• Sprache im Alter

     

Sprachtherapie für Sprachstörungen nach einem Schlaganfall

Eine Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung, die durch Hirnschädigung verursacht wird. Sie kann einzelne oder alle sprachlichen Modalitäten betreffen: Sprechen und Verstehen sowie Lesen und Schreiben. Etwa ein Drittel aller Personen erleidet als Folge eines Schlaganfalls eine Aphasie.

Ziele: Untersuchung der Wirksamkeit von Aphasietherapie nach Schlaganfall.

Wir durchsuchten das Cochrane Stroke Group Trials Register (letzte Suche am 9. September 2015), CENTRAL (2015, 5. Ausgabe) und weitere Cochrane Library Datenbanken (CDSR, DARE, HTA, bis 22. September 2015), MEDLINE (1946 bis September 2015), EMBASE (1980 bis September 2015), CINAHL (1982 bis September 2015), AMED (1985 bis September 2015), LLBA (1973 bis September 2015) und SpeechBITE (2008 bis September 2015). Auch durchsuchten wir die wichtigsten Studienregister für laufende Studien wie ClinicalTrials.gov (bis 21. September 2015), Stroke Trials Registry (bis 21. September 2015), Current Controlled Trials (bis 22. September 2015) und WHO ICTRP (bis 22. September 2015). Um weitere veröffentlichte, unveröffentlichte und laufende Studien zu finden, suchten wir händisch im International Journal of Language and Communication Disorders (1969 bis 2005) sowie in Literaturverzeichnissen relevanter Artikel und kontaktierten akademische Institutionen und andere Wissenschaftler. Hinsichtlich der Sprache der Artikel gab es keine Einschränkungen.

Auswahlkriterien: Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), die Sprachtherapie (formale Intervention mit dem Ziel die Sprach- und Kommunikationsfähigkeit sowie Aktivität und Teilhabe zu verbessern) mit Nicht-Behandlung, mit sozialer Unterstützung bzw. Stimulierung (Intervention, die soziale Unterstützung bietet und die Kommunikation stimuliert, aber keine gezielten therapeutischen Interventionen beinhaltet) oder mit einer anderen sprachtherapeutischen Interventionsform (die sich hinsichtlich Dauer, Intensität, Frequenz, Behandlungsmethode oder theoretischem Ansatz unterscheidet) vergleichen.

Datenerhebung und -analyse: Unabhängig voneinander extrahierten wir die Daten und bewerteten die Qualität der eingeschlossenen Studien. Fehlende Daten erfragten wir bei den Studiendurchführenden.

Wir schlossen 57 RCTs (74 randomisierte Vergleiche) mit insgesamt 3002 Teilnehmern in dieses Review ein (wobei einige Teilnehmer in mehreren Vergleichen vorkamen). 27 randomisierte Vergleiche (1620 Teilnehmer) untersuchten Sprachtherapie versus Nicht-Behandlung; Sprachtherapie führte zu klinisch und statistisch signifikanten Verbesserungen der funktionalen Kommunikation der Patienten (standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD) 0.28, 95 % Konfidenzintervall (KI) 0.06 bis 0.49, P = 0.01), des Lesens und Schreibens sowie der expressiven Sprache. Im Follow-up waren diese Verbesserungen (aufgrund verringerter Stichprobengrößen) jedoch nicht mehr nachweisbar.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Sprachtherapie für Sprachstörungen nach einem Schlaganfall

Aus der Zeitschrift Sprache · Stimme · Gehör 02/2017

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Zeitschrift für Kommunikationsstörungen

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