• Schwangere mit Waage

     

Was beeinflusst die Makrosomierate – Diabetes, BMI der Mutter, Gewichtszunahme in der Schwangerschaft?

Fragestellung: Diabetes, mütterliche Gewichtszunahme während der Schwangerschaft und der prägravide BMI haben Einfluss auf die fetale Makrosomierate. Welcher Faktor beeinflusst die Rate an LGA besonders und welcher Zusammenhang besteht zur Gewichtszunahme während der Schwangerschaft bei unterschiedlichem Ausgangs-BMI entsprechend den Empfehlungen des Institute of Medicine (IOM) (National Research Council; 2009).

Methodik: Retrospektive Datenanalyse von 13786 Einlingsschwangerschaften (> 37 +0 SSW; Lebendgeburten) der Jenaer Perinatalstatistik der Jahre 2003 – 2014. Statistische Tests erfolgten mit SPSS 22: Chi2-Test und multivariate Regressionsanalysen (p < 0,05 = signifikant)

Ergebnisse: Die Verteilung der Geburtsgewichte in SGA (9%), AGA (81,7%) und LGA-Kinder (9,3) war normalverteilt. 5,3% der Patientinnen hatten einen Diabetes. 25% der Frauen waren zu Schwangerschaftsbeginn übergewichtig (17,1%) oder adipös (8,7%). Bei 46,5% der Frauen zeigte sich eine Gewichtzunahme oberhalb der IOM Empfehlungen. Ein höhere Rate an LGA-Kindern wurden von Schwangeren mit Diabetes im Vergleich zu Frauen ohne Diabetes (14,9% vs. 9%), adipösen (17%) und übergewichtigen (12,6%) im Vergleich zu Normalgewichtigen (8,2%) und von Frauen mit einer Gewichtszunahme oberhalb der IOM-Empfehlung (13,3%) im Vergleich zu Patientinnen mit Gewichtszunahme innerhalb der IOM-Empfehlung (6,6%) geboren. Nach Adjustierung um Gravidität, Parität, SSW und Alter zeigt die multivariate Regressionsanalyse einen signifikanter Einfluss der Faktoren Diabetes (OR 1,4; CI 1,04 – 1,78), prägravider BMI> 25 (OR 1,7, CI 1,45 – 1,93), sowie Einhaltung der empfohlenen Gewichtszunahme (OR 0,6, CI 0,53 – 0,78) auf die Rate der LGA-Kinder.

Schlussfolgerung: Bei Einhaltung der empfohlenen Gewichtzunahme in der Schwangerschaft sinkt das die Makrosomierate um ca. 40%. Die Beratung der Schwangeren bezüglich Ernährung und Gewichtszunahme für alle Schwangeren mit einem BMI > 30 sollte unbedingter Bestandteil der perikonzeptionellen Beratung sein.

 

Aus der Zeitschrift Geburtshilfe und Frauenheilkunde 2016

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Quelle

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