• Intensivpflege

     

Intensivbehandlung des polytraumatisierten Patienten

Die Akutbehandlung eines schwerverletzten Patienten stellt ein Behandlungskontinuum dar, das von der Ersten Hilfe durch Laien, der präklinischen Versorgung durch den Rettungsdienst über die Versorgung im Krankenhaus bis zur Rehabilitation reicht. Obwohl die Behandlung also schon vor der Aufnahme auf einer Intensivstation erfolgt, liegt der Fokus auf der Schockraumversorgung und der ersten Operationsphase im Krankenhaus.

Dringliche lebensrettende Operationen werden im Anschluss oder unter Abbruch der Schockraumdiagnostik durchgeführt. In der Diskussion ist aber nach wie vor, zu welchem Zeitpunkt und mit welcher Methode Frakturen stabilisiert werden sollen. Den potenziellen Vorteilen einer initialen definitiven Osteosynthese („early total care“) wie einzeitige Operation, kürzere Intensivzeit u. a. stehen die Risiken des zusätzlichen Operationstraumas mit vermehrten Komplikationen, Organfunktionsstörungen und verlängerter Intensivzeit gegenüber. Deshalb wird bei vielen Patienten das Damage-Control-Konzept bevorzugt, d. h. eine initiale Frakturstabilisierung mittels Fixateur externe, und nach einem Intervall und Erholung des Patienten die definitive Osteosynthese in einem zweiten Eingriff.

Welche Patienten die initiale Osteosynthese gut tolerieren und von den Vorteilen profitieren und bei welchen Patienten durch ein Damage-Control-Konzept Folgeschäden reduziert werden können, ist nicht gesichert. Patienten mit schweren Verletzungen und ausgeprägten Organschäden und Homöostasestörungen wie metabolischer Azidose, schwerem Thoraxtrauma, höherer Anzahl an Frakturen oder schwerem Abdominaltrauma scheinen vom DCO-Konzept zu profitieren, wohingegen bei stabilen Patienten die frühe Versorgung beispielsweise von Femurschaftfrakturen vorteilhaft scheint.

Einen gewissen Sonderfall stellen Wirbelsäulenfrakturen mit Rückenmarkläsion dar. In einer prospektiven multizentrischen Studie konnte gezeigt werden, dass eine Versorgung zervikaler Rückenmarkläsionen innerhalb von 24 Stunden zu einem besseren neurologischen Outcome führte als bei einer Versorgung nach mehr als 24 Stunden. Durch eine frühe versus spätere operative Versorgung war die Wahrscheinlichkeit für eine Verbesserung des neurologischen Status um ≥ 2 AIS-Grade 2,82-fach erhöht (AIS = ASIA Impairment Scale).

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Intensivbehandlung des polytraumatisierten Patienten

Aus der Zeitschrift Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 05/2017

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