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Konservative Orthopädie in der Sportmedizin

Sowohl dem Breiten- und Gesundheitssport als auch dem Einsatz körperlicher Aktivität in der Prävention und Therapie unterschiedlicher Krankheitsbilder des Stütz- und Bewegungssystems kommt aus ärztlicher Sicht eine steigende Bedeutung zu. Zudem ist mittlerweile uneingeschränkt nachgewiesen, dass körperliche Aktivität maßgeblich am Erhalt und der Wiederherstellung von Lebensqualität in allen Alters- und Leistungsklassen beteiligt ist. Dennoch ist die Umsetzung dieser Kenntnisse in der Bundesrepublik – trotz wachsender Akzeptanz – nicht abschließend und flächendeckend gelungen und sollte weiter kommuniziert werden.

 Ziel der folgenden Übersicht ist die Vermittlung ausgewählter Aspekte aktueller sportorthopädischer Daten zur Epidemiologie von Beschwerden und Verletzungen im Sport, einer sinnvollen und begründeten Diagnostik sowie derzeitiger Therapie- und Präventionskonzepte.

Das öffentliche Interesse an unterschiedlichen Sportarten ist ungebrochen. Im Fokus der Medien stehen dabei insbesondere Großveranstaltungen wie Welt- und Europameisterschaften in den traditionellen Sportarten Fußball, Leichtathletik, Tennis, aber auch Rudern, Kanu und Golf. Häufig wird dem Spitzensport eine erhöhte Verletzungs- und Überlastungsinzidenz oder -prävalenz zugeschrieben, wenngleich diese Annahme im Ausmaß oft überschätzt wird und aus wissenschaftlicher Sicht nicht abschließend belegt ist. Unter Berücksichtigung der Trainingsbelastung und des Trainingsumfangs lässt sich dagegen nicht selten eine geringere Beschwerderate bei erwachsenen und Nachwuchsleistungssportlern nachweisen. Im Spitzensport existiert ein bundesweites (sport)medizinisches Versorgungssystem, organisiert durch Bund und Länder, welches die Gesunderhaltung von Athleten aller Altersklassen zum Ziel hat.

Die zunehmende Anzahl an körperlich Aktiven in Breiten- und Gesundheitssport kann durch aktuelle Zahlen gut belegt werden. So ist beispielsweise bekannt, dass die Anzahl an Läufern in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. Im Nachwuchsbereich ist insgesamt eine Zunahme weiblicher Athletinnen zu verzeichnen. Auch die Anzahl derjenigen Personen, die regelmäßig Krafttraining betreiben, hat zugenommen. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind jedoch bislang nur rund Œ und, bezogen auf ältere Menschen über 60 Jahre, nur rund 10 – 15 % im Sinne einer regelmäßigen Kräftigung aktiv. Aus sportorthopädischer Sicht ist somit auch im Breiten- und Gesundheitssport eine evidenzbasierte Versorgung mit dem Ziel der raschen Wiederherstellung bzw. Aufrechterhaltung der sportlichen Belastbarkeit sicherzustellen.

In verschiedenen Bereichen der Prävention und Rehabilitation von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungssystems ist Sport bzw. körperliche Aktivität als eine zentrale Intervention anerkannt und wissenschaftlich validiert. So findet sich beispielsweise eine Reduktion von Stürzen und Verletzungen nach einem sensomotorischen Training, eine geringere Abnahme der Knochendichte nach axialer Belastung knöcherner Strukturen durch Sprünge oder eine Reduktion der Schmerzsymptomatik bei Fibromyalgiepatienten durch Krafttraining bzw. bei chronisch-unspezifischen Rückenschmerzen durch Bewegung.

Häufige Verletzungen und Beschwerden im Breiten- und Spitzensport

Das Risiko für Sportverletzungen wird in epidemiologischen Arbeiten unterschiedlich bewertet. Differenziert werden muss insbesondere zwischen

  • Art,
  • Häufigkeit und
  • Intensität der sportlichen Aktivität.
Aussagekräftige (wissenschaftliche) Daten zu Häufigkeiten beziehen sich in der Regel auf die Anzahl der Sporttreibenden pro Sportart und die Zeit der tatsächlichen Sportausübung. Als Inzidenz wird dabei die Anzahl neu aufgetretener Beschwerden (üblicherweise pro Jahr) bezeichnet. Unter der Prävalenz wird die Anzahl an Verletzungen zu einem Zeitpunkt oder in einem Zeitraum verstanden. Insgesamt treten rund 2 Sportverletzungen pro 100 Sporttreibende pro Jahr auf.

Als Sportverletzung wird dabei eine akute Überlastungssituation mit Überschreiten der physiologischen Belastungsgrenzen einzelner Gewebe definiert.

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Aus der Zeitschrift Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 6/2011

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