• Schwangere mit Diabetes

     

Änderung des Lebensstils beugt Gestationsdiabetes vor

Angesichts der steigenden Prävalenz des Gestationsdiabetes (GDM) stellt sich die Frage, welche Maßnahmen – beispielsweise Diät oder körperliche Aktivität – dazu beitragen können, der Zuckerstoffwechselstörung vorzubeugen. Ein Team chinesischer Wissenschaftler hat dies im Rahmen einer Metaanalyse umfangreicher Studiendaten untersucht.

Die Forscher wollten dabei unter anderem klären, welche Präventivstrategien während der Schwangerschaft am effektivsten sind, welche Frauen am stärksten von Lifestyle-Interventionen profitieren, wann die Maßnahmen optimalerweise begonnen werden sollten und welche Intensität hierbei mindestens notwendig ist, um einen relevanten Effekt zu erzielen. Mittels systematischer Literaturrecherche identifizierten sie 47 randomisierte kontrollierte Studien zu dieser Thematik. Alle Veröffentlichungen beschäftigten sich mit dem Einfluss von Ernährungs-, Sport- bzw. gemischten Maßnahmen auf das GDM-Erkrankungsrisiko von Schwangeren.

Ergebnisse

Die Wissenschaftler werteten die Daten von insgesamt 15 745 Studienteilnehmerinnen aus. Hierbei zeigte sich, dass Diät, Sport bzw. kombinierte Interventionen zu einer signifikanten Abnahme des GDM-Risikos um 23 % führten (relatives Risiko [RR] 0,77; 95 %-KI 0,69–0,87; p < 0,0001).

Ernährungsmaßnahmen gingen mit einer Risikoreduktion um 25 % (RR 0,75; 95 %-KI 0,59–0,95), Sportinterventionen mit einer Risikoreduktion um 30 % (RR 0,70; 95 %-KI 0,59–0,84) und gemischte Interventionen mit einer Risikoreduktion um 14 % (RR 0,86; 95 %-KI 0,71–1,04) einher.

Die präventive Effektivität war am stärksten, wenn Hochrisikopatientinnen bzw. Kollektive mit hoher GDM-Inzidenz an den Interventionen teilnahmen, wenn die Maßnahmen so früh wie möglich eingeleitet wurden, wenn sie in einer optimalen Frequenz und Intensität ausgeführt wurden und wenn gleichzeitig die Gewichtszunahme der Frauen gesteuert wurde.

Den Berechnungen der Forscher zufolge können 2 mäßig intensive 50- bis 60-minütige Trainingseinheiten pro Woche die GDM-Prävalenz um etwa 24 % reduzieren und 3 Einheiten pro Woche um etwa 35 %.

Der Ausgangs-Body-Mass-Index scheint sich allerdings nicht als Indikator für die Vorhersage der Wirksamkeit der Interventionen zu eignen. Für die Einstufung als Risikopatientin müssen daher offenbar weitere Faktoren wie beispielsweise die Ethnizität, das Alter, die medizinische Vorgeschichte sowie die Familienanamnese herangezogen werden.

Fazit

Die Prävention des GDM  gelingt am effektivsten in Hochrisikokollektiven, so das Fazit der Autoren. Für die Risikoeinstufung ist jedoch nicht allein der Body-Mass-Index ausschlaggebend. Stattdessen sollte ein umfassendes Prädiktionsmodell herangezogen werden. Ziel der frühzeitig eingeleiteten intensiven Diät- und Sportinterventionen ist das Bremsen der Gewichtszunahme.

Aus der Zeitschrift: Die Hebamme 03/19

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Quelle

Die Hebamme
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