• Sprache im Alter

     

Stimm- und Kehlkopfveränderungen im Alter

Wir alle wissen, dass unsere Lebenserwartung aufgrund der demografischen Entwicklung ständig steigt. Die Menschen werden immer älter. Eine längere Lebenserwartung bedeutet jedoch auch eine längere Beanspruchung des Stimmapparates mit der Gefahr einer Stimmüberlastung insbesondere im fortgeschrittenen Lebensalter. Daher ist die demografische Entwicklung unserer modernen Kommunikationsgesellschaft mit dem Risiko einer Zunahme von Stimmstörungen im Alter (Presbyphonie) belastet. Die Häufigkeitsangaben über Stimmstörungen im Alter differieren zwischen 10 und 47%, sodass zusammengefasst etwa 20% der über 60-Jährigen eine Altersstimmstörung aufweisen dürften.

Presbyphonie wird oftmals begleitet von Presbyakusis (Altersschwerhörigkeit), Presbyphagie (Schluckstörungen im Alter), Presbyvertigo (Altersschwindel) und/oder Presbyopie (Alterssichtigkeit). Die meisten gesicherten Daten betreffen die Presbyakusis: Etwa 50% aller stimmgestörten älteren Patienten haben einen Hörverlust, und 10,5% der Senioren haben zusätzlich zum Hörverlust Stimmprobleme. Bei etwa 30% der über 65-Jährigen ist die Höreinbuße so gravierend, dass eine Hörhilfe angezeigt ist. Hörstörungen im Alter verschlechtern Qualität und Belastbarkeit der Stimme. 

Die oben genannten „Presby“-Erkrankungen wirken sich allesamt negativ auf die kommunikative und soziale Kompetenz der Senioren aus: Aufgrund der erheblichen kommunikativen Defizite (vor allem durch Presbyphonie und Presbyakusis) sinkt die Lebensqualität älterer Menschen bis hin zu sozialer Isolation mit depressiven Episoden. 

Die Stimme im Alter (Presbyphonie)

Presbyphonie betrifft die Singstimme (stärkere Beanspruchung des Phonationsapparates) häufiger, früher und deutlicher als die Sprechstimme (geringere Belastung des Phonationsapparates). Dabei sind höhere Singstimmlagen (Sopran, Tenor) aufgrund der stärkeren muskulären Anspannung häufiger und früher betroffen als tiefere Stimmlagen (Alt, Bass) mit geringerer muskulärer Anspannung.

Fachärztliche Untersuchung

Selbstverständlich ist auch bei altersbedingten Stimmveränderungen eine fachärztliche Untersuchung (Phoniater oder HNO-Arzt) von Larynx, Stimmgebung und Hörvermögen dringend angezeigt, und zwar

  • zum Ausschluss einer Organerkrankung des Kehlkopfes (gutartige oder bösartige Tumoren, Entzündungen, Lähmungen, Ödeme),
  • um festzustellen, ob eine medizinische Stimmübungsbehandlung angezeigt ist zur Leistungs- und Qualitätsverbesserung der Stimme,
  • um ggf. durch die Verordnung von Hörhilfen eine Verbesserung des audio-phonatorischen Feedback für die eigene Stimme und für fremde Stimmen zu erreichen.

Merkmale der Altersstimme

Die Altersstimme weist folgende Merkmale auf: Sie wird schwächer, kraftloser, weniger belastbar, rascher ermüdbar, leiser, matt, weniger tragfähig, belegt, behaucht, eingeschränkt modulationsfähig, instabil und brüchig-kippelnd bis zittrig. Der sog. „Alterstremor“ des Larynx mit Stimmzittern wird verursacht einerseits durch eine mangelnde Kontinuität des Atemstromes, andererseits durch eine gestörte zentralnervöse Steuerung und Koordination des Kehlkopfes. Aufgrund einer Presbyakusis kann die Stimme auch raue, gepresste Anteile aufweisen.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Stimm- und Kehlkopfveränderungen im Alter (Presbyphonie und Presbylarynx)

Aus der Zeitschrift Sprache · Stimme · Gehör 03/2016

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