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Elternzentrierte Frühintervention bei SES

Zusammenarbeit mit den Eltern – Chance und Herausforderung


Die klassische kindzentrierte Therapie sieht in den Eltern den verlängerten Arm des Therapeuten. Es ist gängige Praxis, Eltern Übungsaufgaben mitzugeben, um Intensität und Kontinuität der Therapie zu sichern sowie den Transfer der erworbenen Fähigkeiten in den Alltag zu gewährleisten. Doch inwiefern werden hierbei die Bedürfnisse der Familien sowie die individuellen Voraussetzungen und Kompetenzen der Eltern berücksichtigt?

 

Als engste Bezugspersonen sind Eltern zugleich die wichtigsten Kommunikationspartner des Kindes. Da sich Sprechenlernen in der Interaktion zwischen den individuellen Sprachlernvoraussetzungen des Kindes und dem Sprachangebot aus der Umwelt vollzieht, ist eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern besonders im Frühbereich unerlässlich. Beispielweise benötigen hörgeschädigte Kinder ein gut auf ihre Fähigkeiten hin abgestimmtes Sprachangebot. Genau darin besteht jedoch die Herausforderung. Der zögerliche Wortschatzaufbau führt häufig zu Sorgen um die kindliche Entwicklung, oft begleitet von dem Gefühl, das Kind bisher nicht richtig unterstützt zu haben. Unsicherheit in der Kommunikation verbunden mit dem Wunsch zu helfen, führt rasch zu solch wenig hilfreichen Verhaltensweisen wie das Kind zum Nachsprechen auffordern. Dieser Entwicklung kann erfolgreich durch eine Anleitung der Eltern zu einem sprachförderlichen und responsiven Interaktions- und Kommunikationsstil entgegen gewirkt werden.

 

Elternzentrierte Interventionen reichen von einer einmaligen Beratung über längerfristige Begleitung bis hin zum strukturierten Gruppentraining. Zentral für den Erfolg ist eine von Achtung und Wertschätzung der Eltern geprägte Grundhaltung des Therapeuten. Dazu gehört, dass Eltern uneingeschränkt Zugang zu Informationen erhalten, Wissen unter Einbezug elterlicher Kompetenz vermittelt wird, Eltern in einer vertrauensvollen Atmosphäre Gelegenheit zum Üben gezielter Verhaltensweisen erhalten. Jedoch gilt zu berücksichtigen, dass Eltern unterschiedliche Bildungs- und Sozialisationswege durchlaufen haben, verschiedene kulturelle Hintergründe mitbringen und sich in ihrer persönlichen Kompetenz und Motivation unterscheiden. Ob die aktuellen Ausbildungsgänge dieser beruflichen Anforderung Rechnung tragen, sei an dieser Stelle kritisch hinterfragt.

Dr. Anke Buschmann

Sprache Stimme Gehör 1/2013 „Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung in der Praxis. Wie zufrieden sind die Eltern?“

 

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