• Epicondylopathie

     

Epicondylopathie – Neuraltherapie und adjuvante Injektionen in der Sportmedizin

Beschwerden im Bereich des Ellenbogens werden als Cubitalgie, Epikondalgie, Insertions- bzw. Myotendopathie bezeichnet. Bei 1–3 % aller Menschen tritt die Epikondylopathienach wiederkehrenden Belastungsabläufen oder Kraftaufwand auf. Als konservative Standards geltenaktuell eine Medikation, die physikalische Kombinationstherapie, assistierender Ultraschall. Extrakorporale Stoßwellentherapie und Akupunktur werden adjuvant, jedoch wie Verbände und Orthopädietechnik sowie Injektionen ohne signifikanten Unterschied in Leitlinien erwähnt. Die Neuraltherapie kombiniert lokale mit regionalen Injektionen sowie Injektionen an potenzielle Störfelder, die nicht saniert werden können. Bei Synovialitiden des Ellenbogengelenks bzw. inkomplettem Effekt der Neuraltherapie kommen Ozon-Sauerstoff, Eigenserum bzw. -plasma lokoregional zur Anwendung.

Beschwerden im Bereich des Ellenbogens können nach Makro- und Mikrotraumata sowie ohne adäquates Trauma auftreten. Inadäquate Überlastungen (overuse) führen bei und nach wiederholten und unphysiologischen Reizen durch Arbeiten wie Handwerk, Sportarten wie Tennis („Tennisellenbogen“) und Alltagstätigkeiten im Haushalt zu Schmerzen. Diese können sich lokal (meist lateral bzw. radial) und regional (meist Unterarm) manifestieren. Diese Symptomatik wird als Cubitalgie, Epikondalgie, Insertions- bzw. Myotendopathie bezeichnet und im ICD-10 mit M62, M67 bzw. am ehesten M77 codiert.

Diagnostisch sollten andere mögliche Ursachen wie juvenile, posttraumatische oder degenerative Osteo-Chondro-Nekrosen sowie Symptome rheumatologischer oder parainfektiöser Ätiologie ausgeschlossen werden.

Gesicherte Ätiopathologie und Risiken

Im 19. Jahrhundert wurden erstmals Aufzeichnungen über „Schreibkrämpfe“ und „tennis elbow“ veröffentlicht. Um die Jahrtausendwende ging man bei der häufigsten dieser Entitäten, dem Tennisellenbogen, von einer Lebenszeitprävalenz von ca. 10 % aus. Unter den Tennisspielerinnen und -spielern gaben bis zu 50 % an, unter diesen Beschwerden zu leiden.

Bisherige Behandlungsstandards

Sehnenansatzpathologien werden nach Nirschl und Pettrone in 4 Stadien von Reizerscheinungen über den Grad einer eingetretenen Tendinose bis zur Ruptur eingeteilt.

Die aktuelle Literatur verweist auf konservative Standards wie apothekenpflichtige Medikation, physikalische Kombinationstherapie aus manuellen, trainingstherapeutischen und elektrotherapeutischen Maßnahmen, die assistierende Ultraschall- und extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) sowie die Akupunktur. Zur Evidenz lokaler Behandlungen wie Verbände, Orthopädietechnik und Injektionen kann aufgrund der Datenlage keine genaue Aussage getroffen werden. Studien zeigen keinen signifikanten Unterschied bei Injektionen von Kortikoiden und Lokalanästhetika. Bei nicht zufriedenstellenden Behandlungserfolgen werden schließlich ab dem 6. Leidensmonat operative Techniken wie das Durchtrennen von Nerven und/oder Sehnen empfohlen.

Pathogenese aus immunologisch-vegetativer Sicht

Jeglichem nichttraumatischen Schmerz geht vermutlich eine extrazelluläre Entzündungsreaktion in der Matrix voraus. Einerseits ist dabei die Gefäßpermeabilität erhöht. Andererseits moduliert der perivaskuläre Sympathikus die Nozizeptoren im Sinne einer neurogenen Entzündung, was auf den Erkenntnissen der Relationspathologie nach Ricker und Permeabilitätspathologie nach Eppinger basiert.

Je nach Reiz reagieren innerhalb eines jeden Segments Nervenendigungen, Nozizeptoren und Synapsen biochemisch mit Auswirkungen auf alle Myofasziotome, subkutane Gefäße, Drüsen- und Immunzellen.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Epicondylopathie – Neuraltherapie und adjuvante Injektionen in der Sportmedizin

Aus der Zeitschrift: zkm - Zeitschrift für Komplementärmedizin 01/2020

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