• Fotus und Plazenta

     

„Ich hol‘ noch schnell die Plazenta.“ – Interventionen in der Plazentarphase

Eine interdisziplinäre Leitlinie zum Vorgehen während der physiologischen Plazentarphase gibt es in Deutschland im Vergleich zu Großbritannien (noch) nicht. Hildebrandt bemerkt kritisch, dass in diese Phase der Geburt vehement und routinemäßig eingegriffen wird. Die Fahrt einer Frau in den OP nach physiologischer Spontangeburt ohne Blutung, weil die Zeit der Plazentarphase abgelaufen ist, frustriert viele Kolleginnen. Doch wie sieht die Praxis in den Kliniken und in der außerklinischen Geburtshilfe tatsächlich aus?

Die Gültigkeit der S1 Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) von 2008 zur „Diagnostik und Therapie peripartaler Blutungen“ ist aktuell abgelaufen und wird zurzeit überprüft. In dieser – nicht mehr gültigen – Leitlinie wurde empfohlen, die manuelle Plazentalösung in die Wege zu leiten, wenn sich diese nach einer vaginalen Geburt nicht innerhalb von 30 Minuten nach Geburt des Kindes löst und/oder wenn ein Blutverlust > 500 ml vorliegt. Empfehlungen zum Vorgehen während der physiologischen Plazentarperiode bei Frauen ohne Risiken wurden in dieser nicht mehr gültigen Fassung nicht ausgesprochen.

Auch die Leitlinie des britischen National Institute for Health and Clinical Excellence Institute (NICE) “Intrapartum care: care of healthy women and their babies during childbirth” von 2007 wird aktuell überarbeitet und voraussichtlich im Oktober 2014 veröffentlicht.

NICE ist ein staatliches Institut, mit der Aufgabe, evidenzbasierte Handlungsempfehlungen für Fachkräfte, aber auch für Patienten zu publizieren. An der Entstehung werden alle betroffenen Berufsgruppen beteiligt. Die Entwicklung wird transparent dargelegt und durchläuft etliche Stationen. Vor der Veröffentlichung wird eine Leitlinie durch externe nationale, mit dem Thema vertraute Institutionen geprüft. Die publizierten Leitlinien werden regelmäßig revisioniert.

Im vorläufigen Entwurf vom Mai 2014, der noch nicht verabschiedet ist, werden ein modifiziertes aktives und ein physiologisches Management der Plazentarphase unterschieden.

Im vorläufigen Entwurf der Leitlinie wird das Informieren der Frauen vor der Geburt über die beiden Vorgehensweisen und deren jeweiligen Vor- und Nachteile betont. Nur so können sie eine eigene informierte Entscheidung treffen.

Lesen Sie den gesamten Artikel hier: „Ich hol‘ noch schnell die Plazenta.“ – Interventionen in der Plazentarphase

Aus der Zeitschrift Die Hebamme 3/2014

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