• Femurfraktur

     

Distale Femurfrakturen

Heutzutage werden distale Femurfrakturen fast ausschließlich operativ versorgt. Die anatomische Rekonstruktion von Achse, Länge und Rotation ist Voraussetzung für die schmerzfreie Belastbarkeit des Beines und die Reduktion von Spätfolgen wie persistierende Bewegungseinschränkungen des Kniegelenks und Gonarthrose.

Begriffsbestimmung

Unter dem Begriff der distalen Femurfraktur werden Frakturen im Bereich des distalen Femurschaftes, der suprakondylären Region sowie der Femurkondylen mit eventueller Gelenkbeteiligung zusammengefasst. Während die Kondylenregion des distalen Femurs anatomisch gut definiert ist, bestehen hinsichtlich der Ausdehnung nach proximal in der Literatur unterschiedliche Angaben in der Definition distaler Femurfrakturen.

Gemäß der Definition der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthese (AO) umfasst das distale Femur ein Quadrat mit der Kantenlänge des größten Epiphysendurchmessers und somit nach proximal den Übergang vom metaphysären zum diaphysären Knochen. In Konsens mit Schatzker u. Lambert werden Frakturen bis 15 cm oberhalb der Kniegelenklinie als distale Femurfrakturen bezeichnet.

Epidemiologie und Ätiologie

In epidemiologischen Monocenterstudien wird die Inzidenz distaler Femurfrakturen mit 4,5/105 Einwohner/Jahr bezogen auf alle Frakturen des erwachsenen Menschen angegeben. Die Prävalenz distaler Femurfrakturen beträgt 0,4 %. Bei alleiniger Betrachtung des Femurs machen distale Femurfrakturen in etwa 3–6 % aller Femurfrakturen aus.

In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle resultieren suprakondyläre wie auch interkondyläre Frakturen des Femurs aus Niedrigrasanztraumata (z. B. einfacher Sturz). Bei dieser Form sind zumeist ältere Menschen (in der Regel Frauen) betroffen, welche, aufgrund einer vorbestehenden Osteoporose, eine reduzierte Knochenqualität aufweisen. In der weitaus geringeren Anzahl der Fälle treten distale Femurfrakturen im Rahmen von Hochrasanztraumata auf. In diesen Fällen handelt es sich in der Regel um jüngere, männliche Patienten, welche ihre Fraktur im Rahmen einer Polytraumatisierung erleiden.

Court-Brown u. Caesar berichten so z. B. von einem Durchschnittsalter bei Patienten mit distalen Femurfrakturen von 61 Jahren. Diese Altersangaben werden durch eine epidemiologische Multicenterstudie aus Frankreich belegt. Hier wurde bei Patienten mit distalen Femurfrakturen ein durchschnittliches Alter von 63,5 Jahren festgestellt. Das mediane Alter von Männern wurde durch Pietu et al. mit 48 Jahren gegenüber 79 Jahren bei Frauen angegeben.

Aufgrund zunehmender Fallzahlen in der Endoprothetik treten Frakturen des distalen Femurs darüber hinaus gehäuft auch als periprothetische Frakturen bei einliegender Kniegelenk-TEP auf.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Distale Femurfraktur

Aus der Zeitschrift Orthopädie und Unfallchirurgie up2date
01/2006

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