• Embolie

     

Epidemiologie und Risikofaktoren venöser Thromboembolien in Schwangerschaft und Wochenbett

In den USA und Europa ist die Inzidenz an venösen Thromboembolien (VTE) in der Bevölkerung während der letzten 20 Jahre deutlich angestiegen. Dabei spielen die Zunahme an Risikofaktoren infolge eines veränderten Lebensstils und die Verbesserung diagnostischer Verfahren zur Erfassung von VTE eine maßgebliche Rolle.

Auch die Inzidenz an VTE in Schwangerschaft und Wochenbett hat in diesem Zeitraum signifikant zugenommen. Dies wird v. a. auf die steigende Sectiofrequenz, den erhöhten Anteil von Schwangeren mit präexistenten kardiovaskulären oder metabolischen Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus) sowie einem Body-Mass-Index ≥30 kg/m2, der assistierten Reproduktion mit Erhöhung von Mehrlingsschwangerschaften, fortgeschrittenem mütterlichem Altern und einer steigenden Zahl an Schwangeren mit exogenen Noxen (z. B. Nikotinabusus) zurückgeführt.

VTE in Schwangerschaft und Wochenbett manifestieren sich in 75–80% der Fälle als tiefe Beinvenenthrombose (TVT) und in 20–25% als Lungenembolie (LE).

Sie stehen heute weltweit mit einem Anteil von 3,2% nur an 5. Stelle direkter Müttersterbefälle, in den Industrieländern aber (nach Blutungen mit 16,3%) mit einem Anteil von 13,8% an 2. Stelle.

Exakte Angaben zu den Ursachen direkter Müttersterbefälle finden sich in den Statistiken des Confidential Enquiries into Maternal Deaths and Morbidity. Die jüngsten Daten (Zeitraum 2010–2013) weisen VTE mit einem Anteil von 33,3% an 1. Stelle direkter Müttersterbefälle auf.

Nach einer Analyse der AQUA-Daten 2010–2014 standen in Deutschland in diesem Zeitraum thromboembolische Komplikationen (einschließlich Fruchtwasserembolien) mit einem Anteil von 39% an 1. Stelle direkter Müttersterbefälle.

Für die klinische Praxis ist von Bedeutung, dass ausweislich systematisch erhobener Daten aus England  bei 79–89% der Schwangeren, die an einer LE in Schwangerschaft und Wochenbett versterben, identifizierbare Risikofaktoren für VTE vorliegen, laut UKOSS (UK Obstetric Surveillance System)-Statistik bei 70% der Schwangeren mit tödlichen und nicht-tödlichen LE. Zu vergleichbaren Ergebnissen kam auch eine jüngste Analyse mütterlicher Sterbefälle aus Kalifornien [10]. Dabei wird darauf hingewiesen, dass in 50–60% dieser Fälle ein sogenannter „substandard care“ vorliegt, und diese Sterbefälle daher als potenziell vermeidbar gelten. Die häufigsten Probleme in diesem Zusammenhang sind die unzureichende Risikoerfassung, die inadäquate Thromboembolie-Prophylaxe und die mangelhafte interdisziplinäre Kooperation.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Epidemiologie, Risikofaktoren und Risikostratifizierung venöser Thromboembolien (VTE) in Schwangerschaft und Wochenbett

Aus der Zeitschrift ZGN - Zeitschrift für Geburtshilfe und Neonatologie 04/2017

Newsletter Gynäkologie

  • Jetzt Newsletter abonnieren und Whitepaper sichern!

    Jetzt kostenlos anmelden

    Melden Sie sich jetzt kostenlos zum Newsletter an und verpassen Sie keine Neuigkeiten mehr! Als Dankeschön erhalten Sie das Whitepaper "SOP Geburtseinleitung".

Quelle

Buchtipps

Gynäkologie und Geburtshilfe compact
Bernhard UhlGynäkologie und Geburtshilfe compact

Alles für Station, Praxis und Facharztprüfung

EUR [D] 129,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Klinikstandards in der Geburtsmedizin
Corinna Susanne BryanKlinikstandards in der Geburtsmedizin

EUR [D] 64,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.