Fachausbildung: Hebamme/Entbindungspfleger

Was macht die Ausbildung / Fortbildung im Fachgebiet der Entbindungspflege aus?

Hebammen und Entbindungspfleger sind dazu befähigt, Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und dem Wochenbett Rat zu erteilen und die notwendige Fürsorge zu gewähren. Darüber hinaus haben Hebammen Kenntnis, Erfahrungen und Fertigkeiten darin, normale Geburten zu leiten und Komplikationen des Geburtsverlaufs frühzeitig zu erkennen, Neugeborene zu versorgen, den Wochenbettverlauf zu überwachen und eine Dokumentation über den Geburtsverlauf anzufertigen.

Was ist das Ziel der fachschulischen Ausbildung zur Hebamme?

Bewerber entscheiden sich für die fachschulische Ausbildung zur Hebamme, um nach Ableistung der vorgeschriebenen Ausbildungszeit und der Ausbildungsinhalte die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Hebamme zu erlangen. Inhalte und geleistete Stunden dokumentieren sie im Laufe ihrer Fortbildung gemäß Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Hebammen und Entbindungspfleger (HebAPrV) und der Europäischen Richtlinie 2005/36/EC.

Was sind die Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung zur Hebamme?

Das Hebammengesetz regelt in § 7 die Zugangsvoraussetzungen für die Fortbildung zur Hebamme. Danach ist die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufes entscheidend. Weitere Voraussetzungen für die Weiterbildung zur Hebamme können sein:

  1. der Realschulabschluss, eine gleichwertige Schulbildung oder eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung oder
  2. der Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung, sofern die Bewerberin
    a. eine mindestens zweijährige Pflegevorschule erfolgreich besucht hat oder
    b. eine Berufsausbildung mit einer vorgesehenen Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen hat, oder
    c. die Erlaubnis als Krankenpflegehelferin innehat

Welche Inhalte bestimmen die Ausbildung zur Hebamme?

Die Aus- und Weiterbildung zur Hebamme setzt sich aus medizinischen und psychologischen aber auch naturwissenschaftlichen, rechtlichen und organisatorischen Inhalten zusammen. Folgende Unterrichtsfächer decken die theoretischen Ausbildungsinhalte ab:

  • Anatomie und Physiologie
  • Gynäkologie und Geburtshilfe
  • Schwangerenbetreuung
  • Wochenbettbetreuung
  • Hebammentätigkeit
  • Kinderheilkunde
  • Ernährungslehre
  • Hygiene
  • Arzneimittellehre
  • Mikrobiologie
  • Chemie
  • Psychologie
  • Organisation im Krankenhaus
  • Berufs-, Staatsbürger- und Gesetzeskunde

Praktische Inhalte der Fortbildung zur Hebamme werden in medizinischen Abteilungen (Kreißsaal, Wochenstation, Neugeborenenzimmer, operative und nichtoperative Pflegestation, Operationssaal oder Kinderklinik) vermittelt. Einblicke in die freiberufliche Tätigkeit gewinnen Bewerberinnen im sogenannten Externat in Praxen und Geburtshäusern.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Hebamme?

In Deutschland dauert die Ausbildung zur Hebamme drei Jahre und findet an ausgewiesenen Hebammenschulen statt. Die Ausbildungszeit umfasst 1.600 Stunden Theorie und 3.000 Stunden praktische Lerninhalte. Im Falle einer vorherigen Ausbildung zur Kinderkranken- oder Krankenschwester ist es möglich, die Fortbildungsdauer auf zwei Jahre zu verkürzen. Hebammenschulen sind an Krankenhäuser angegliedert und werden von einer Leitenden Lehrerin für Hebammenwesen sowie einem ärztlichen Leiter geführt.

Die Ausbildung wird mit einer staatlichen Prüfung, bestehend aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil, abgeschlossen. Nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung können Anwärterinnen die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Hebamme beantragen.

Datum: Stand Februar 2018

Quellen: Deutscher Hebammen Verband: Fachschulische Ausbildung

https://www.hebammenverband.de/beruf-hebamme/ausbildung/

Landesverband der Hebammen NRW: Was gehört zur Ausbildung?

https://www.hebammen-nrw.de/cms/beruf-hebamme/ausbildung/ausbildungsinhalte/

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