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Haltungsasymmetrie bei Säuglingen: Beobachtung, Handling und Lagerung

Bei Säuglingen, die viel auf dem Rücken gelagert werden, zeigen sich häufig Kopfverformungen und Haltungsasymmetrien. Diese können gravierende Folgen haben. Als Physiotherapeut und Osteopath möchte ich Sie mit diesem Artikel und mit meinem Vortrag auf dem FORUM HEBAMMENARBEIT in Wiesbaden dabei unterstützen, die Symptome zu erkennen, die Hintergründe zu verstehen und adäquate Maßnahmen zu ergreifen. Denn gerade Hebammen können in den ersten Lebensmonaten einen wesentlichen Beitrag zur Prävention leisten.

Eine Kopfverformung kommt relativ häufig vor und betrifft rund 70.000 Säuglinge in Deutschland. Bei etwa einem Viertel davon entwickelt sich daraus eine skoliotische Fehlhaltung, d. h. eine Haltungsasymmetrie mit weiteren negativen Folgen. Säuglinge sind in ihren ersten 8 – 12 Lebenswochen besonders davon betroffen, weil ihr Schädel noch sehr schnell wächst und verformbar ist. Liegt der Säugling viel auf dem Rücken, wie es als Prävention gegen den Plötzlichen Kindstod empfohlen wird, oder hat er eine Lieblingsseite, zu der er den Kopf überwiegend dreht, so kommt es aufgrund des Eigengewichts des Schädels zu einer Kopfasymmetrie, einem sogenannten lagebedingten Plagiocephalus. Da seit 1991 die Empfehlung gilt, Säuglinge konsequent auf dem Rücken schlafenzulegen, ist zwar die Häufigkeit des Plötzlichen Kindstods von über 1.200 Fällen pro Jahr auf unter 200 gesunken, die Anzahl der Säuglinge mit lagebedingtem Schiefschädel ist jedoch gleichzeitig signifikant angestiegen. Das hängt auch damit zusammen, dass der Säugling seinen Kopf nicht willentlich anders positionieren kann, wenn dieser an einer Seite abgeflacht ist. Aufgrund fehlender motorischer Reife, aber auch allein aus physikalischen Gründen rollt der Hinterkopf immer wieder in dieselbe Position.

Die Kopfverformung wirkt sich zunächst auf die Schädelbasis und somit auf die Ohrachse aus und beeinträchtigt den Gleichgewichtssinn. Werden die Kiefergelenke verschoben, kann ein Kreuzbiss entstehen oder die Zahnokklusion betroffen sein. Des Weiteren verändert die Kopfverformung die Strukturen der Schädelbasis mit den Halswirbeln und den dortigen Nervenbahnen. Eine Fehlspannung im Bereich der oberen Halswirbelsäule und der Kopfgelenke beeinträchtigt die dortige muskuläre Struktur. Es kann ein sogenannter Schiefhals, aber auch eine Fehlstellung der Wirbelsäule entstehen. Als Teil der Schädelbasis kann sich die Veränderung auch auf die Pars condylaris des Os occipitale und damit auf das Foramen jugulare auswirken. Hier verlaufen wichtige Nervenstrukturen. Sie können durch eine Fehllagerung, aber auch schon während des Geburtsvorgangs komprimiert werden, wenn sich die Strukturen der weichen Schädelbasis durch den Druck der Gebärmutter verschieben. Von solchen strukturellen Veränderungen können Funktionen wie Stillen bzw. Schlucken und Trinken betroffen sein.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Haltungsasymmetrie bei Säuglingen: Beobachtung, Handling und Lagerung

Aus der Zeitschrift: Die Hebamme 05/2019

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