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Hüftgelenknahe Frakturen/Luxationen

Proximale Femurfrakturen sind häufige Verletzungen und nehmen mit zunehmendem Alter der Bevölkerung deutlich zu. Im Jahr 2014 wurden in Deutschland etwa 112 000 Patienten in Folge dieser Frakturen operativ versorgt. Sie betreffen in erster Linie ältere Patienten – Frauen ab dem 50., Männer ab dem 60. Lebensjahr – und sind meist osteoporoseassoziiert.

Ausnahmen von dieser Regel sind die hüftnahen Frakturen des jungen Patienten. Sie entstehen durch Rasanztraumata und sind häufig mit weiteren Verletzungen kombiniert. Es handelt sich hierbei häufig um folgenschwere Verletzungen, die Lebensqualität, Erwerbsleben und die Selbstständigkeit ernsthaft gefährden.

Der Hüftgelenkersatz beim jungen Patienten ist mit einem hohen Lockerungsrisiko und allen Folgen der Wechseloperationen assoziiert. Infektionen, Knochenverlust und wiederholte Wechseloperationen führen nicht selten zu langfristigen und schweren Behinderungen. Endoprothetische Versorgungen bei Patienten unter 50 Jahren lassen bei durchschnittlicher Lebenserwartung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mindestens eine Wechseloperation erwarten.

Für die älteren Patienten stehen bei der endoprothetischen Versorgung sehr gute Techniken mit differenzierten Einsatzmöglichkeiten für den jeweils individuellen Anspruch des Patienten zur Verfügung. Für diese Altersgruppe hat eine Frühmobilisation unter Vollbelastung Priorität.

Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen in den jeweiligen Altersstufen und persönlichen Ansprüchen ergibt sich eine großzügigere Indikation zur Endoprothese beim älteren Menschen. Dieses Prinzip sollte jedoch nicht unreflektiert gelten, da die Forderung nach sofortiger Belastbarkeit auch für die pertrochantären Frakturen und die wenig dislozierten Schenkelhalsfrakturen durch die Osteosynthese erfüllt werden kann. Die Osteosynthese kann sogar vorteilhaft sein, weil sie für kardiopulmonal erkrankte Patienten weniger belastend ist.

Die operative Versorgung dieser Frakturen ist immer frühzeitig einzufordern. Sowohl lokale als auch allgemeine Komplikationen steigen mit zunehmender Verzögerung der operativen Versorgung.

Die Nachbehandlung aller Frakturen ist funktionell, ältere Patienten müssen voll belasten können. Die Mobilisation beginnt am 1. postoperativen Tag mit Gehstöcken oder -gestellen, welche die Sicherheit beim Gehen erhöhen. Begleitend muss schon präoperativ eine Schmerztherapie eingeleitet werden, damit die Schmerzen auch postoperativ nicht zu einem Mobilisationshindernis werden. In der Regel werden die operierten Patienten im Rahmen von stationären Rehabilitationsmaßnahmen weiterbehandelt.

 

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Aus der Zeitschrift Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 03/2017

   

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