• Mundpflegeset: Mundhygiene kann Pneumonien reduzieren.

     
  • Applikation taktiler Reize am Zahndamm im Rahmen der F.O.T.T.-Mundstimulation.

     

Therapiekonzepte in der Dysphagietherapie

Die Dysphagietherapie wurde entwickelt, um Störungen beim Schlucken zu erkennen und zu therapieren. Der Fortbildungsmarkt bietet dazu eine Reihe verschiedener Konzepte und Therapieverfahren. Auffällig sind dabei die zum Teil gravierend unterschiedlichen Grundannahmen und Vorgehensweisen. Damit Logopäden den Überblick behalten können und um Ergo- und Physiotherapeuten eine Übersicht zu bieten, stellt der Beitrag gebräuchliche Therapiekonzepte der Logopädie/ Sprachtherapie vor und diskutiert diese kritisch.

Castillo Morales-Konzept – ganzheitliches Konzept für Kinder und Erwachsene

Ursprung
Der Rehabilitationsfacharzt Dr. Rodolfo Castillo Morales (1941–2011) entwickelte vor mehr als 30 Jahren ein umfassendes, neurophysiologisch orientiertes Therapiekonzept für Kinder mit muskulärer Hypotonie. Im Verlauf wurde das Patientenspektrum erweitert auf alle Altersgruppen mit kommunikativen, sensomotorischen und orofazialen Störungen unterschiedlicher Genese, so z.B. bei neuromuskulären Erkrankungen und Zerebralparesen. Das Castillo Morales-Konzept ist kulturell-ethisch geprägt durch die argentinische Herkunft Castillo Morales’ und seine Erfahrungen aus dem Zusammenleben mit argentinischen Ureinwohnern. Medizinisch-wissenschaftlich wurde es durch seine Auseinandersetzung mit verschiedenen therapeutischen Arbeiten (u.a. von V.Vojta, C.Perfetti) beeinflusst, insbesondere aber denen von Berta und Karel Bobath und den neurophysiologischen Forschungen von Prof. Dr. Carlos R. Douglas über die Rezeptoren im orofazialen Komplex und Nackenbereich.

Ein wichtiger Begleiter in der Entwicklung des Konzeptes war Dr. Juan J. Brondo, der später mit der Neuromotorischen Kontrolle (NMK) ein eigenes Therapieprogramm entwarf. 1972 gründete Castillo Morales mit Kollegen ein Rehabilitationszentrum in Córdoba (Argentinien). 1977 stellte er seine therapeutischen Ideen erstmals in Europa auf einem sozialpädiatrischen Kongress vor. Seit 1997 besteht in Deutschland die Castillo Morales-Vereinigung e.V., welche Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden/ Sprachtherapeuten sowie Ärzte im Rahmen einer sechswöchigen Ausbildung mit Abschluss als Castillo Morales-TherapeutIn zur Therapie nach diesem Konzept befähigt.

Prinzipien
Das Castillo Morales-Konzept besteht aus den Therapiebereichen Neuromotorische Entwicklungstherapie (NET) und Orofaziale Regulationstherapie (ORT). Oberstes Ziel der Behandlung ist, unter Einbeziehung der Ressourcen des Patienten seine größtmögliche Teilhabe und Selbstbestimmung im Alltag zu ermöglichen (a Kasten „Wichtige Elemente des Castillo Morales-Konzeptes“).

Techniken der Behandlung sind hauptsächlich Berührung, Druck, Zug, Streichen und Vibration. Gegebenenfalls kommen zur Unterstützung herausnehmbare kieferorthopädische Hilfsmittel wie z. B. Gaumenplatten zum Einsatz. Als ganzheitliches Konzept betrachtet das Castillo Morales-Konzept Körper und orofaziales System als untrennbare Einheit und sieht eine erfolgreiche Behandlung des orofazialen Bereiches nur unter dem Aspekt eines stabilen Haltungshintergrundes gewährleistet. Umgekehrt bewirke eine Störung an einem Teil des orofazialen Komplexes auch ein Ungleichgewicht des gesamten Organsystems.

 

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