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Ultraschall in der Schwangerschaft während der Corona-Virus Pandemie: Ein praktisches Vorgehen

Die Corona-Pandemie hat mit ihrem Beginn im Dezember 2019 innerhalb von drei Monaten die Menschheit vor eine große Herausforderung gestellt. Weltweit erarbeiten Regierungen und Mediziner Maßnahmen, um die Ausweitung der Pandemie zu reduzieren, erkrankte Menschen adäquat zu versorgen und die Mortalität so niedrig wie möglich zu halten. Der „shut down“ und das „social distancing“ haben das öffentliche und berufliche Leben in den meisten Ländern paralysiert.

In der medizinischen Betreuung konzentrieren sich die Kräfte auf Coronavirus-infizierte PatientInnen und Notfälle. Gleichzeitig bleibt die Schwangerenvorsorge aber für die Sicherheit von Mutter und Kind essentiell und wird daher in den meisten Ländern auch weiterhin durchgeführt. Pränatalmediziner – ob im Kreißsaal oder in der Ambulanz, ob in der Klinik oder in der Niederlassung – gehören zu den Leistungserbringern während der Corona-Pandemie. Sie arbeiten weiter und stehen täglich vor neuen Herausforderungen.

Eine vergleichbare Situation haben wir noch nicht erlebt. Daher gibt es auch keine Vorerfahrungen, auf die wir zurückgreifen können. Viele Fragen werden von den Schwangeren und unseren Mitarbeitern in diesem Zusammenhang aufgeworfen, ohne dass eine wissenschaftlich begründete Antwort gegeben werden kann. Diese betreffen sowohl die Maßnahmen des Infektionsschutzes als auch die Schwangerschaft selbst in Zeiten der Virusgefahr. Für manche Aspekte zeichnet sich eine Klärung ab, insbesondere was die Betreuung und Entbindung von infizierten Schwangeren sowie die prä- und peripartale Transmission betrifft.

In diesem Editorial wollen wir uns zunächst auf Eckdaten zu der Coronavirus-Infektion und Covid-19 in der Schwangerschaft konzentrieren und im Anschluss einige Überlegungen zur Ausgestaltung des eigenen Arbeitsplatzes und zur Durchführung der Ultraschall-Untersuchung aufzeigen. Angesichts der Fülle an Fragen, die sich uns in diesem Kontext in den vergangenen Tagen gestellt haben und sich auch zukünftig ergeben, kann dieser Überblick nicht abschließend sein.

Die Überlegungen spiegeln die aktuellen und empirischen Erfahrungen der Autoren in deren Zentren wider, ohne evidenzbasiert zu sein. Für andere Fragen zu Covid-19 und Schwangerschaft verweisen wir auf die nationalen und internationalen Stellungnahmen.

Zusammenfassung des klinischen Verlaufs der Infektion in der Schwangerschaft

Das neuartige Coronavirus wird aufgrund seiner Ähnlichkeit zum SARS auslösenden Coronavirus offiziell SARS-CoV-2 genannt. Die WHO gibt einen R0-Wert von 2–2,5 an, was indiziert, dass eine Person 2–2,5 weitere ansteckt. Die Sterblichkeit wird insgesamt mit etwa 3,5 % angegeben. Etwa 80 % der Infizierten sind mild betroffen oder asymptomatisch, 15 % schwer mit Sauerstoffbedarf und 5 % sind beatmungspflichtig. Hier muss aber auf die bisher nicht bekannte Dunkelziffer an asymptomatischen Infektionen hingewiesen werden.

Die Hälfte der symptomatisch Infizierten entwickelt innerhalb der ersten 5 Tage Symptome, etwa 90 % innerhalb von 14 Tagen. Das klinische Bild ist heterogen und unterscheidet sich bei erkrankten Schwangeren nicht von dem nicht schwangerer Patientinnen. Führend sind Fieber (84 %), Husten (28 %), Dyspnoe (18 %) sowie Leukozytose und Lymphopenie (38 % und 22 %). Bei den symptomatischen Patientinnen fand sich in drei Viertel der Fälle Pneumonie-typische Veränderungen im CT. Dies unterstreicht die Ähnlichkeit zur SARS und MERS, wenn auch die letztgenannten Erkrankungen häufiger fatal verlaufen.

Die Datenlage von COVID-19 erkrankten Schwangeren, Entbundenen und Neugeborenen ist dünn, was dafür spricht, dass der Verlauf in diesem Kollektiv seltener problematisch ist.

Dashraath et al. fassten 55 publizierte Schwangerschaften von Frauen mit Covid 19 zusammen. In 2 % der Fälle kam es zu einer Fehlgeburt, in 10 % zu einer Wachstumsretardierung und in 39 % zu einer Frühgeburt. In dieser Fallserie wurde der Verlauf bei den Neugeborenen nicht zusammengefasst. Jedoch berichten andere Arbeitsgruppen von einem geringen Krankheitswert. Hinweise auf einen teratogenen Effekt gibt es bisher nicht. Für eine vertikale Mutter-Kind-Transmission gibt es bisher keine gesicherten Hinweise.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Ultraschall in der Schwangerschaft während der Corona-Virus Pandemie: Ein praktisches Vorgehen

Aus der Zeitschrift: Ultraschall in der Medizin - European Journal of Ultrasound

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