• Ellenbogen

     

Biomechanik des Ellenbogengelenks

In seiner Gesamtheit hat das Ellenbogengelenk für das Heran- und Wegführen der Hand sowie deren stabiler Positionierung im Raum eine elementare Bedeutung. Aus diesem Grunde ist neben einer intakten Mobilität eine adäquate Stabilität unverzichtbar. Für diese Aufgaben sind die biomechanische Integrität des Gelenks und das Verständnis vom Zusammenspiel der Strukturen am Ellenbogen unerlässlich.

Einleitung

Der Ellenbogen bildet als gelenkige Verbindung zwischen Ober- und Unterarm das biomechanisch bedeutsame Element für die Funktionalität der oberen Extremität. Ein Grund hierfür ist das komplexe Zusammenspiel der Teilgelenke des Ellenbogens, die aus dem proximalen Gelenk von Radius und Ulna und den Artikulationen von Humerus und Ulna sowie Humerus und Radius bestehen.

Eine weitere Ursache ist, dass der Ellenbogen zwischen Ober- und Unterarm positioniert ist und somit durch den langen Hebelarm bei Krafteinleitung an den Händen großen Kräften ausgesetzt wird. Berechnet man die am Ellenbogen wirkenden Kräfte und ihre Effekte auf die kleinen Knochen bzw. kraftübertragenden Gelenkflächen, muss man feststellen, dass die Strukturen des Ellenbogengelenks in ähnlicher Höhe beansprucht werden wie die der unteren Extremität. Während beim Anziehen Kompressionskräfte im Ellenbogengelenk von ca. 300 N berichtet werden, können schon beim Abstützen des Armes Gelenkreaktionskräfte von 1700 N auf dem medialen und 800 N auf dem lateralen Kompartiment beobachtet werden. Folglich kann der Ellenbogen nachhaltig als lasttragendes Gelenk eingestuft werden und ist entsprechend zu werten.

Anatomie der Skelettanteile

Das Ellenbogengelenk wird knöchern von dem distalen Humerus, dem Radius und der Ulna gebildet, die von einer gemeinsamen Kapsel umhüllt werden. 

Distaler Humerus

Der distale Anteil des Humerus besteht aus zwei Kondylen:

  • der Trochlea humeri als Gelenkfläche für die Ulna und
  • dem Capitulum humeri als Artikulationsfläche des Radius.
Der distale Anteil des Humerus ist in der Sagittalebene um 30° nach anterior gekippt, in der Transversalebene um ca. 5° einwärts rotiert und in der Frontalebene 6–8° geneigt. Proximal lateral ermöglicht die Crista supracondylaris lateralis den Ansatz des M. brachioradialis und des M. extensor carpi radialis sowie dorsalseitig des M. triceps brachii. Aus ihrer Verbreiterung geht der Epicondylus lateralis (radialis) hervor, an dem die lateralen (radialen) Kollateralbänder und die Supinator-Extensoren-Muskelgruppe ansetzen. Medial hat der Epicondylus medialis (ulnaris) als Ansatz der medialen (ulnaren) Kollateralbänder sowie der Flexor- und Pronatorenmuskulatur diese Funktion inne. An seiner Dorsalseite verläuft der N. ulnaris im Sulcus nervi ulnaris.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Biomechanik des Ellenbogengelenks

Aus der Zeitschrift Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 3/2016

Call to Action Icon
Orthopädie und Unfallchirurgie up2date Jetzt abonnieren!

Thieme Newsletter

Quelle

Orthopädie und Unfallchirurgie up2date
Orthopädie und Unfallchirurgie up2date

EUR [D] 173,00Zur ProduktseiteInkl. gesetzl. MwSt.

Buchtipps

Ellenbogen
Lars Peter Müller, Boris Hollinger, Klaus BurkhartEllenbogen

Expertise Orthopädie und Unfallchirurgie

EUR [D] 119,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.