerzen am Sprunggelenk ein Druckschmerz in einem kritischen Bereich, wie der Außen- und Innenknöchelspitze, der Dorsalkante von Tibia oder Fibula oder der Basis des 5. Mittelfußknochens, hinzukommt. Sollte das Kind das betroffene Bein für keine 4 Schritte belasten können, wird ebenfalls die Bildgebung empfohlen.

Die Ottawa Ankle Rules zeigen auch in aktuellen Studien eine Sensitivität von 98,5 – 100%. Das heißt, nahezu alle Frakturen wurden erkannt, die Anwendung bietet also eine hohe Sicherheit, keine Brüche im Gelenkbereich zu übersehen, und verhindert zusätzlich den unnötigen Einsatz von Röntgenstrahlung.

 

MERKE

Zur Verhinderung unnötiger Strahlenbelastung bei Kindern ist die Anwendung der Ottawa Ankle Rules sinnvoll.

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier Sprunggelenkverletzungen im Kindes- und Jugendalter

Aus der Zeitschrift Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 02/2020

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