• Untersuchung der Schulter

     

Klinische und radiologische Untersuchung der Schulter

Eine ausführliche Anamnese und die klinische Untersuchung der Schulter sind wegweisend für die Beurteilung von Beschwerden und richtungsweisend für die Indikation zur weiterführenden bildgebenden Diagnostik. Die Beurteilung der modernen bildgebenden Diagnostik ist oftmals zudem auch nur in Übereinstimmung mit einer ausführlichen klinischen Diagnostik möglich.

Einleitung

Der Schultergürtel setzt sich aus einer fünfgliedrigen Gelenkkette zusammen, bestehend aus dem Sternoklavikulargelenk, dem Akromioklavikulargelenk, dem Glenohumeralgelenk, sowie dem subakromialen Nebengelenk und der skapulothorakalen Gleitschicht.
Die Funktion der Schulter ist immer in der Gesamtheit des Schultergürtels sowie der Halswirbelsäule, aber auch des gesamten Rumpfes und der Brust- und Lendenwirbelsäule zu sehen. Alle am Schultergürtel beteiligten Strukturen müssen bei der Untersuchung von Schulterbeschwerden Beachtung finden.

Des Weiteren sollte die Untersuchung immer im Seitenvergleich beginnend mit der gesunden Seite erfolgen.

Anamnese

Eine strukturierte und ausführliche Anamnese steht zu Beginn jeder Untersuchung. Hierbei sollte neben einer gezielten Unfall- und Schmerzanamnese auch die Frage nach beruflicher Belastung und sportlicher Aktivität gestellt werden. Überkopfarbeiten oder Sportarten mit ähnlichen Anforderungen führen häufig schon frühzeitig zu Erkrankungen der Schulter.

Inspektion

Die Inspektion der Schulter beginnt schon bei der Beobachtung des gegenseitigen Mitschwingens der oberen Extremität beim Betreten des Untersuchungszimmers und des Bewegungsablaufs beim Entkleiden. Nach dem Entkleiden wird anschließend auf Asymmetrien, Gelenkkonturen, Atrophien der Muskulatur, Hämatome und Fehlstellungen geachtet.

Palpation

Bei der Palpation werden Sternoklavikulargelenk, Klavikula, Akromioklavikulargelenk, Sulcus intertubercularis, Processus coracoideus sowie das Tuberculum majus und minus auf Schmerzprovokation getestet.

Beweglichkeitsprüfung

Die aktive und passive Beweglichkeitsprüfung erfolgt immer im Seitenvergleich entsprechend der Neutral-Null-Methode für Flexion/Extension, Abduktion/Adduktion und Außen-/Innenrotation in 0°- und 90°-Abduktionsstellung. Insbesondere weist eine Einschränkung der hohen Innenrotationsfähigkeit im Seitvergleich auf ein GIRD-Syndrom (glenohumeral internal Rotation Deficit) hin, welches häufig beim posterosuperioren Impingement auftritt (Werferschulter). Eine eingeschränkte aktive mit freier passiver Beweglichkeit kann z. B. Hinweis auf eine Verletzung der Rotatorenmanschette sein.

Selektive Funktions- und Provokationstests der Schulter

Nackengriff, Schürzengriff

Mithilfe des Nacken- und Schürzengriffs kann zu Beginn jeder spezifischen Untersuchung der Schulter eine grob orientierende Beurteilung der Globalfunktion erfolgen. Als Vergleichswert beider Seiten und als diagnostischer Verlaufsparameter kann bei abgespreiztem Daumen der Daumen-Vertebra-prominens-Abstand zwischen der Daumenspitze und dem 7. Halswirbel gemessen werden. Dieser Wert kann sowohl für den Nacken- als auch für den Schürzengriff bestimmt und dokumentiert werden.

Handflächenzeichen- und Fingerzeichentest

Beim Handflächenzeichen- und Fingerzeichentest wird der Patient aufgefordert, die Schmerzen zu lokalisieren. Während eine Schultereckgelenkpathologie sehr differenziert mit dem Finger lokalisiert werden kann, bedeckt der Patient mit einer subakromialen oder intraartikulären Pathologie mit der Handfläche die gesamte Schulterpartie.

Skapulothorakaler Rhythmus

Eine skapulothorakale Dyskinesie beschreibt eine Dysfunktion des skapulothorakalen Rhythmus infolge unterschiedlichster Schulterpathologien oder einer Insuffizienz der extrinsischen Kontrollfunktion der skapulastabilisierenden Muskulatur. Die selektive Mitbeurteilung des Skapulothorakalgelenks stellt daher einen integralen Bestandteil jeder Untersuchung der Schulter dar.

Skapuladysfunktion

Störungen des skapulothorakalen Rhythmus lassen sich vor allem beim Absenken des antevertierten Armes (Skapulaprovokationstest) beobachten. Wird hierdurch ein Skapula-Winging, ein Hervortreten der Skapula provoziert, deutet dies auf eine Dyskinesie der Schulter hin. Nach Kibler wird die Skapuladysfunktion in drei Grade differenziert.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Klinische und radiologische Untersuchung der Schulter

Aus der Zeitschrift: Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 02/2019

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